immer näher - sie sehen Kodama , brüllen ihm was zu - und dabei fällt der eine Tofaily wie ein abgehackter Baum auf die eine Seite mitten in ein großes Lager irdener Töpfe und Kruken , die ein alter Mann aus Kufa neben sich auf der Erde fein säuberlich aufgestellt . Mörderliches Geschrei ! Das Geschirr klirrt und klappert . Ein frecher nackter Junge reitet auf einem kleinen grauen Elephanten heran - und das Tier zerschlägt auch noch ein paar Töpfe . Höllenlärm ! Die Tofailys lachen , sind aber in großer Not - die Kaufleute auf dem Karawanenplatz verstehen im Entzweischlagen keinen Spaß . Kodama bezahlt schließlich die zerbrochenen Gefäße - widerwillig zwar - doch mit Anstand . Die Tofailys sind drob natürlich ganz außer sich vor Vergnügen . Kodama wird von den Betrunkenen bestürmt - wie von arabischen Kriegern eine Burg bestürmt wird . Die Vier sind im Nu umringt . Und Alle wandeln lachend in die nächste Teebude . - Schlitzäugige chinesische Mädchen bringen das heiße Getränk in blau bemalten Porzellanschalen herbei . » Wie gehts Deinem Bären ? « fragt man den Safur - höhnisch - denn Safur wird beneidet . Sein Bär , Bagdads berühmte Köchin , leuchtet sehr hell an dem trüben Himmel , der Bagdads berühmte Männer überwölbt . Abu Hischam muß gleich wieder vom Bunde der lauteren Brüder sprechen . Doch es wird heiß . Auch unter den hellen Leinendächern der Zelte und Marktbuden nimmt die Hitze ganz beträchtlich zu . Die Augen kann man garnicht mehr ordentlich offen halten - die Sonne blendet . Tiefblau sind die Schatten der Palmen und Bananen . Vor den Teezelten liegt die große Moschee . Und rechts von der Moschee ragen die hohen , auf einem Hügel gelegenen Paläste der Chalifenburg mit vielen vielen Türmen und bunten Galerieen in den glühenden Himmel hinauf . Träge zieht eine Karawane an den Teetrinkern vorüber . Die Kamele nicken einförmig mit den drolligen Köpfen , die Pferde suchen mit der Schnauze den heißen Erdboden zu erreichen . Die Kameltreiber schwitzen und fluchen . Träge zieht die Karawane vorüber - ein Bild tiefster Erschöpfung - ein Bild lähmender Schlaffheit . Das Gespräch unter den Teezelten verstummt - man verabredet noch eine Zusammenkunft abends auf der Tigristerrasse - und trennt sich . Abu Hischam , Kodama , Suleiman und Safur wenden sich nach rechts , gehen an einer großen Bude , die ganz mit kleinen indischen Götterfigürchen gefüllt ist , vorüber - in die Stadt . In den Straßen ist es leer und heiß . Die blauen Schatten der niedrigen zumeist fensterlosen Hausmauern und die blauen Schatten der Palmen und Bananen - verkleinern sich - die Sonne steht schon hoch . Der dicke Kodama gähnt und will zur Sareppa , die Andern wollen mit , und man geht hin . Der weiße Straßenstaub durchsengt die Sandalen . Donnerwetter ! Die Hitze ist stärker als tausend Löwen . Die Vier nehmen erst noch ein Bad . Das erfrischt ein bißchen . Dann gehts zur Sareppa . Da knallen die Peitschen . Da fliegen die Speere und die Pfeile . Da wiehern und stampfen die prächtigsten Hengste - denn die Sareppa handelt mit Pferden , und ihre Hengste sind berühmt . Auf einem freien Platze , der nur von ein paar Palmen beschattet wird , jagen junge nackte Mongolen auf schäumenden Hengsten im Kreise herum . Die Mongolen werfen dabei mit kurzen Lanzen nach einer Holzpuppe , die hoch oben unter den Blättern einer Palme hängt . Die Lanzen sausen oft in weitem Bogen fast bis auf die Straße hinaus , daß man sich in Acht nehmen muß . Die beiden Gelehrten und die beiden Dichter gehen daher schleunigst unter ein Holzdach , unter dem Gras wächst - da grasen die Pferde der Sareppa , und - Beduinen bewundern die Pferde . Manche Beduinen kaufen sich ein Pferd unter diesem Holzdache - doch die meisten Beduinen kommen hierher , um ihre Pferde zu verkaufen - und dann bettelnd herumzulungern . Bagdad , diese üppige Stadt , bricht manchem Wüstensohn den Hals . Und Safur spricht mit den Beduinen . Er spricht von den blauäugigen Dschinnen und will mehr von diesen wilden Wüstengeistern wissen , die nachts auf schwarzen Rossen über den heißen Sand sprengen und die Menschen - töten wollen . Die Beduinen erzählen viel von den Dschinnen . Und vor Safur , der träumend zuhört , erscheint ein wildes Weib mit schwarzem Gesicht und hellblauen Augen ; die Haare hängen dem Weibe lang und strähnig an den Schläfen nieder . Die Stirn des schwarzen Weibes zeigt senkrechte dicke Furchen . Die Mundwinkel des bläulich-blassen Mundes hängen tief runter - ein dunkler Gespensterkopf vor einem leuchtenden Nachthimmel ! Safur erschrickt . Und er liebt das Gesicht . Aber plötzlich ist es wieder weg . Er sieht nur noch die Beduinen vor sich , sieht die Pferde der Sareppa grasen und den alten Suleiman drüben an dem einen Holzpfahl Kirschen essen . Safur hört nicht mehr , was ihm die Beduinen erzählen . Er versucht wieder , das Dschinnengesicht zu sehen - kriegt es aber nicht fertig . Ganz verstört kommt er später zu seinen Freunden zurück und ißt schweigend mit ihnen Kirschen , trinkt auch Wein mit ihnen ; der Kodama ist in bester Laune , hat an jeder Hand ein Mongolenmädchen und erzählt Schnurren , daß die Mädchen sich krümmen vor Lachen . Die Sareppa badet , die ist heute nicht zu sehen . Die Beduinen werden aber bald aufdringlich , die Obstjungens auch , sodaß man sich nach einiger Zeit entschließt , weiterzuwallen . Kodama übernimmt die Führung und bringt seine Freunde in ein berüchtigtes Haus . Man geht in den großen Badegarten , wos sehr laut ist . Beduinen und ein paar reiche Jünglinge aus Bagdads besten Familien zechen dort mit weißen Armenierinnen . Das eine Mädchen singt mit gellender Stimme , während sie ihren Jüngling an die Ohren packt : » Willst Du meine Freunde töten , Steigst