schon zugesellt . Indem trat Stanloff hervor und erkannte das wiederkehrende Leben , welches Beide , in Schmerz versenkt , nicht wahrgenommen . Sie lebt ! sagte er leise . Großer Gott ! rief Richmond , ist es Wahrheit , Möglichkeit ? Sie lebt ! rief er , einen Blick auf sie werfend , dann sprang er auf , und die Arme hoch empor gehoben , stürzte er zum Zelte hinaus . Maria hörte , wie er es dort noch ein paar Mal den wahrscheinlich seiner Botschaft Harrenden wiederholte , und fast im selben Augenblicke lag er wieder zu ihren Füßen und blickte sie an mit dem Jubel der seligsten Freude . Ein Paar warme Tropfen fielen auf Maria ' s bleiches , kaltes Gesicht . Sie blickte auf , und die strengen Augen der Herzogin , in Liebe gebrochen , waren der Quell . Seid vor Allem ganz ruhig , theures Kind ; Euer Leben und unser aller Ruhe hängt daran ! sagte sie mit weicher Stimme , als Maria einen Versuch zum Sprechen machen wollte . Stanloff versuchte jetzt , ihr Tropfen einzuflößen , und redete die Herzogin mit der Bitte an , sich selbst einige Ruhe zu gönnen , da die beschwerliche Stellung , der sie sich unterzöge , sie zu sehr angreifen würde . Redet mir nicht von Ruhe , erwiederte sie ernst ; sie hat nicht an sich gedacht , als sie ihr Leben wagte , das meine zu retten ; jede Bewegung kann den schrecklichen Blutstrom erneuen ; ich danke Gott , daß sie Ruhe in dieser Stellung findet . O , meine Mutter ! rief hier Richmond und drückte sein Gesicht in die Hand der Herzogin . Etwas lebhaft zog sie die Hand zurück . Wir haben alle , denke ich , Fassung und Mäßigung in unser Betragen zu legen , da jede Gemüthsbewegung der Kranken tödtlich werden kann . - Das werde ich auch können , rief Richmond und stand von seinen Knien auf ; sagt nur , Stanloff , wenn ich gehen muß , ich will alles thun , was nöthig ist . Es möchte allerdings die höchste Ruhe zu empfehlen sein , erwiederte Stanloff . Nun , so sei Gott mit Euch , rief Richmond , sich zu Maria beugend , und die Engel , die Euch lieben , mögen Euch erretten . Maria sah ihm nach , und ihre Seele sagte : Du bist mein Engel und Du heilest mich ! Das Fest des Master Allincroff war nach allen Seiten hin zerstoben . Man hatte die lustigen Zelte im Waldgrunde nur zu erreichen gestrebt , um die sterbende Lady Melville dort sanfter zu betten . Niemand dachte nur des Festes ; Alles war in Aufregung und Bekümmerniß , in gespannter Erwartung des Ausspruchs Stanloffs , dem keine vorzeitige Aeußerung zu entlocken war , und der Alles davon abhängen ließ , ob die gewaltsam gesprengte Ader der Brust sich geschlossen habe oder fortbluten werde . Die Herzogin schien aufs Tiefste von dem Opfer erschüttert , welches Maria zu ihrer Lebensrettung gebracht ; sie hatte , ihre völlige Besinnung behauptend , mit unbeschreiblicher Angst das verzweifelte Unternehmen vor ihren Augen sich begeben sehen . Ihre dadurch bewirkte Rettung schien ihr keinen Antheil zu erwecken , und sie machte sich fast ungeduldig von ihren Kindern los , sogleich zu Fuße Richmond nacheilend , indem sie rasch rief , er habe das Zweckmäßigste gethan . Stanloff folgte , und als man Maria in ihrem Blute fand , das wie ein Quell aus ihrem Munde floß , schien sie , einen Augenblick von Trostlosigkeit überwältigt , sympathetisch mit Richmond zu fühlen , der , die Verunglückte am Boden stützend , mit allen Ausbrüchen des Schmerzes und der Liebe ihren Namen rief . Es ward , von Allen betrieben , bald eine Bahre von den Polstern des Wagens verfertigt , auf der man Maria sanft in das Thal zu den lustigen , blumengeschmückten Zelten niedertrug , wo sie der trostlose Geber des Festes empfing , der sich als die nur zu gegründete Ursache dieses Unglücks ansehen durfte . Stanloffs Bemühungen war es gelungen , den entsetzlichen Blutsturz zu hemmen . Seit vier Stunden hatte sich das Blut nicht mehr ergossen , er verlangte aber vier und zwanzig Stunden Ruhe , ehe irgend eine weitere Transportirung zuzulassen sei . Die Herren ertheilten nun die Anordnungen , wie das luftige Zelt zu einer Herberge für die Nacht einzurichten sei , und alle übrigen Zelte wurden ihres Inhalts entkleidet , um dies eine damit auszustatten . Die Herzogin , Ollony , Richmond und Stanloff waren entschlossen , die vorgeschriebenen vier und zwanzig Stunden bei der Kranken zu bleiben . Der Herzog und die übrigen Damen sollten gegen Abend nach dem Schlosse zurückkehren , und alles herbeischaffen lassen , was zum Transport der Kranken für den andern Tag nöthig wäre . Master Allincroff entließ seine übrigen Gäste und erklärte sich entschlossen , mit seinen Leuten das Zelt der Herzogin zu bewachen und zu jeder nöthigen Veranstaltung während der Nacht bereit zu sein . Die Herzogin gestattete endlich , da Maria ' s Zustand sich gleich blieb , daß Ollony ihre Stelle an deren Lager einnahm , und Richmond hielt sich am Eingange des Zeltes bereit , Stanloff mit jeder Dienstleistung zu unterstützen . Gegen Morgen fiel die Kranke in einen sanften Schlaf , und als der Gesang der Vögel sie mit der Sonne erweckte , wurden Alle überrascht und erfreut , als sie mit kräftiger , klarer Stimme Ollony anredete und lächelnd fragte , ob sie wirklich lebe oder im Paradiese sei ? Stanloff gab nun einige freundliche Worte der Hoffnung , und als die langen vier und zwanzig Stunden ohne neues Oeffnen der Ader vorüber gegangen waren , trat man , mit vorsichtig eingerichteten Anstalten vom Schlosse hinreichend versehen , den gefürchteten Rückweg an . Als Maria auf ihrer Bahre in den Schloßhof getragen ward , hatten sich alle Bewohner desselben in schmerzlicher Unruhe versammelt , sie zu