auf dem Gipfel immer näher , auf bunten goldnen Schwungfedern des Lebens sich wiegend . Sie sagten einander zuweilen ein freudiges Wort , aber nicht um sich mitzuteilen , sondern weil das Herz nicht anders konnte und ein Wort nichts war als ein freudiger Seufzer . Sie standen endlich auf dem Erden-Thron und blickten wie von der Sonne herunter . Rings um sie war das Meer gelagert , ins Blau des Horizonts verschmolzen - von Kapua her zog in der Tiefe der weiße Apennin um den Vesuv und herüber auf der langen Küste Sorrentos fort - und vom Pausilipp an verfolgten die Länder das Meer bis über Mola und Terracina - auf der geöffneten Welt-Fläche erschien alles , die Vorgebürge , die gelben Krater-Ränder auf den Küsten und die Inseln rings umher , die der verhüllte fürchterliche Gott unter dem Meere aus seinem Feuerreich an die Sonne getrieben - und das holde Ischia , mit seinen kleinen Städten an den Ufern und mit seinen kleinen Gärten und Kratern , stand wie ein grünendes Schiff im großen Meer und ruhte auf zahllosen Wogen . Da verschwanden drunten die Größen der Erde , nur die Erde allein war groß , und die Sonne mit ihrem Himmel wars . » O wie sind wir glücklich ! « sagte Albano . Ja , ihr waret glücklich dort , wer wird es nach euch sein ? - Sich auf dem Baum des Lebens wiegend , auf welchen schon sein Kindes-Auge so früh und sehnsüchtig geblickt , sagt ' er alles , was ihn erhob und ergriff : » Daran erkenn ' ich die Allgewaltige , zornig und flammend steigt sie aus dem Meersboden herauf , pflanzt ein brennendes Land , und dann teilt sie wieder lächelnd an ihre Kinder Blumen aus ; so sei der Mensch , Vulkan - dann Blume . « - » Was sind dagegen « ( sagte Julienne ) » alle Winterlustbarkeiten des deutschen Wonnemonds ! Ist das nicht eine kleinere Schweiz , nur in einem größern Genfersee ? « - Die Gräfin , durch ihr Spanien einheimischer in solchen Reizen , hielt sich meistens still . » Der Mensch « ( sagte sie » ist die Oreade und Hamadryade oder sonst eine Gottheit und beseelet Wald und Tal , und den Menschen selber beseelet wieder ein Mensch . « Der Einsiedler erschien und sagte , ihr heraufgesandtes Mahl sei längst angekommen ; er lobte seine Höhe mit : » Oft « ( sagt ' er und machte Julienne lachen ) » raucht mein Berg wie der Vesuv , und Badgäste sehen herauf und fürchten etwas , es ist aber , weil ich mein Brot hier oben backe . « - Sie lagerten sich im schattigen Freien . Man mußte immer wieder auf die liebliche verkleinerte Insel hinabsehen , die mit ihren in Gärten gesäeten Gärten , mit ihren mit Herbsten durchflochtenen Frühlingen so ganz und nahe lag , ein großer Familiengarten , wo die Menschen alle beisammen wohnen , weil nicht Länder sich mit Ländern verwirren , und die Bienen und die Lerchen fliegen nicht weit über den Garten des Meeres hinaus . Gleich offnen stillen Blumen waren die drei Seelen nebeneinander , duftend fliegt der Blumenstaub hin und her , neue Blumen zu erzeugen . Linda versank ganz in ihr großes tiefes Herz ; der Liebe ungewohnt , wollte sie sie darin anschauen und genießen , indes kein Wort Albanos ihr entfloh , denn es gehörte zur Liebe im Herzen . Von Milde übergossen und sinnend war sie da , mit dem großen Auge halb unter dem niedergehenden Augenlid - nach ihrer Sitte immer lange schweigend wie lange sprechend . Wie der Diamant ebenso glänzt wie der Tautropfe , nur aber mit fester Kraft und auch ohne Sonne : war ihr Herz dem weichsten in jeder weiblichen Milde und Reine gleich und übertraf es nur an Stärke . Entzückt sah Julienne es an , wenn sie etwa - nach einem kindlichen Vergessen Albanos , weil ihr Rede-Strom sie von einer Welt in die andere gerissen - plötzlich und mit unbefangener Freude mit ihrer feingeformten Hand zu des Jünglings seiner zurückkehrte , dem ihr Händedruck nichts Kleineres war als eine zärtere Umarmung . Sie nahmen den nähern Rückweg gegen Albanos Wohnung herab , die immer in ihrem Reben-Geniste zu ihnen heraufsah . Man war noch so kurz beieinander - - am Morgen reisete Albano . Er sollte von Portici aus schreiben , ein Bote den Brief holen » und er bringt mir auch einen « , sagt ' er ; - » gewiß nicht ! « sagte Linda . Albano bat . » Sie wird sich schon ändern und schreiben « , sagte Julienne . Sie verneinte . Allmählich liefen Schattenfurchen neben den schwarzen Lavaströmen den Berg hinab , und in den Pappeln fingen Nachtigallen schon ihre melodische Dämmerung an . Sie kamen Albanos Hause nahe ; Dian lief entzückt der Prinzessin entgegen . Albano bat ihn , ohne beide gefragt zu haben , eine Barke zu schaffen , damit man den Abend genieße . Gerade zu gewaltsamen Anträgen der Freude sagen die Mädchen am liebsten das Ja . Dian war sogleich mit einer zur Hand ; mit seiner Freude hing er schnell an jeder fremden . Sie stiegen alle ein und fuhren unter die Sonnenblumen , die jeder Sonnenstrahl auf die Wellen-Beete immer dichter pflanzte . Albano vergaß - im jetzigen Feuer , gewohnt an die Sitten des warmen Landes , wo der Liebende vor der Mutter spricht und sie von ihm mit der Tochter , wo die Liebe keinen Schleier trägt , nur der Haß und das Gesicht , und wo die Myrte in jedem Sinne die Einfassung der Felder ist - sich einen Augenblick vor Dian und nahm Lindas Hand ; schnell entriß sie ihm sie , der Mädchen-Sitte treu , die den Arm verschenkt und den Finger und Fingerhut verweigert . Aber sie sah ihn sanft an , wenn sie abgeschlagen . Sie kamen auf ihrer