. Dann wurden die Männer vor den Rat gestellt . » Was ist euer Begehren ? « fragte der Herzog . » Ich bin Unislaw « , sagte einer , » und mußte ein Fähnlein Konrads befehligen , mein Genosse ist Mladota , und hatte auch ein Fähnlein zu führen . Die Krieger , welche in Znaim sind , haben uns gewählt , zu dir zu gehen , hoher Herr , und dir zu sagen , daß wir dir die Stadt übergeben wollen , so du uns schonest . Der Herzog Konrad von Znaim ist nicht in der Stadt , und keiner der vornehmlicheren Führer ist in ihr . Wir wollen uns unterwerfen , und werden dir in der Zukunft treulich dienen . « » Leget die Waffen auf dem Marktplatze der Stadt nieder , und kommet alle vor mein Lager « , sagte der Herzog , » es wird eures Leibes und Lebens geschont werden . Wenn aber Konrad oder einer der großen Führer in der Stadt gefunden würde , gehört er vor mein Gericht . Ihr könnt mir dienen , wie ihr Konrad gedient habt , und wie ihr , wenn ihr dem Gebiete von Znaim angehört , einem Herzoge von Znaim wieder dienen werdet , der gesetzt werden wird . Nur gegen den Herzog von Böhmen und Mähren dürft ihr in der Zukunft nicht mehr dienen , er könnte vielleicht nicht verzeihen , und ich würde zum zweiten Male nicht verzeihen . Jetzt geht , und kündet denen meine Worte , die euch gesandt haben . Ich glaube , Herren meines Rates , es ist nicht ungerecht , wie ich gesprochen habe . « » Es ist nicht ungerecht « , riefen viele Stimmen . » So geht , ihr Männer « , sprach der Herzog . Die zwei Männer gingen . Nach einer Stunde kam ein langer Zug von Kriegern ohne Waffen aus der Stadt , und stellte sich vor dem Lager des Herzogs auf . Der Herzog trat vor sie , und Unislaw sagte : » Das sind die Krieger der Stadt Znaim . « » Man wird euch ein Lager anweisen , und dort harret des weitern « , sprach der Herzog . Nach den unbewaffneten Kriegern kam ein Zug von Menschen in verschiedenen Kleidern aus der Stadt , und verlangte zu Wladislaw . Wladislaw ließ sie vor sich und die Seinen . Sie knieten vor ihm nieder , falteten die Hände , und baten um Schonung . » Stehet auf « , sagte der Herzog . Sie standen aber nicht auf , und blieben mit gefalteten Händen knien . » Stehet auf , sonst spreche ich nicht mit euch , und kehre euch den Rücken « , sagte der Herzog . Die Leute erhoben sich . » Ich erkenne an deinem Gewande , daß du ein Vorsteher bist « , sagte der Herzog zu einem , » rede , was ist eure Bitte ? « » Hocherlauchter Herr « , sprach der Angeredete , » ich bin der Kmete der armen Stadt Znaim . Die Stadt steht dir zu deinem hohen Einzuge offen . Wir sind alle nicht schuld an dem Abfalle deines untergebenen Herzoges Konrad , und flehen demütig und unterwürfig , du wollest uns das Unheil nicht entgelten lassen , das geschehen ist , und unser Leben nicht nehmen , und uns nicht mit Brand und Zerstörung heimsuchen . Unsere jungen Männer , die noch da sind , oder die kommen werden , sollen dir als Streiter dienen , und wir alle werden dir dienstbar sein . « » Ich bin der Herzog der Länder Böhmen und Mähren « , antwortete Wladislaw , » und nehme den Leuten meiner Länder nicht mutwillig das Leben , und zerstöre nicht mutwillig die Güter der Länder . Ihr gebt eine Kriegesgabe aus der Stadt , und Leib und Gut des einzelnen wird geachtet , der nur ein Bewohner der Stadt ist . Wer ein hervorragendes Werkzeug des Verrates gewesen ist , wird vor ein mildes aber gerechtes Gericht gestellt werden , und eben so der , der ihn verbirgt . Sagt das denen , die in Znaim sind . « » Wir verbergen niemanden « , sprach der Kmete , » und würden dir jeden , der uns als Hehler bekannt würde , übergeben . Die Rädelsführer sind entflohen . Gepriesen seiest du , milder , großmütiger , hocherlauchter Herr ! « » Gepriesen , und gesegnet , hoher Herr , wir beten für dich « , riefen die Flehenden durcheinander . Und der Kmete neigte sich vor Wladislaw , und küßte den Zipfel seines Kleides . Und die andern warfen sich wieder auf die Knie , und suchten näher zu kommen , und griffen nach den Kleidern Wladislaws , sie zu küssen . Er wehrte ihnen aber , und sprach : » Ich tue nur das Rechte , erhebet euch , und geht , und tröstet die Eurigen . « Da die Leute aber in ihren Gebärden flehentlich fortfuhren , ließ er geschehen , was sie verlangten , und redete ihnen freundlicher zu , sich zu erheben . Da standen sie auf . Dann sprach er : » Du hast gesagt , Kmete , daß ihr mir dienstbar sein wollet . « » In allem , hocherlauchter Herr , das du befehlen wirst « , antwortete der Kmete . » So rüstet in eurer Stadt sogleich Gemächer , die Verwundeten in sie aufzunehmen , die meinigen und Konrads « , sagte der Herzog , » dann sendet Männer mit Tragbahren , Sänften , und was ihr habt , um meine Leute bei dem Hineinbringen der Verwundeten zu unterstützen . Sind Menschen aus dem Lande in eure Stadt gekommen ? « » Viele , hoher Herr , haben Zuflucht hinter unseren Zinnen gesucht « , antwortete der Kmete . » So lasse verkünden , daß sie in ihre Wohnungen zurückkehren , und ihrer Verrichtungen pflegen « , sagte Wladislaw , » meine Krieger sind