und erkannte sofort in der Sinnlichkeit die einzige Bahn zu gelassener Lebensertragung . O weh mir ! wär ' ich doch lieber bestimmt zum Kriegstribun , zum Legionar mit ehernen Nerven und blödem Verstand und derbem Behagen am Dasein ! Doch wem das Fieber des Denkens einmal die Seele schwächte , fällt immer zurück in neuen Anfall und ihn curirt nur die letzte Krise vom Kränkeln . Was hilft ' s , mit erlogener Sinnlichkeit an der Außenform kleben und tasten nach Schein-Schönheit mit erzwungener Begier , ein Pseudo-Epikuräer ? Die Schönheit des Scheins - o könnt ' ich sie nur mit Sein vertauschen , so häßlich es sei , mit des Stoikers Willensübung und fest an Tugend glaubendem Pflichtstolz ! Doch was ist Pflicht , was Liebe , was Haß , was Tugend , was Laster vor ' m letzten Begriff , vor ' m Verständniß der letzten Erkenntniß ? Ein Hauch ! der Naturtrieb des Augenblicks gilt nur . Der Stern der Kybele glänzt blutroth auf Tmolus ' Schneehaupt . Im Alpenthal Corybantengetümmel und Cymbalschlag , und es klagt der entmannte Adonis . Die Ammen Jupiters lärmen wild , den Säugling zu schirmen vor ' m grimmen Saturn . So schlug ich gar oft im Bacchanal die Lyra der Gottessehnsucht . Die Lasterstimme Astartes so in Priesterhymnen betäubte ich oft , zu retten vor allverschlingender Zeit mein Werk , das im Plan kaum geboren . Des Orients Mystik , den Syrercult , verpflanzen wollt ' ich zum Occident , die nüchterne Seele des Römervolks mit dem Rausch der Begeistrung tränken . Die Eisenadern sollten aufs neu frisch schwellen von schäumender Leidenschaft . Die weichliche Sclavin sollte den Herrn durch geistige Herrschaft zähmen . Mein glühender Ost , Du Mutter der Welt , deren Wiege am Paropamisos stand - ich wollte Dich rächen , Dein treuster Sohn , wider Roma heimlich verschworen , ein gekrönter Catilina ! - Zu früh ! Erst später wird nah ' n der Tag des Gerichts und neue Cimbern des Nordens vielleicht bauen ein neues Carthago . Der Urzeit sibyllinisches Buch , Hieroglyph und Talisman , Weisheitschatz - ich verbrenne mit allem , wie Sardanapal mit Harem und Kronenjuwelen . Oft neidete ich des Attis Loos . Doch forderte meiner Göttin Dienst , der Allerzeugerin , Zeugungskraft und Unzucht als Opfergebräuche . Denn Keuschheit ist nur ein Raub am Selbst , und was ist Sünde , die ' s nicht an sich ? Wie der Ptolemäer die Schwester beschläft , so ehlichte ich die Vestalin . Und vermählte die Pallas , herschleppend ihr Bild aus verborgener Zelle beim Mithra-Fest dem Sonnengotte , in dem ich erkannt den beredtesten Zeugen der Schöpfungskraft . Denn Natur ist Gott , statt Göttern ich schuf einen Universal-Naturdienst . Abram , der Ebräer Erzpatriarch , der Planeten-Anbetung Thorheit sah , als vom Kasius einst , meinem Heimathberg , er den Sternenhimmel beschaute . Ich aber kam dort zu verschiedenem Schluß . Mir hat da droben sich offenbart der wahre Baal , wie Eliä einst der einige Jehova . » Ich bin , der ich bin , und ich werd ' , der ich werd ' . « Der » Herr des Berges « , der El Gabal , der zuerst auf den Gipfeln erscheinend von dort aus Köcher und Füllhorn schüttelt Strahlenpfeile , Gluthrosen , beseeligend und befruchtend damit überschüttet die Welt ! Drum verehrt auch auf Alpen der Perser das Licht . Du Reiner , Du Einer , Du Meiner ! Ich baute Dir Heliopolis , Baal-Bek , Sonnensäulen auch , Chamanim . Trotz bot ich dem Orkus , den Töchtern der Nacht , den Unterweltsgewalten , und dem Mars , der den » Herrn « Adonai erschlug , dem latinischen Mars , der rohen Gewalt , dem Dämon der Zwietracht , der nimmer schließt den Janustempel des Friedens . Die Sonne erreichte den höchsten Stand im himmlischen Tempel , dem Sternbild des Leun . Typhon , der Meersturm , schweigt und es quillt der Nil des Lebens aufs neue . Doch als Sühnopfer des Fortschritts fiel der neue Osiris . Schau , Isis Natur , Kybele , wie Liebling Adonis stürzt sich selbst in die Hauer des Ebers ! Begierde - Genuß , Grenzpfeiler des Seins , umreiß ' ich sie , aufwühlend den Grund , den vulkanischen Boden , in dem wir umsonst nach den letzten Zwecken schürfen . Ans Thor des Schicksals poche ich frech mit der Keulenfrage : » Warum ? Wozu ? « Ich will den engenden Wirkungskreis durch verwegene Willkühr sprengen . Vampyr der Langeweile , entfleuch durch des Grabes Pforte zur Urnacht hin , - Herodias Welt , ich fliehe vor Dir in die Wüste der ewigen Freiheit . Eines Heilands Vorläufer erscheine ich mir , wie dem falschen Messias Johannes einst - des Pantheismus Weltreligion siegt einst über die Götzen ..... Allerhaltende Liebe , bald hell bald trüb in der Kette der Wesen vom Stern zum Wurm strahlend , wie jedes nach seinem Grad ein Spiegel des ewigen Feuers - dir vermähl ' ich mich nun ! Die Asche dem Wind und der Odem dem Urquell , dem er entfloß ! So web ' ich unsterblich weiter im All , Unendlichkeit wird das Ende . Verzehrt sind die Wolken der Sterblichkeit , die Sphärenräume zerklaffen - hinauf zum Tabernakel der Urkraft schwebt meiner Seele befreite Flamme ! Wo die ewigen Mächte thronen im Licht , im Allerheiligsten wandelt er sich zur Leuchtkraft selbst und leitet dahin an der Eisenkette der Dinge den Funken des Werdens , der nimmer ward , doch endlos wird und von Kraft zu Kraft stets wechselnd hinrollt , wie in Feuersnoth von Hand zu Hand fliegt der Eimer . Kein Ende , kein Stillstand ! Alles fließt und wechselt in Licht und Leben und Lust ! Unendliche Wonne ! Auch Schmerz ist Genuß dem Atom , das als Alltheil sich fühlet . Wohlan denn , zum letzten Sprunge hinein ! Weh , weh ! Ich verderbe