nur konnte . Ich möchte gestorben sein - ein Engel - ein Geist von der , die Du so geliebt hast . « - » Und Du wärest das nicht ? O , mein Kind , ich fürchte ja keine Geister - auch wenn Du ein Geist von ihr bist - gestehe es ! Es soll mir dasselbe sein ! « » Fühl ' doch nur meine Hand , meine Stirn , « sagte Elmerice kleinlaut - » es ist ja Lebenswärme darin . Ich fürchte , ich sehe Deiner Fennimor nur sehr ähnlich ; - und - weil meine Großmutter so hieß - so bin ich vielleicht ihre Enkelin ! « Athemlos hatte Emmy zugehört , und es malte sich ein so wahnsinniger Ausdruck in ihren Zügen , daß Elmerice fast vor ihr erbebte . Aber bald kehrte das Vertrauen zurück , sie werde nie von ihr zu fürchten haben , und damit auch Ruhe und Hingebung . » Ihre Enkelin ? « sagte Emmy endlich , und konvulsivisch hob sich ihre Brust ; - » ihre Enkelin ? - Fennimor ' s Enkelin ! Dann - dann fließt doch ihr Blut in Deinen Adern - dann hättest Du doch alle Deine lieben , schönen Gliederchen von ihr geerbt ! Und dies Alles - und Du gehörtest ihr - es wäre fast , wie sie selbst ! « Es war ein fürchterlicher Moment , als Emmy hier plötzlich von einer Thränenfluth überrascht ward , die mit ihrem gewaltsamen Ausbruche sie fast zu zerreißen drohte . Sie sank mit ihrem Kopfe in Elmerice ' s Schooß . Thränen ! - sie kannte an sich ihr Dasein nicht mehr - wie fremd , wie erschüttert fühlte sich die arme Alte in diesem neuen Zustande ! Aber sanft weinte auch Elmerice über ihr und strich liebevoll mit ihren zarten Händen über den bebenden Körper . » Darum wirst Du mich doch nicht hassen ! Wenn ich Fennimor ' s Enkelin bin , dann bin ich ja eben auf Deine Liebe angewiesen - dann mußt Du mich schützen ! « » Schützen ! « rief Emmy , sich aufrichtend ; - » schützen ! Ja , weiß Gott , Du hast Recht - schützen muß ich Dich - dann , dann hätten wir es ja ! Dann wärst Du ja ihre Erbin - die große , mächtige Erbin dieses Hauses ! Aber « - fuhr sie fort , ihren Kopf in ihre Hand stützend - » hilf mir , mein Kind - ich bin heraus aus der Welt ; - kann ich doch nicht zusammenbringen , wie Du ihre Enkelin geworden bist . - Ach , Kind , Kind , « rief sie eifrig und voll Angst , als könnte ihr das Glück wieder geraubt werden - » Du bist es - Du bist entweder Fennimor - oder , wie Du sagst , ihre Enkelin ! Aber wie wissen wir es denn ? « » Wie soll ich Dir das erklären ! « seufzte Elmerice - » Als Du mich Fennimor nanntest , fiel mir ein , daß auf dem Einbande meines Thomas a Kempis , Fennimor Lester steht , und daß mein Vater mir dies Buch schenkte und mir sagte , es sei von meiner Großmutter . « » Heiliger Gott , « rief Emmy , außer sich - » so ist Alles wahr - und Du bist Reginald ' s Tochter - Fennimor ' s Enkelin ! « Sie sprang auf - sie streckte beide Arme , wie eine begeisterte Prophetin , in die Luft - ihre gebeugte Gestalt richtete sich auf - ein neuer Lebensstrom schien ihre Gebeine zu durchrieseln . » Gerecht , gerecht willst Du dieser Unschuld werden , Herr des Himmels ! Deine Wege werden Feuerströme vor meinen Augen ; - ich kann ihren mächtigen Lauf verfolgen von Anbeginn ; - die Wüste der Welt hat sie nicht verschütten können ; - das Menschengewürm ist mit seiner Sünde darin verschlungen worden , und die Unschuld hast Du geschützt und zu der rechten Stelle geführt - wo Du die aufgespart hast , die ihr Recht schaffen wird ! « In gleicher Begeisterung wendete sie sich zu Elmerice : » Sei mir gegrüßt , Nachkommin meiner heiligen Fennimor und jetzt meine Herrin ; berufen zu vergeltender Gerechtigkeit schrecklicher Schuld - rechtmäßige Gräfin Crecy-Chabanne - Herrin dieses Schlosses und aller seiner großen Besitzthümer ! Herr des Himmels , auch hier wirst Du die Wege zeigen und erkennen lassen , die wir zu wandeln haben - und aus Staub und Asche wird - neues Leben erstehen . Fennimor ' s Enkelin , befiehl Du bis dahin über mich und gebiete in diesen Räumen - Dein vorläufiges , kleines Erbtheil , an welches sich die großen Güter Deines Hauses anschließen werden - und empfange hiermit den Segen derjenigen , die Deinen Vater an ihrem Busen trug , und deren Herzenskern Deine Großmutter war ! « Feierlich küßte sie Elmerice auf die Stirn und fing dann sogleich an , die Vorkehrungen der Nacht aus dem Wege zu räumen , behände und in geschickter Thätigkeit weder Alter , noch Krankheit verrathend . Unmöglich war es Elmerice gewesen , den Strom der Worte und Gefühle , der sich aus Emmy ' s begeisterter Seele hervordrängte , unterbrechen zu können . In sprachlosem Erstaunen hatte sie ihr zugehört und in sich eine Gewalt angeregt gefühlt , die sie selbst fast über das Maaß hinaus bewegte . Tausend Stimmen in ihr wollten ihr zuflüstern , daß sie Wahrheit gehört habe ; und dennoch - wenn sie die betagte Alte vor sich sah , und des Wahnsinns gedachte , dessen Spielwerk sie seit vergangener Nacht war , behielt sie keinen Muth , ihr zu glauben , und fühlte nur das Eine , daß sie vorerst dem Willen dieses kranken Sinnes nicht entgegen treten dürfe . Ja , dies ward ihr leichter , als der Zweifel ; denn es war mit den verhängnißvollen Worten der Alten etwas Neues in