. Fremde Schönheit ist zuletzt der Kraftaufwand des Einzelnen , eigene Schönheit ist die Vorbereitung zum Genusse fremder . Jeder schmiedet an sich , daß er fremder Lust die Hemmungen beseitige , um an ihr die eigene zu steigern . Es lebe die Lust , das Rauschen des törichten Blutes ! Prangende Sinne und einzige Weisheit des Fleisches ! Kamt ihr aus einer Tropennacht zu mir , aus Siedehimmeln und schwärmenden Gestirnen , aus Fruchtbarkeit , die im alten Mark des Urwalds quillt und sproßt , und aus fleischlichem Wuchern , aus der stehenden Schwingung lauer Luft , die von der Riesenraspel membranöser Zikadenflügel erzittert , kamt ihr zu mir aus gespreiteten Palmenwedeln über dem Kopfe oder von Arukis schlenkernden Brüsten ! Süße Mutter , wie das Baby schmatzt ! Um der Süßigkeit willen und der schläfrigen Wollust , die in Frauenschenkeln ruht und aus der Mohnrose ihres Schoßes aufblüht , will ich ein Vater werden und die Welt meiden , der ich entstamme . Eine Indianerhütte und das Glück empfangener Demut sollen meinen Blick begrenzen . Aus Lüsten der Gewalt und undenkbaren Arten der Hingabe will ich meine Freude nähren . Aruki , dich liebe ich , aber kannst du nicht die Meine werden , dann sei ' s eine andere . Sie sagen , Zana sei die Schönste . Ich will versuchen , sie so zu sehen . Diese Falschheit fällt uns Europäern leicht . Ja , sie ist schlank und lang , und mutwillig hüpft ihr das Hinterteil , wenn sie geht . Sie ist ein Kind , eine Tochter , ein Schwesterlein . Ja , und Aruki , mein Herz bricht - - - du aber , Aruki , um die ich hier weine , bist die Reife ; ich liebe deine leise Welkheit , die eingefallenen Ränder deiner schwarzen Augen , die Sprünge , die deine Wangen furchen wie die Falten einer geliebten Handfläche . Da sitzest du und singst deinem wimmernden Kinde das Lied vom schlanken Mondfräulein , das voller und trächtiger werdend zur reifen Mütterlichkeit sich rundet und spät und letzt blasse Schatten und Makel seiner silbernen Fülle bloßgibt . Ich liebe deine lädierte Schönheit , ich fühle ein beseligendes Erbarmen für die verlöschende Orgie deiner Formenpracht ; mein Herz hüpft beim Anblick deiner hüpfenden Brüste , ich erschaure tief vor dem mysteriösen Gram gebrochener Zähne , mir schwindelt vor den gelben Hauern junger Eber , die feierlich den entzückenden Narben deiner Oberlippe entwachsen . Du mein geliebtes altes Mädchen , ich ahne in dir die sinnliche Tiefe eines Volkes , der erst wieder die Tiefe meiner Intelligenz entspricht . Und sehe in eurer Kosmetik nur die kluge Technik der perfekten Ausnützung menschlicher Unvollkommenheit und Ungesundheit ! Hier lebte ich unter Wilden , unter diesen nicht einmal gesunden Tieren mit abergläubischen Körpern . Ich war ein Fremder und kam von der anderen Seite , dorther , wo der Versuch , auf intellektuellem Wege Lust herzustellen , schon seit Jahrtausenden mißglückte ; von dorther , wo man aus dem periodisch verbleibenden Bruch eines Unlustresiduums immer wieder nach derselben Operationsmethode : Fortschritt auf immer dieselben Rückstände getroffen war . Hier aber befand ich mich unter Tieren , deren physisches Raffinement in eben demselben Grade Geist sein mochte , wie die europäische Art , das Problem zu erledigen : Es besaß Tiefe , die sich mit dem Dasein deckte . Zerstreuungen , Ablenkungen von der wichtigsten Lebensfrage waren wider den guten Ton . Hier schien der Weiße indolent , und die braunen Blicke enthielten den Vorwurf seiner Minderwertigkeit , weil er sich nicht mit dem ganzen Wesen auf die brennende Frage warf , wie aus dem Dasein der Honig der leiblichen Anwesenheit gesogen werden könnte . Denn dieses Leben schien mit Genuß , Wachstum und Üppigkeit durchtränkt . Hier hatte ich Gelegenheit , auf eine früher erfundene Figur meines Denkens , das sogenannte Wasserrad , zurückzugreifen . Ich erkannte : das Leben war durch Mühlen betrieben , die nie gebaut wurden ! Daß man stille lag , war die schnellste Art , vom Fleck zu kommen . Es handelt sich um eine Auseinandersetzung zwischen dem Geist zweier Rassen . Ich bin auf den Dampfer gestiegen , bin durch den Urwald gestampft , durch Schweiß und Entbehrung und Fieber gerannt , um den Weltgeist zu tippen . Ich komme im rechten Augenblick , um den Sieg des farbigen Gedankens zu erleben und meiner eigenen Rasse den Fuß auf den Nacken zu setzen ! Soll ich recht behalten mit meinem Wasserrade , dem Symbol der Gleichgültigkeit menschlicher Direktionen ? Sind wir falsch orientiert , tappen wir ins Blinde , sind wir monströse Wucherungen auf dem hellen Erkenntnisauge der Menschlichkeit ? Mein Fall liegt klar . Dies ist mein Fall , der Fall eines dreiundzwanzigjährigen Lebens , während dessen ich um den Augenblick eines vollkommenen Vergehens gebetet hatte . Leidenschaften und Genüsse zeigten mir einen blassen Schatten , zwischen ihnen und mir stand mein Gehirn , mittels des ich die altruistische Maschine virtuos und staunenswert beherrschte , aber nicht die kleinste Spur von Talent im Genießen bewies . Die Augenblicke des Versuchs hatten noch stets den untilgbaren Rest des Mißlingens geborgen , wo die Vorbereitung nahe an die Vorwegnahme herankam . Das Resultat , das für den Menschen angestrebt wurde , fraß den Menschen , setzte sich an seine Stelle und machte sich sein Glück botmäßig , statt ihm zu dienen . Bei diesen Tieren aber lag das Heil . Ihr Genie war einfach , es bestand darin , die Krankheit zu Genuß und Schönheit zu erheben . Das Glück , das unsere Humanität anstrebte , erreichte ihr Egoismus . Sie entfalteten sich einer an des anderen duldsamer Lust . Es gab Beispiele . Warum schlug Kelwa , der Künstler , Feigling und Pantoffelheld , Rulc , dieses seltsame Weib , dieses grausame Abbild eleganter Häßlichkeit , diese fashionable Inhaberin dreier tadelloser Eberzähne und Reißnägel in den Nüstern ? Warum liebe ich nun Aruki , die mich geohrfeigt hat