nicht besser gesagt ? Warum warst du gleich still ? ... Ich bin still , wenn ich recht hab , weil ' s mich freut , wenn die Leut so dumm sind , und ich mir dann so gut denken kann : Ihr Esel ! - Aber du brauchst das nicht . « » Ja ich ! ich bin auch still , nicht aus Trotz und Hochmut wie du - aus Demut und Selbstüberwindung . « Sie warf sich in die Brust , und ihr Gesichtchen leuchtete vor Stolz : » Damit die Engel im Himmel ihre Freude an mir haben . « Nachdem sie sich an der Bewunderung geweidet , mit der er sie ansah , fuhr sie fort : » Pavel , ich darf unserer Mutter nicht schreiben , aber du schreibe ihr ; schreibe ihr , daß ich immerfort für sie bete und nichts anderes werden will als eine Heilige ... Ja ! ... und daß ich auch für sie sorge , schreibe ihr , und mir alle Tage etwas abbreche für sie und alle Tage wenigstens ein gutes Werk tue für sie ... Und du , Pavel « , unterbrach sie sich , faßte ihn an beiden Schultern und fragte : » Was tust du für unsere Mutter ? « » Ich ? « lautete seine Antwort , » - ich tu halt nichts . « » Ach geh ! du wirst schon etwas tun ... « » Was soll ich tun ? - ich weiß nicht was . « » So sag ich dir ' s ! - Du sollst dran denken , was die Mutter anfangen wird , wenn sie heimkehrt : Wohin soll sie gehen , wo soll sie wohnen , die arme Mutter ? « Und nun kam Milada mit einem ganz fertigen Plan , der darin bestand , daß Pavel einen Grund kaufen und für die Mutter ein Haus bauen müsse . Er ärgerte sich : » Wie soll denn ich ein Haus bauen ? Ich hab ja kein Geld . « » Aber ich habe ! « rief das Kind . » Wart , ich bring dir ' s ... bleib ruhig sitzen und wart . « Eilends flog sie davon ; lange jedoch dauerte es , eh sie wiederkam . Die Pförtnerin folgte ihr und hielt einen Gegenstand , den Milada in der Hand trug , scharf im Auge : » Halt « , sprach die Klosterfrau , » was wollen Sie damit tun ? « » Ich schenk es meinem Bruder , ich hab Erlaubnis von der ehrwürdigen Mutter . « Die Pförtnerin betrachtete das Kind mißbilligend , fragte gedehnt : » Wirklich ? « und zog sich langsam mit leise gleitenden Schritten zurück . Milada schwang triumphierend einen gestrickten Beutel , durch dessen weite Maschen es hell und silbern blinkte . Er enthielt ihre Ersparnisse , das von der Frau Baronin erhaltene und gewissenhaft zurückgelegte Wochengeld , im ganzen vierunddreißig Gulden . Daß man damit noch keinen Grund kauft und noch kein Haus baut , leuchtete sogar dem geschäftsunkundigen Pavel ein ; aber es war doch ein Anfang , es war doch ein Eigentum , an das sich die Hoffnung , es zu vergrößern , knüpfen ließ . Die Kinder berieten , wie das geschehen solle , und Milada kam bald darauf , daß ihr Bruder fleißig arbeiten und etwas verdienen müsse . Pavel aber meinte : » Wie soll denn ich etwas verdienen ? Solang ich beim Hirten bin , kann ich nichts verdienen ... Ja ! « rief er - » ja wenn ... « Ein Gedanke war in ihm aufgetaucht , und dieses ungewöhnliche Ereignis versetzte ihn in fieberhafte Erregung - » wenn ich hierbleiben dürft , sie haben ja eine Wirtschaft , die Klosterfrauen ... wenn sie mir etwas zu tun geben möchten in der Wirtschaft ... « » In der Wirtschaft ? « fragte Milada und machte große Augen . » Wenn sie mir einen Dienst gehen möchten « , fuhr er fort , » bei den Ochsen , bei den Pferden , bei den Kühen oder so etwas , daß ich hierbleiben könnt , daß ich nur nicht ins Dorf zurück müßt . « Er faßte ihre Hände und beschwor sie , seine Fürsprecherin bei den Klosterfrauen zu sein . Nachdem seine träge Phantasie einmal begonnen hatte , ihre Schwingen zu entfalten , flog sie beharrlich fort und trug ihn immer höher empor . Ein so ausgezeichneter Knecht wollte er werden , daß die Beförderung zum Aufseher und dann zum Meier nicht lange auf sich warten lassen könnte . Von dem Geld , das er verdiente , wollte er daheim im Dorf ein Haus für die Mutter bauen . Die sollte nur dort wohnen , er blieb in der Nähe seiner Schwester , und wie er sie heute sah und sprach , so würde er sie dann sehr oft sehen und sprechen , und wenn das sein könnte , dann wäre er glücklich , wäre brav , aus wäre es mit der Schlechtigkeit , mit der Dieberei , aus mit der - Pavel ballte die Faust gegen ein unsichtbares Wesen : mit der Vinska , wollte er sagen , doch überkam es ihn , als dürfe er den Namen in Gegenwart seiner Schwester nicht aussprechen . Das Kind schmiegte sich an ihn , machte keine Einwendung , hörte seiner Erzählung wie der des schönsten Märchens zu und setzte manchmal noch ein Licht auf in dem freundlichen Bilde , das er entwarf . » Ja , du wirst der Meier sein und ich die Heilige ! « hatte die Kleine eben freudig ausgerufen ... da ertönte laut und lange fortgesetzt , aus der Ferne erst , dann näher und näher der Schall einer Glocke . Milada seufzte tief auf . » Das Zeichen « , sagte sie . » Was für ein Zeichen ? « » Daß du fortgehen mußt . « » Ich geh aber nicht ! Du hast ja selbst