an den Bauer gewandt , der den Uli aufgestiefelt hatte gegen seinen Meister , und dieser gab ihnen den Bescheid : Man werde wohl ausmachen , wenn es der wert sei , es werde wohl nicht so bös gegangen sein . Indessen müsse er mit den Andern reden , man könne ihnen morgen den Bescheid sagen lassen . Der Fuchs hatte seinen Plan schon gemacht , wie er und seinesgleichen darauskommen wollten , ohne daß es sie etwas koste . Er gab unter der Hand den Andern an , sie wollten den Uli vermögen , daß er sich als den Schuldigen , welcher jene Beiden mißhandelt , dargebe und entweder mit ihnen abmache oder sich dem Landvogt anzeigen lasse . Das tue der schon , sagte er , wenn man ihm den Mund recht süß mache , ihm nicht nur verspreche , ihn in allem auszuhalten , sondern noch einen schönen Lohn obendrein zu geben . Man könne von diesem allem hintendrein immer halten , was einem anständig sei . Zugleich schmiere man so die Brönzwylerer an , die an Uli auch nicht reich werden würden . Das gefiel den Meisten wohl , daß Uli die Suppe ausessen sollte ; sie hatten so halb und halb Angst , der Landvogt könnte diesmal nicht bloß büßen , sondern bannisieren ; und wenn ein reicher Bauernsohn schon das Geld lieb hat , so zahlt er doch zehnmal lieber , als daß er leistet , und sein Vater hundertmal lieber und das Mütti gar tausendmal . Resli , wie der alte Fuchs hieß , machte sich also an Uli , als der fütterte am Abend , und sagte ihm , es hätte gefehlt und die Brönzwylerer hätten Mannen geschickt und es komme jetzt darauf an , wie man es etwa ausmachen könne , viel Geld könnte es allweg kosten . Das war bei Uli die Lunte auf die Kanone , und die brannte nun krachend und donnernd über Resli los . Uli nannte ihn einen alten Schelm , der ihn ins Unglück gestürzt . Er hätte nicht kommen wollen , Resli hätte ihn beredet ; er hätte den Streit nicht angefangen , gerade die Alten , wo am witzigsten hätten sein sollen , hätten am wüstesten getan , und namentlich er , Resli . Nun sollte er , ein armes Knechtlein , ein halbes oder ganzes Jahrlöhnli dargeben , ein ganzes Jahr umsonst arbeiten ; das sei vor Gott und Menschen nicht recht ! Aber so habe man es mit den dolderschießigen Bauren ; wenn die ein arm Knechtlein ins Unglück stoßen könnten , so bsinnten sie sich nicht zweimal . Resli ließ den Sturm gelassen austoben und sagte endlich : Wenn er ihn wollte zu Worten kommen lassen , so sollte er gerade das Gegenteil erfahren ; man hätte sein Glück im Sinn , und wenn er vernünftig tue , so wolle man es einrichten , daß er allein den Vorteil vom ganzen Handel hätte . Er hatte Mühe , Uli zu gschweigen und zum Losen zu bringen . Als es Resli endlich gelang , zu sagen , daß Uli sich als Täter dargeben solle , so ging ein neuer Schuß los , Uli wollte vom Nachtrag lange gar nichts hören . Endlich gelang es Resli doch , anzubringen , wie man hinter ihm stehen und nicht nur alle Kosten tragen , sondern auch dem Uli ein Schönes geben wolle für sich ; er solle nur fordern , man wolle ihm geben , bis er zufrieden sei . Wenn Uli sich dargebe , so könne man es viel wohlfeiler ausmachen ; oder wenn es endlich vor den Landvogt komme und Uli leisten müsse , so mache ihm das ja nichts . Ein Kerli wie er finde allenthalben Meister ; ds Gunträri , es hätte schon Mancher in der Fremde , wohin er nie gegangen , wenn er nicht bannisiert worden wäre , sein Glück gemacht . Und die fünfzig oder hundert Kronen , die man ihm geben wolle , er solle ja nur heuschen , kämten ihm auch wohl ; er könne lange arbeiten , ehe er so viel verdient hätte . Und wenn man ihm weiter sonst dienen könne , so solle er nur zusprechen , man werde ihn nie stecken lassen , sondern sein Leben lang ihm daran denken . Kurz Resli wußte dem Uli die Sache so süß vorzustellen , ihm es glaublich zu machen , das er noch großen Gewinn aus dem ganzen Handel ziehen würde , statt Schaden zu haben , daß er versprach , nach dem Feierabend in eine Versammlung zu kommen , wo man das Nähere verabreden wolle . » So komm dann , « sagte Resli , » aber sag deinem Meister nichts , der braucht eben nicht alles zu wissen , was wir unter uns machen ; es geht ihn ja nichts an , darum hat er nichts dazu zu sagen . « Kaum war der Resli fort , so trat der Meister zu Uli in den Stall , und nach einigen gleichgültigen Worten fragte er : » Ist nicht der Resli bei dir gewesen ? Hat er etwa zu mir wollen , « Uli sagte , er wisse es nicht , er hätte nichts davon gesagt . Der Meister sagte , er wüßte auch nicht , was er mit ihm hätte , er werde wohl nur zu Uli gewollt haben . Uli sagte , sie hätten noch von gestern miteinander brichtet . Der Meister wußte wohl was . Er war , während Uli und Resli miteinander geredet , die ganze Zeit über im Futtergang gewesen , hatte alles gehört . Es ward ihm daher nicht schwer , durch eine Reihe von Fragen Uli endlich zum Geständnis der Wahrheit zu bringen . In seiner angestammten Bedächtigkeit hatte der Meister einen Kampf in sich zu bestehen : ob er sich weiter in eine Sache mischen wolle , die ihn allerdings nichts anging , und ob er eines Knechtes gegenüber von Nachbarn sich annehmen wolle