empfangen , und die lauteste Theilnahme , das Schluchzen der Frauen und Kinder , zeigte hinreichend , wie geliebt das Fräulein von Allen war . Die Herzogin , die kurz vorher zu Wagen eingetroffen war , stand mitten unter ihnen , sie war selbst so mit dem Ereignisse beschäftigt , schien so besorgt und geängstigt über den Erfolg der Bewegung , die der Kranken , trotz des sorgsamsten Tragens , nicht zu ersparen war , daß sie alles Andere um sich unbeachtet ließ . Maria , mit offenen Augen , aber todtenbleichem Angesicht , lächelte hold wie ein verklärter Engel zu Allen . Sie fühlte einen Frieden , eine Seligkeit in ihrem Innern , worauf selbst der Gedanke ihres noch möglichen Todes keinen Einfluß üben konnte . Ach ! der Thränen werth schien sie sich , als sie Tages vorher anscheinend blühend und gesund über die Höfe ritt , und als ob sie jede Theilnahme , jeden Schmerz unrechtmäßig errege , bemühte sie sich , in ihren Zügen den Zustand ihrer Seele auszudrücken . Die Herzogin befahl , die Bahre nach ihrem Schlafgemach zu tragen , und Maria fand dort Alles zu ihrem Empfange sorgfältig geordnet . Die Herzogin erklärte , die Pflege der Kranken mit Morton allein übernehmen zu wollen , und Maria konnte nichts , als die sorgfältig ordnende Hand an ihre Lippen drücken . Der Erfolg lohnte so mütterliche Sorgfalt . Es erfolgte kein neuer Blutverlust , die Kräfte ersetzten sich schnell , und Maria verließ bald Bett und Zimmer , und streifte , nicht minder schön bei der blässeren Farbe der Wangen , durch Schloß und Park . Das Ereigniß schien ein neues Band um Alle geknüpft zu haben . Die Herzogin hatte , von Dankbarkeit hingerissen , in ihrer Liebe gegen Lady Maria , die immer nur wie unterdrückt in ihr fortbestanden zu haben schien , so lebhaft und ohne Rückhalt sich gezeigt , daß Alle , belebt durch das Gefühl ihrer großmüthigen Aufopferung für das Leben der theuern Mutter , sich um sie als den Mittelpunkt aller Bemühungen versammelten . Auch schien nichts mehr den eigenen Frieden ihr zu stören . Ein stilles Genügen an Allem , wie es war , eine Anhänglichkeit an den Platz , wo ihr so viel Liebe entgegen trat , eine kaum verhehlte Scheu vor jeder möglichen Veränderung dieser Lage , tröstete ihre Freunde selbst über das Mißlingen von Brixtons Unternehmungen mit der Hoffnung , das Fräulein werde eine solche Nachricht mit minderem Schmerze ertragen , wenn sie sich in ihrem jetzigen Verhältniß glücklich fühle . Die Gesundheit der jungen Lady ward aber von ihnen allen als ein Gut betrachtet , für das sie einstehn müßten , und zu ihrer Schonung und Pflege erschien sie noch nicht bei den größeren Versammlungen der Familie , und blieb , mit Ausnahme kleiner Spaziergänge , auf ihre Gemächer beschränkt . Ein größerer Kreis von Fremden , der im Schlosse versammelt war , hatte sich bereits zerstreut , und man genoß der größeren Stille , die der Familienkreis darbot , zugleich mit der Hoffnung , Stanloff werde dem Fräulein bald darin einzutreten erlauben . Man hatte sich an einem schönen Abend auf den Terrassen versammelt , und heiter mit Stanloff um das Gewünschte streitend , hatte man ihm eben die Zusicherung entlockt , das Fräulein bald zu ihnen hinab zu führen , als die Hörner auf den Wart-Thürmen neue Fremde ankündigten und dem Herzog die Meldung gemacht wurde , daß sich ein kleiner Trupp Reiter dem Schlosse nähere . Sir Ramsey , der dazu beauftragt war , die Fremden zu bewillkommnen und ihnen entgegen zu reiten , entfernte sich zu diesem Ende , und Stanloff , seines Auftrags unter diesen Umständen entlassen , eilte , seine Schutzbefohlene in ihren Gemächern aufzusuchen . Doch mußte Sir Ramsey seinen Weg in kurzer Zeit zurück zu legen sich beeilt haben , denn mit glühendem Gesicht und in der vollsten Aufregung sehn wir ihn über die Terrassen zurück eilen , und sich dem Herzoge nähern , der im Kreise der Uebrigen der neuen Ankündigung harrte . Nun , sagte er lächelnd , Ramsey ' s Eile bemerkend , Du scheinst uns sehr Wichtiges mitzutheilen zu haben . Wer beehrt uns mit seinem Zuspruch ? Ich hoffe angenehme Nachrichten zu empfangen . Der Besuch , der Euer Durchlaucht beehrt , folgt auf dem Fuße ; die Meldung kam zu spät , ihn mit allen Ehren empfangen zu können . Es ist mir untersagt , ihn zu nennen ; doch bitte ich unterthänigst , daß Euer Durchlaucht sich bis in den Schloßhof ihm entgegen bemühn . - In Wahrheit , fuhr der Herzog mit guter Laune fort , Du bist sehr feierlich und auf die Ehrenbezeigungen Deiner Gäste sehr bedacht ; doch wir folgen Dir , denn Du bist ein zu guter Seneschall , um Deinem Rathe nicht vertrauen zu dürfen . Thut dies , gnädigster Herr ! sagte Ramsey , unruhig nach den Hallen blickend . Es zeigte sich jetzt , daß die Ungeduld des eifrigen Seneschalls nicht ohne Grund war , denn mehrere Herren , denen einer mit der vollen , schnellen Haltung , welche den gewohnten Vortritt verkündigt , voranschritt , traten so eben aus der mittelsten Halle auf die Terrasse . Der Herzog eilte ihnen entgegen , aber der Herr , der das Barett tief in die Augen gedrückt hatte , übersah flüchtig , fast abwehrend grüßend die Bewillkommnung des Herzogs , und dem Kreise der Damen entgegen eilend , näherte er sich so schnell der verwitweten Herzogin , daß er fast allein plötzlich vor ihr stand . Wollt Ihr erlauben , daß ein alter Freund unangemeldet alte Freundschaft und Gastlichkeit in Anspruch nimmt , sprach der Fremde , indem er rasch den schwarzen Mantel , der ihn fast verhüllte , zurückschob , den Kopf entblößte und der überraschten Herzogin das schöne , ernste Antlitz Carls des Ersten zeigte . Mein König ! rief die Herzogin in der höchsten Bewegung . Der König ! wiederholten