tüchtigste Beamte im Lande , aber der findet auch nichts . Zu dieser Zeit bin ich gerade in Skalat und höre diese Geschichte und wie alle Leute den schlauen Schurken verfluchen . Dem kommt niemand bei ! klagen sie . Da kommt ein anderer Fuhrmann , Krumm-Avrumele hat er geheißen , und ein großer Gauner war er , zu mir . Pojaz , sagt er , wann fährst du nach Barnow zurück ? Morgen früh , sag ' ich . Und heut ' nacht ? Schlaf ' ich und ruhen die Pferde ! Hättest du nicht Lust , heut ' nacht etwas Besonderes zu verdienen ? Dein Fuhrherr muß es nicht erfahren . Deinen Wagen brauche ich nicht , aber dich und die Pferde ! Ich weiß gleich , was dahinter steckt , denn alle Leute sagen ja , daß Krumm-Avrumele für den Meyringer schmuggelt . Wohin soll ich kommen ? Schlag zehn ins Wirtshaus in Rossow . Aber du schweigst darüber ! Natürlich ! Abgemacht ! Nun überleg ' ich mir die Sach ' . Also in Rossow sammeln sich die Schmuggler . Dann fahren sie natürlich ins nächste russische Dorf , nach Klobowka , dort wird aufgeladen . Vor Morgengrauen müssen sie zurück sein . Dann können sie also nur den kürzesten Weg zurücknehmen , über die Rossower Brücke . Sind der Finanzrat und seine Leute gegen zwei Uhr früh dort , so fangen sie den Transport ab . Dem Schurken , dem Meyringer , gönn ' ich ' s. Also muß ich ' s dem Rat sagen . Ich geh ' ins Wirtshaus , wo der Rat wohnt , zum dicken Froim . Der Herr Rat ist in der Kasern , sagt mir der , heut ' wird er wieder die ganze Nacht mit dem Meyringer und den Aufsehern herumkutschieren und am Morgen mit langer Nas ' heimkommen . Der Schuft foppt ihn , wie er will , und der Herr Rat glaubt ihm doch ! Böse Sach , denk ' ich , dann glaubt er auch mir nicht ! Da kommt der Kutscher vom Rat in die Stub ' und läßt sich ein Glas Schnaps einschenken . Severko , sagt der dicke Froim , du hast genug ! Wie willst du heut ' nacht kutschieren ? ! Ich schau mir diesen Severko an , und richtig - er steht kaum noch auf den Beinen . Froim , sag ' ich zum Wirt , gebt ihm so viel Schnaps , wie er will . Es ist ein gut ' Werk ! Bist du verrückt ? fragt er . Tut ' s , sag ' ich und bitt ' so lang , bis der Kerl eine ganze Flasche bekommt . Und eine halbe Stunde darauf eine zweite . Es wird Abend , der Regen gießt in Strömen , der Rat kommt mit dem Meyringer , um abzufahren , aber die Pferde stehen im Stall und der Severko liegt unter dem Tisch . Der Rat wettert , da biet ' ich mich an . Der Wirt steht für mich gut . Er nimmt ' s an . Eine Viertelstunde später fahren wir ab . Vor die Stadt ! wird mir befohlen . Bei der Kaserne schließen sich uns sechs andere Wagen an mit Aufsehern und Soldaten . Ihr fahrt uns nach , befiehlt der Rat , und mir : Nach Dolnice ! Das Dorf liegt zwei Stunden vom Städtchen und vier von Rossow - der Schurk ' führt uns wirklich in die entgegengesetzte Richtung . Aber da läßt sich nichts machen - ich fahr ' auf Dolnice zu , wenn auch langsam . Die Nacht wird immer finsterer , der Regen stärker , bei der ersten Seitenstraße bieg ' ich ab . Der Meyringer merkt ' s. Wohin ? ruft er . Der Weg ist kürzer , lieber Herr ! Aber du wirst dich verirren ! Behüte ! Und fahr ' und fahr ' im großen Bogen ums Städtchen gegen Rossow und die sechs Wagen hinter mir her . Der Meyringer wird ungeduldig . Wo sind wir ? Bei Dolnice ! Aber dort ist ja kein Wald . Ich schweig ' und fahr ' zu . Vom Rossower Kirchturm schlägt ' s - ein Uhr , wir sind dicht am Dorf . Du Judenhund , du hast dich verirrt . Ja , Herr ! Und wo sind wir ? ! Ich weiß nicht , aber dort schimmert Licht ! Das Rossower Wirtshaus ! Aber das Nest ist ja schon leer , ich fahr ' weit daran vorbei , der Grenze zu . Nach einer halben Stunde fängt der Meyringer ordentlich zu toben an . Halt - halt ! Auch der Rat schimpft und schreit , ich tu ' , als hör ' ich ' s nicht . Sie schlagen das Leder zurück und prügeln mit den Stöcken auf mich ein , ich tu ' , als spür ' ich ' s nicht , sondern fahr ' zu - immer näher der Rossower Brücke . Halt ! halt ! Es nützt ihnen nichts . Da seh ' ich uns endlich etwas Dunkles entgegenkommen : einen Lastwagen . Gottlob , da sind die Schmuggler ! Ich halte , die beiden stürzen hervor , die Aufseher sammeln sich um sie . Wo sind wir ? An der Rossower Brücke , Herr Rat ! sag ' ich . Und dort kommt der Transport ! Einige Minuten darauf waren die Schmuggler gefangen , und am nächsten Morgen sind sie samt dem Meyringer in die Kreisstadt geschafft worden , nach Zaleszczyki . Eine Belohnung habe ich nicht verlangt und nicht bekommen - mir war ' s genug , daß alle Leute gesagt haben : Ein Bursch ' von achtzehn Jahren ! - einen Kerl wie den Pojaz hat ' s noch nie gegeben ! « Noch ungleich stolzer aber war er auf folgenden Streich . » In Tarnopol war ein steinreicher Greis , Chaim Burgmann , ein geiziger , hartherziger Mensch . Seiner verstorbenen Schwester