die Abberufung des englischen Gesandten bekannt ist , soll er sich in einen erschütternden Zustand befinden . « - » Es befinden sich auch andere , die nicht Prinzen sind , in unangenehmer Lage . Mehr als hundert preußische Schiffe sind bereits von den Engländern gekapert . Dem Handel wird dieser theure Frieden theuer zu stehen kommen . « - » Diese Krämerseelen verdienen es , « rief die Fürstin . » Es war ja ihr stiller Wunsch . Wenn Krämer , Kinder und Narren über ein Land regieren , wehe ihm ! « Es war ein neues Changement in der Fürstin eingetreten ; sie fühlte sich zum politischen Disput gestimmt . Wandel kannte die Lineamente in ihrem Gesicht , welche den Wechsel und welche Stimmung sie ausdrückten . Er lehnte sich über einen Stuhl , um ihr zu korrespondiren . Vielleicht fand er auch mehr Neigung zu einer politischen Disputation als zu einer sentimentalen mit der Baronin , vielleicht wollte er sich auf diese präpariren . » Es giebt auch großartige Krämer . Die Engländer werden bei diesem Weltdisput nicht zu kurz kommen . « - » Ich begreife nicht , wie diese hier ohne Schamröthe lesen können , was sie über ihre Politik urtheilen ! « rief die Fürstin , in wirklichen Affekt gerathend . » Diese Noten , die Herr von Reden für Hannover in Regensburg , Ompteda eben in Berlin übergab ! Herr Fox hat im Parlamente gedonnert . Ich habe eine solche Sprache nie gehört . « - » Noten sind Worte auf Papier geschrieben , Erlaucht . Sie lesen sie , antworten , und das Resultat ist Papier auf Papier ! Gekaperte Schiffe , das ist etwas Anderes . « Die Fürstin hatte vom Tische eine englische Zeitung genommen . » Durchfliegen Sie diesen Artikel . Mich dünkt , die Worte schneiden schärfer wie Thaten . Der Prinz soll grade darüber außer sich gerathen sein . Die Lippen schäumend , drückte er die Stirn an die Scheibe , daß sie zerbrach . « - » Er wird auch wieder ruhig werden , « sagte Wandel und las : » Nie hat eine Macht heuchlerischer gehandelt und die Gesetze der Treue und des guten Glaubens frevelnder gebrochen als Preußen . Von ihm kann man lernen , wie man mit Worten schmeichelt und durch Thaten verwundet . « - » Ist ' s nicht so ? « Der Legationsrath zuckte die Achseln : » Was aus Unentschlossenheit gefehlt und in Thorheit gesündigt ward , heißt nun sträfliche Hinterlist . - Warum war man unentschlossen und warum handelte man thöricht ? « - » Lesen Sie weiter . « - » Der aufgegebene Krieg gegen Frankreich war ein unwürdiges Geständniß von Schwäche , die sogenannte Verwaltung Hannovers bis zum Abschluß des allgemeinen Friedens überdachter Verrath . Erröthet Preußen nicht vor der Entschuldigung , daß die Wahl der Mittel zur Sicherung seiner Ruhe nach der Schlacht von Austerlitz nicht mehr von ihm abhängig gewesen sei ? Ziemt eine solche Sprache einem schlagfertigen Staate , wenn es Ruhm und Vaterland gilt ? Ziemt sie vor Allem dem Preußischen , der Friedrichs Siege hinter sich hat , Friedrichs Heer vor sich und zur Seite Rußlands Beistand ? Preußen prahlt mit gebrachten Aufopferungen . Ja , es hat geopfert seine Unabhängigkeit , seine alten Besitzungen , seine treuesten Unterthanen und seine zuverlässigsten Bundesgenossen . Preußen hat durch den Schönbrunner Vertrag aufgehört als selbstständige Macht , es kann nur noch existiren unter den Flügelschlägen des französischen oder russischen Adlers . « » Was sagen Sie dazu ? « - » Warum fordert man von den Epigonen den Muth der Titanen ! « - » Der kleine König von Schweden sperrt ihnen auch die Ostseehäfen , er kapert auch , wie die Engländer , ihre Schiffe . Man hätte doch nun erwartet , sie würden Schwedisch-Pommern nehmen . « - » Man ist befangen im Bewusstsein seines Unrechts ; und statt es gut zu machen , indem man es vollendet , verdoppelt man den Fehltritt , indem man es halb thut . « - » Das ist Ihre Moral , Wandel . Ich im Gegentheil bewundere den Muth dieser Staatsmänner . Mit welchem Gesichte kann der Mann von Schönbrunn vor die Prinzen , vor die Bilder seiner alten Könige treten , vor das Land , vor das Preußische Heer , vor Friedrichs Armee ? Erklären Sie mir den Muth , Wandel , wie er vor diesem stolzen , hochmüthigen Offizierskorps es aussprechen darf ! Preußen fühlt sich zu schwach , mit dem stärksten Bundesgenossen an der Seite , einen gerechten Krieg zu führen . Können Sie ' s ? « » Gnädigste Frau , vor wem erröthen , wem Rechenschaft geben ? - Wer fordert sie von dem Manne ? « - » Und sei es nur vor seinem eigenen Spiegel . « » Der Spiegel , Gnädigste , ist unser Machwerk ; man schleift , färbt ihn , wie man will , man stellt sich vor ihn , wie man Lust hat . Die Hand in der Brust , das Kinn aufrecht , die Blicke funkelnd . Oder die Arme gekreuzt auf der Brust , die Augen niedergeschlagen ; der Spiegel ist gehorsam , er giebt Alles wieder . Denken Sie ihn sich so , mit verkniffenen Lippen davor , und er lispelt : er war stark und wir schwach , er entschlossen und wir wissen nie heut , was wir morgen thun sollen , er hat ein kriegsgewöhntes , siegreiches Heer und wir eins , was den Krieg verlernt hat . Ein Krieg kostet Blut , viele Menschen , er ruinirt noch mehr Bürger , seine Nachwehen sind furchtbarer als seine Verwüstungen . Alles das sind Realitäten , die Ehre aber ist ein Wahn . Mein König hat einen Abscheu vor Blutvergießen und ich liebe es nicht . Alle guten Menschen lieben es nicht . Gott auch nicht , er hat den Frieden geboten und Napoleon bietet ihn auch . Sind