und mistete den Kaninchenkoben aus . Auch die Nebelkrähe bekam eine Lage frischen Strohes , die sie sich selbst mit wichtigem Gehabe zurechtlegte . Danach ging er an dem Graben entlang und zog die alte Bunge , die sein Vater noch mit unter den Stubben gesetzt hatte . Es war aber weder ein Hecht noch ein Schlei darin , nur ein großer Wasserbulle krabbelte an dem mittleren Reifen und sprang eilig ins Wasser zurück . Der Junge stellte das Netz auf einer anderen Stelle ins Wasser und ging nach dem Binnendeich , um sein Hütfaß zu überprüfen ; er zog den durchlöcherten Kasten , eine englische Hummerkiste , die sein Vater auf See eingezogen hatte und die nun vor dem Deichsiel im fließenden Wasser lag , aufs Trockne und überzeugte sich , daß die beiden Karauschen , die er drinnen hatte , noch springenlebendig waren . Damit waren seine Vormittagsämter eigentlich schon verwaltet . Was sollte er nun noch tun ? Wenn sein Vater da war , hatte er alle Hände voll : nun war er eigentlich arbeitslos . Weiterhin auf dem Deich , wo die Häuser wieder anfingen , spielten die Kinder , Jungens und Dierns , Ringelreihe und Tickfast . » Speel doch een beten mit de Kinner « , sagte die Mutter , die auf der Wurt stand und die Hühner fütterte , da ging er hin , um sich nicht andere Landarbeit aufladen und sah eine Weile zu . Sie fragten ihn , ob er mitspielen wolle , aber er sagte nein : mit Mädchen spiele er überhaupt nicht , er wäre doch kein Mädchenkönig ! Wenn sie Suhl oder Steckpfahl oder Hahnensehen mitspielen wollten , aber ohne die Mädchen , dann hätte er Lust ! Sie wollten aber lieber bei der Ringelreihe bleiben , - deshalb wurde es ihm bald über , da Gevatter zu stehen , und er kehrte ihnen den Rücken . Der alte Jäger begegnete ihm . Er hatte das Gewehr auf dem Nacken und den Sack mit den Lockenten auf dem Rücken und wollte wilde Enten schießen . Juno , der große , braungefleckte Hund , lief neben ihm her . Störtebeker tat , als sähe er ihn gar nicht , denn er dachte an die Schläge vom Abend vorher , aber der Alte hatte seine Wut verschnarcht und sagte vergnügt : » Meun , Klaus Störtebeker ! « Störtebeker dachte aber : snack , soveel du wullt , wat geiht mi dat an , - obgleich die Enten durcheinander schnatterten : meunmeunmeunmeun und er gern einmal in den Sack geguckt hätte , auch von Herzen gern mit auf die Jagd gegangen wäre . Als der Jäger vorbei war , setzte er sich auf das Rickels und wartete , daß einige von seinen Mackern kommen sollten , mit denen er in die Pütten oder nach der Wisch ziehen konnte . Niemand ließ sich blicken : die Mütter hielten sie fest , denn die Schustergeschichte hatte schon die Runde mit den Stutenfrauen gemacht , und auch die Reise über das Eis war schon bekannt geworden . Ihre Jungen sollten sich nicht mehr mit dem Buschräuber abgeben , riefen die Frauen einander zu . » Hein , du bliwst hier un geihst mi ne no den Neß no den Störtebeker , hest mi verstohn ? « » Jo , Mudder ! « In seiner Not nahm Störtebeker schließlich die Hechtschnarre zur Hand und lief mit dem Bambusstock grabenauf und grabenab , um einen Hecht zu erwischen , aber er hatte auch damit kein Glück . Es war nicht sonnig genug , die Hechte standen tief im Wasser und waren sehr scheu , sie schossen meistens schon in die Tiefe , wenn er näher kam . Einmal gewahrte er einen großen Hecht , der gut gegen die Sonne stand : behutsam tauchte er die goldige Drahtschlinge in das Wasser , ohne Wellenringe zu machen , und schob sie vorsichtig an den Fisch hinan . Es ging auch anfänglich gut : die Schnauze war schon in der Schnarre : wenn sie hinter den Kiemen war , wollte er rasch zuziehen und den Hecht aufs Land schnellen , aber da strich eine Krähe über die Erlen , und wo eben noch Muschi Pundsheek gestanden hatte , da lief nun ein Küsel im Wasser . » Du verdreihte Jakob du ! « rief Störtebeker ärgerlich und warf mit einem Kluten nach ihr , dann gab er die Feekfischerei auf und zog mit seinem runden Netz nach der Sielkule , um Stichlinge zu fangen . Das war lohnender : er ketscherte einen halben Eimer voll , weiße , dicke Weibchen und graue , dünne Männchen . Den größten Teil bekam die Mutter , die sie für die Hühner kochen wollte , den Rest aber machte er , auf der Bank unter den Linden sitzend , mit seinem Knief , seinem Puggenslachter , für Kluß zurecht , indem er die Köpfe und die Stacheln abschnitt . Die alte Krähe lebte ordentlich auf , als er ihr den Schmaus durch die Maschen des Kastens stopfte . Als er sich dann aber vor den Käfig auf den Haublock setzte und ihr ununterbrochen die drei Worte vorpredigte , die sie lernen sollte : » Höh , Klaus Mees ! « da sprang sie auf ihre Stange , hielt den Kopf schief , als wenn sie schwerhörig wäre , und öffnete mitunter verlangend den Schnabel , als wenn sie um weiter nichts als um neue Stichlinge verlegen wäre , sie krächzte auch einmal , aber zum Nachsprechen kam sie nicht , so eifrig der Junge sich auch um sie bemühte , denn er wollte seinen Vater nach getaner Reise damit überraschen : der sollte sich fix verjagen , wenn er in den Hof hineinging und es mit einem Male rief : Höh , Klaus Mees ! Eigentlich sollte die Krähe lernen : De Jung mütt no See ! - aber das sollte nun erst später eingeübt werden . Diesmal war die Geduld freilich