net hoam , dös woaß i g ' wiß . « Um den Pfarrhof war es nicht so still und friedlich wie sonst . Der Strahl des Springbrunnens stieg nicht gerade in die Höhe und fiel nicht plätschernd in das steinerne Becken zurück . Er ließ sich vom Winde auf die Seite treiben und spritzte das Wasser auf den Kiesweg . Auch dieser war nicht gepflegt und sauber wie sonst . Die Kastanienbäume hatten dürre Blätter auf ihn geschüttelt ; sie lagen unordentlich herum und wirbelten durcheinander , als wäre alle Zucht und Sitte aus diesem Garten geschwunden . Der wilde Rebstock am Hause gewährte ein klägliches Bild ; seine dünnen Zweige krochen mühselig an der Mauer empor , die nackt und bloß ihre Schäden aller Welt zeigen mußte . Ein starker Regen fiel ungestüm auf das Schieferdach nieder ; in der Dachrinne gurgelte das Wasser und stürzte mit ungebührlichem Lärmen durch die enge Röhre . Überall Unordnung und trübselige Stimmung . Aber es bedeutete nichts gegen die Aufregung im Innern des Hauses . Da trieben gefährliche Stürme ihr verstecktes Spiel ; man sah sie nicht offen wüten , und doch fühlte man ihre Wirkung . Türen klappten auf und zu ; zornige Schritte klangen über die Dielen . Ein ruheloser Geist trieb sein Unwesen . » War das nicht ein Geräusch im Zimmer des hochwürdigen Herrn ? Klang es nicht , als hätte man einen Stuhl umgeworfen ? « Der Kooperator horchte . Da ! Diesmal klatschte etwas an die Wand und fiel zu Boden . Als hätte man einen Gegenstand , ein schweres Buch hingeschleudert . Die Schritte näherten sich der Tür , und der Kooperator fuhr zurück . Fräulein Lechner stand seufzend in der Küche und sah zur Decke hinauf . Die schweren Schritte da oben gingen rastlos hin und her . Dazwischen stampfte es gegen die Decke , daß der Kalk abbröckelte . Fräulein Lechner fuhr mit der Hand an das klopfende Herz , und die Bäcker Ulrich Marie sagte : » Heilige Gnadenmutter von Altötting , der Herr Pfarrer is ganz auseinander ! « » Das hat er nicht verdient von den Erlbachern , « erwiderte die Köchin , » daß sie es ihm g ' rad zum Fleiß tun , und wählen den Schuller . Das ist eine Schand für das ganze Dorf ! « » Das war immer ein Kalter , solang ' ich ihn kenn ' , Fräulein Lechner . Kein ' Glauben und keine Religion haben die Leut ' . Wochenlang in keine Kirch ' gehn , und jetzt laßt er sich überhaupt gar nimmer seh ' n. « » Und weil mein Herr seine Pflicht und Schuldigkeit tut , hat er nichts davon wie Ärger und Spott . Hamm Sie ' s gehört ? « Es war das Buch , welches an die Wand flog und am Boden aufschlug . Und gewiß hatte es die Bäcker Ulrich Marie gehört . Denn sie spitzte ihre Ohren und vernahm jedes Geräusch mit gruseliger Neugierde . Achtes Kapitel In der Rosengasse zu München liegt eingeklemmt zwischen hohen Neubauten das Geschäfts- und Wohnhaus des Herrn Michael Sporner . Es hat nur zwei Stockwerke ; trotzdem sieht es nicht ärmlich aus neben den Türmen und Erkern und riesigen Mauern seiner Umgebung . Es trägt ein schuldenfreies Wesen zur Schau und sagt jedem , daß hinter den blitzblanken Fenstern ein ehrbarer Reichtum wohnt . Zu ebener Erde ist ein Laden , aus dem der Geruch von frisch gebranntem Kaffee auf die Straße dringt und in jedem Spaziergänger angenehme Vorstellungen erweckt . Sie werden verstärkt durch den Anblick eines Schildes , das neben der Ladentüre hängt . Man sieht darauf einen fröhlichen Neger neben einem Kaffeesacke stehen ; sein Haupt ist mit bunten Federn geschmückt , wie der Schurz , den er um die Lenden geschlungen hat . Er raucht aus einer großen Pfeife und bläst Tabakwolken in die Luft . Im Hintergrunde , am Ufer des dunkelblauen Meeres stehen zwei Indianer , und jeder begreift , warum sie so neidisch auf den heiteren Mohren blicken . Jeder denkt an duftenden Mokka und treffliche Zigarren und behagliche Stunden . Wer in den Laden eintritt , erfreut sich an den flinken Bewegungen der Herren Kommis , die mit schwungvollen Handgriffen Pakete zusammenlegen , Schnüre abzwicken , die mit staunenswerter Sicherheit den Inhalt jeder Schublade kennen und nie eine unrechte öffnen , die das Gewicht der Waren genau erraten und die Zahlen flüchtig auf das Papier hinwerfen . Er erfreut sich an dem verbindlichen Lächeln dieser jungen Herren , welche ihr Benehmen nach Stand und Rang der Kunden einzurichten wissen und so verschwenderisch achtunggebietende Titel verleihen . Er sieht mit Bewunderung , wie Herr Michael Sporner , unbeirrt durch den Lärm , an seinem Pulte steht , Briefe nach allen Weltteilen schreibt und dabei mit flinken Augen seine Untergebenen überwacht . Oder wie er dienstfertig seinen Platz verläßt , wenn ein angesehener Kunde eintritt , und wie er dann an geschickten Handgriffen und gut gewählten Höflichkeiten sogar den ersten Kommis übertrifft . Und wenn der Käufer mit seinem sauber gebundenen Pakete an die Kasse tritt , kann er noch mit wirklicher Hochachtung auf Madame Sophie Sporner blicken , welche sein Geld mit einer leichten Verneigung entgegennimmt und mit energischem Ruck die amerikanische Kassette öffnet , die jeden Betrag anzeigt . Dies alles kann derjenige sehen , welcher seinen Bedarf an Kolonial- und Spezereiwaren bei Sporners seligen Erben deckt . Aber wenn nach dem arbeitsreichen Tage der Hausdiener die Rolläden herunterzieht , dann schreitet Herr Michael Sporner händereibend durch den Raum und dreht fröhlichen Gemütes die Gasflammen ab . Er tut es stets in der gleichen Reihenfolge , und wenn die letzte verlöscht , sagt er : » So , das hätten wir wieder einmal ! « Auch heute ging er vergnügt über die Treppe zur Wohnung hinauf . Ein frisches Mädel kam ihm entgegen und begrüßte ihn mit einem Kusse , um den man ihn beneiden durfte . Denn