der schweigsamen Gesellschaft nicht zurechtzufinden und rumpelte bei jedem mit seinen unbefangenen Fragen an , bis er merkte , daß hier keine Unterhaltung aufkommen konnte . Die Ursula stellt die Schüsseln unfreundlich und hart auf den Tisch , der Lenz schlang sein Essen so schnell hinein , daß man sah , wie gerne er wieder hinaus wollte , und der alte Schormayer schnitt ein grimmiges Gesicht und führte den Löffel so widerwillig zum Maul , als hätte er bittere Arzneien zum einnehmen . Kein Mannsbild hätte sich als Ursache und Gegenstand so vielen Hasses im Gleichgewicht gehalten , aber Zenzi war , wie manche ihres Geschlechtes , mit einer gewissen Lust am Kleinkrieg begabt und fand in der unbehaglichsten Stimmung immer noch stille Freude an der verhaltenen Wut ihrer Feindin Ursula . Sie erzählte auch gerne und unbefangen von den Erlebnissen im Stalle , daß die Scheck stiere und die Prittlbacherin in der Milch nachlasse und die Hoferin gewiß und wahr aufgenommen habe . Wie ihre Stimme aber niemals ein Echo weckte , gab sie das Reden allgemach auf und begnügte sich , schmatzend und kauend durch einen vortrefflichen Appetit stilles Ärgernis zu erregen . » Woaßt du , was de hamm ? « fragte sie einmal der Hansgirgl . » Was soll ' n denn de hamm ? « » No , dös siecht do a Blinda , daß s ' wia Hund und Katz leb ' n. Da is do eppas fürkemma ! « » Ko scho sei ; mi bekümmert dös gar nix . Auf Liachtmeß geh ' n i a so . « » So ? Du gehst ? Warum nacha ? « » Weil i halt an andern Deanst möcht ; allawei dös nemlinge is it schö ' . « » Aha ! Freili , a bissel an Abwechslung mag a niada Mensch . « Der Hansgirgl war hell genug , daß er die Kündigung der Zenzi mit allem andern , was er sah , in Zusammenhang brachte ; und ein paar Tage später erlebte er in der Küche einen Streit , der ihm ein Licht aufsteckte . Wie er frühmorgens seine Kaffeesuppe trank , kam auch die Zenzi herein , und die Ursula schob ihr den Hafen hin , wie man keinem Hund das Fressen vorsetzt . Nah dem ersten Löffel spuckte die Zenzi heftig aus . » Da is ja a Petrolium drin ! « » Na is halt oans drin « , sagte die Ursula . » Allssammete is do it guat gnua für an Deanstbot ' n ; und bal i mei Arbet richtig mach ' , derf i aa a richtig ' s Ess ' n valanga . « » Für so a Mensch tuat ' s leicht was . « » So ? Tuat ' s leicht was ? Dös will i sehg ' n , ob i dös sauf ' n muaß ! Da probier ' s amal , Hansgirgl , ob da koa Petrolium it drin is ! « » Mein ' Kaffee feit nix « , sagte der Knecht gleichmütig . » Probier ' s grad amal ! Dös is ja ausg ' schamt , daß mi oan so was gibt ! « » Dös is mei Sach it . « » Aba i woaß scho , was i tua « , schrie die Zenzi und eilte mit ihrem Hafen zur Türe hin . Ursula vertrat ihr den Weg . » Was willst du toa ? Wo mögscht du hi ? « » Zu ' n Bauern geh ' n i eini , und der muaß amal sehg ' n , wia du mit die Deanstbot ' n umgehst ! « Ursula riß ihr den Hafen aus der Hand und schüttete den Inhalt auf den Boden . » So , jetz geh eini zu dein ' liab ' n Bauern und zoag eahm dein ' Kaffee ! « Zenzi riß die Türe auf und wollte hinaus , aber da trat der Lenz ein . » Was geit ' s da ? « » Dera Loas da waar da Kaffee it guat gnua , und zum Vatern möcht s ' . « » Und i laß ma ' s it g ' fall ' n ! Da müaßt ja oans krank wern aa no in dem Haus ! « » Du ! Sei it so frech ! « sagte der Lenz drohend . » Da waar mi frech , bal mi si net vagift ' n laßt ! Laß mi außi ! I geh ' zu ' n Bauern . « Lenz nahm Zenzi beim Arm und führte sie zu der hinteren Türe , die ins Freie ging . » Da gehst außi , und zu ' n Vatern kimmst du it ! Und drah mir da it lang auf , sinscht hast d ' as mit mir z ' toa ! « Er gab ihr einen leichten Schub und schloß hinter ihr zu . » Was is dös g ' wen mit ihran Kaffee ? « fragte er die Schwester . » A Petrolium hat sie außag ' schmeckt . Vielleicht is oans drin g ' wen . Was woaß i ! « » Dös sell sollst d ' bleib ' n lass ' n. Dös hat jetzt koan Wert gar it . « » Bal s ' ' n it mag , braucht s ' ' n ja it saufa ! « » Laß ' s guat sei und red ' nix mehr über dös und gib ihr dös richtig Ess ' n , so lang s ' da is . « Er gab ihr mit den Augen einen Wink und ging hinaus . Hansgirgl hatte sich aus diesem Auftritt einiges entnommen und kannte sich beiläufig schon recht gut aus . Er trank seine Kaffeesuppe ruhig und bedachtsam ; und wie er fertig war , schleckte er den Löffel sauber ab . Ursula hielt ihn noch auf . » Du , Hansgirgl , hörst du