die reine weiße Bank vor dem Ofen . Der alte Mann und seine Frau empfingen mich recht freundlich . In ihrem ganzen Wesen war etwas sehr Aufrichtiges . Seit geraumer Zeit war bei diesen alten Leuten beinahe etwas Elternhaftes gegen mich gewesen . Die Gärtnersfrau Clara sah mich immer wieder gleichsam verstohlen von der Seite an . Wahrscheinlich dachte sie an Natalien . Der alte Simon fragte mich , ob ich denn nicht in die Gewächshäuser gehen und die Pflanzen auch im Winter besehen wolle . Das sei außer dem Besuche , den ich ihm und seiner Gattin machen wollte , meine Nebenabsicht gewesen , erwiderte ich . Er nahm einen anderen Rock um , und geleitete mich in die Gewächshäuser , welche an seine Wohnung stießen . Ich nahm wirklich großen Anteil an den Pflanzen selber , da ich mich ja in früherer Zeit viel mit Pflanzen beschäftigt hatte , und nahm Anteil an dem Zustande derselben . Wir gingen in alle Räume des nicht unbeträchtlich großen Kalthauses , und begaben uns dann in das Warmhaus . Nicht bloß , daß ich die Pflanzen nach meiner Absicht betrachtete , nahm ich mir auch die Zeit , freundlich anzuhören , was mein Begleiter über die einzelnen sagte , und hörte zu , wie er sich über Lieblinge ziemlich weit verbreitete . Diese Hingabe an seine Rede und die Teilnahme an seinen Pfleglingen , die ich ihm stets bewiesen hatte , mochten nebst dem Anteile , den er mir an der Erwerbung des Cereus peruvianus zuschrieb , Ursache sein , daß er eine gewisse Anhänglichkeit gegen mich hegte . Als wir an dem Ausgange der Gewächshäuser waren , welcher seiner Wohnung entgegengesetzt lag , fragte er mich , ob ich auch in das Kaktushaus gehen wolle , er werde zu diesem Behufe , da wir einen freien Raum zu überschreiten hätten , meinen Wachsmantel holen . Ich sagte ihm aber , daß dies nicht nötig sei , da er ja auch ohne Schutz herüber gehe , daß mein Gastfreund heute schon barhäuptig in dem Meierhofe gewesen sei , und daß es mir nicht schaden werde , wenn ich auch einmal eine kurze Strecke im Regen ohne Kopfbedeckung gehe . » Ja der Herr , der ist alles gewohnt « , antwortete er . » Ich bin zwar nicht alles , aber vieles gewohnt , « erwiderte ich , » und wir gehen schon so hinüber . « Er ließ sich von seinem Vorhaben endlich abbringen , und wir gingen in das Kaktushaus . Er zeigte mir alle Gewächse dieser Art , besonders den Peruvianus , welcher wirklich eine prachtvolle Pflanze geworden war , er verbreitete sich über die Behandlung dieser Gewächse wahrend des Winters , sagte , daß mancher schon im Hornung blüht , daß nicht alle eine gewisse Kälte vertragen , sondern in der wärmeren Abteilung des Hauses stehen müssen , besonders verlangen dieses viele Cereusarten , und er ging dann auf die Einrichtung des Hauses selber über , und hob es als eine Vorzüglichkeit heraus , daß der Herr für jene Stellen , an denen die Gläser über einander liegen , ein so treffliches Bindemittel gefunden habe , durch welches das Hereinziehen des Wassers an den übereinandergelegten Stellen des Glases unmöglich sei und das diesen Pflanzen so nachteilige Herabfallen von Wassertropfen vermieden werde . Dadurch kann es auch allein geschehen , daß an Regentagen und an Tagen , an welchen Schnee schmilzt , das Haus nicht mit Brettern gedeckt werden müsse , was finster macht und den Pflanzen schädlich ist . Ich könne das ja heute sehen , wie bei einem Regen so heftiger Art nicht ein Tröpflein herein dringen kann oder vom Winde hereingeschlagen wird . Bretter würden überhaupt über dieses Haus nicht gelegt . Gegen den Hagel sei es durch dickes Glas und den Panzer geschützt , und wenn kalte Nächte zu erwarten sind , werde eine Strohdecke angewendet , und der Schnee werde durch Besen entfernt . Mir war wirklich der Umstand merkwürdig und wichtig , daß hier kein Herabtropfen von dem Glasdache statt finde , was meinem Vater so unangenehm ist . Ich nahm mir vor , meinen Gastfreund um Eröffnung des Verfahrens zu ersuchen , um dasselbe dem Vater mitzuteilen . Als wir auf dem Rückwege durch die anderen Gewàchshäuser gingen , sah ich , daß auch hier kein Herabtropfen vorhanden sei , und mein Begleiter bestätigte es . Da ich noch ein Weilchen in der Wohnung der Gärtner leute geblieben war und mit der Gärtnerfrau gesprochen hatte , machte ich Anstalt zum Heimwege . Die Gärtnerfrau hatte meinen Wachsmantel in der Zeit , in der ich mit ihrem Manne in den Gewächshäusern gewesen war , an seiner Außenfläche von allem Wasser befreit und ihn überhaupt handlich und angenehm hergerichtet . Ich dankte ihr , sagte , daß er wohl bald wieder verknittert sein würde , empfahl mich freundlich , nahm die anderseitigen freundlichen Empfehlungen in Empfang , und ging dann in meine Zimmer . Dort kleidete ich mich sorgfältig um , und ging dann zu meinem Gastfreunde . Er war eben mit Gustav beschäftigt , der ihm Rechenschaft von seinen Morgenarbeiten ablegte . Ich fragte , ob es mir erlaubt wäre , in das Bildergemach oder in ähnliche zu gehen . » Das Lesezimmer und das Bilderzimmer so wie das mit den Kupferstichen sind ordnungsgemäß geheizt , « antwortete mein Gastfreund , » der Büchersaal , der Marmorsaal und die Marmortreppe werden leidlich warm sein . Verschlossen ist keiner der Räume . Bedient Euch derselben , wie Ihr es zu Hause tun würdet . « Ich dankte , und entfernte mich . Nach meiner Kenntnis der Tageinteilung wußte ich , daß er seine Beschäftigung mit Gustav fortsetzte . Ich ging zuerst auf die Marmortreppe . Ich suchte sie von oben zu gewinnen . Als ich von dem gemeinschaftlichen Gange in den oberen Teil des Marmorganges eingetreten war , zog ich , wie es hier vorgeschrieben war , Filzschuhe , welche immer in Bereitschaft