Begrüßungen erwiderte , die sich ihr entgegendrängten . Endlich nahte sich auch Waldemar mit erzwungener Fassung , sie und den Herzog zu begrüßen , der nicht von ihrer Seite wich . Ein kurzes Aufleuchten in Giulias Blicken sagte ihm ihren wahren Gruß , während sie sich kühl und förmlich vor ihm verbeugte . Der Herzog knüpfte alsbald ein Gespräch mit dem Prinzen an und setzte es mit dem größten Eifer fort , so daß Waldemar gezwungen war , bei ihm zu verweilen , wiewohl er sich in der peinlichsten Stimmung ihm gegenüber befand und schon wieder unter dem Bann der unwiderstehlichen Schönheit Giulias ungeduldig danach verlangte , ein paar vertraute Worte mit ihr wechseln zu können . Sie aber vermied ihn offenbar , entfernte sich immer weiter von dem Ort , wo er mit dem Herzog stand , plauderte , scherzte und lachte mit anderen Bekannten und schien in der heitersten und unbefangensten Stimmung . Die Augen des Herzogs folgten ihr , während er mit dem Prinzen sprach und richteten sich dann wieder forschend auf diesen , was dessen peinlichen Zustand noch vermehrte . Inzwischen hatte sich Giulia mit dem Kardinal in ein Gespräch eingelassen , das , wie immer zwischen ihnen , in einem Kreuzfeuer mutwilliger , geistvoller Scherze bestand . Endlich sagte die Herzogin , deren Blicke inzwischen am fernen Ende des Saales den Herzog mit dem Prinzen auf demselben Fleck gefunden hatten : » O , Eminenz , seinen Sie so überaus gütig und erlösen Sie den unglücklichen deutschen Prinzen aus der Gefangenschaft , in der ihn Camillo hält . Sie wissen , wenn der Herzog anfängt , über Pferde , Jagd oder derlei interessante Gegenstände zu sprechen , ist kein Ende abzusehen . Der junge Mann steht da , wie ein armer Sünder vor dem Beichtstuhl . « » Er hatte vielleicht auch einiges an Don Camillo zu beichten und Absolution von ihm zu erbitten , « versetzte der Kardinal , indem er die schöne Frau mit bedeutungsvollem Lächeln ansah . » Nun , dann lieber von Ihnen . Sie würden sie ihm gewiß nicht verweigern ; nicht so , Eminenz ? « erwiderte Donna Giulia , indem sie auch den Kardinal voll bezaubernder Anmut , gemischt mit feinster Ironie , ansah . » Ja , wenn das Vergehen nicht gegen das zehnte Gebot verstößt , « sagte der Kardinal und schüttelte mit scheinbarem Bedenken , aber innerlich voll Mutwillen , den Kopf . » O , Eminenz , was für ein Gedanke ! « rief die Herzogin , die ein wenig errötete und etwas rascher mit dem Fächer spielte . » Nun aber wirklich , ich bitte jetzt um Erlösung für den armen Gefangenen . « » Ah ! Dann muß ich ihn ja wohl in eine andere , freilich süßere Gefangenschaft führen , « versetzte der Kardinal , indem er wie voll Ergebung seufzte und nach einem lächelnden Seitenblick auf die Herzogin , den diese ebenso erwiderte , sich auf den Weg machte , um jenes Zwiegespräch zu unterbrechen . Inzwischen hatten die Blicke der Herzogin Rosa entdeckt , und längst des kleinen Anflugs von Eifersucht nicht mehr gedenkend , ging sie in der seligen Gewißheit ihres Sieges auf diese zu und sagte voll Herzlichkeit : » Sieh da , die junge Dichterin ! Ich habe Sie schon lange nicht mehr gesehen , denn ich war abwesend von Rom . Ich höre aber , wie sehr man Sie bewundert , alle Welt ist in Sie verliebt - in Ihre Anmut ebenso wie in Ihr Talent . Sie haben eine Legion Anbeter , mein Kind ! Nun , und Sie ? Ist Ihnen die Liebe noch ein Rätsel oder hat das kleine Herz seine Offenbarung gehabt ? « Sie sah Rosa mit ihrem reizend schelmischen Lächeln an . Diese , zuerst hingerissen von dem Zauber , den die Schönheit und Grazie Giulias auch auf Frauen übte , wurde bei dem direkten Angriff auf ihr heiligstes Geheimnis so betroffen , so verletzt , daß sie keine Antwort fand , zu Boden blickte , erst errötete , dann erbleichte . » Nun , nun , mein Kind , « sagte die Herzogin lachend , » erschrecken Sie nicht , es ist ja keine Sünde ! Sie hatten es damals noch nicht erfahren , und wenn die Flammensprache der Liebe Sie nun belehrt hat , so ist das ja ganz natürlich und das Schicksal jedes Herzens . Ah , Baron von Raden ! « rief sie diesem , der sich eben nahte , um sie zu begrüßen , entgegen : » Helfen Sie mir doch , von dieser unserer holden Muse zu erfahren , ob sie noch immer derselben Ansicht über die Liebe ist , wie sie es vor einigen Wochen war . Sie gehören ja auch zu ihren Anbetern ; sehen Sie nur , wie hübsch sie ist ! « » Wie der Abendstern neben der Sonne , « versetzte Raden , indem er erst das Mädchen liebevoll und dann die Herzogin mit feuriger Bewunderung ansah . » O , Baron , Ihr Vergleich hinkt ! « rief die Herzogin in vollem Lachen ; » wie kämen Abendstern und Sonne nebeneinander ? « » Ja , ich gestehe , ich habe mich etwas unastronomisch ausgedrückt , « erwiderte Raden , auch lachend ; » aber die Schönheit wirkt solche Wunder , daß sie auch die Naturgesetze bisweilen aufhebt , « fügte er hinzu , indem er sich in glühender Bewunderung vor der Herzogin verbeugte . » Da bringe ich den Gefangenen , « sagte der Kardinal , der eben mit dem Prinzen hinzutrat . » Don Camillo war gerade dabei , ihm einen Plan zur Austrocknung sumpfiger Strecken auf seinen Gütern zu entwickeln . Ich habe aber Seine Hoheit aus diesem Sumpf gerettet , « fügte er lachend hinzu , » und nun überliefere ich sie der schöneren Hälfte Don Camillos , die die ausgetrockneten Sümpfe mit Blumen überpflanzt . « » Der Kardinal und ich haben