nickte dem Burschen freundlich zu und lief ein paar Schritte , dann hielt sie inne und kam bedächtig zurück . » Laß ' s doch lieber sein « , sagte sie . » Ja , warum denn aber ? « » Armer Hascher , am End reuet dich der ganze Handel . « » Mich nit , da drauf gib ich dir mein Wort . « » Laß gscheiterweis mit dir reden , Toni . Jetzt , wo ich wohl glauben muß , daß du ' s ehrlich meinst , wär es von mir nit rechtschaffen , wenn ich dir verhehlen tät , was mir eben für Bedenken durchn Kopf schießen . Bevor sich nit d ' schicksame Glegenheit findt , wo du dein Vadern herumzkriegen glaubst , können wir uns nit offen als Liebsleut zeigen , denn was ihm bis dahin verschwiegen bleiben soll , dürfen wir nit in der Leut Mäuler bringen ; wir müssen also heimlich zueinand halten . Gelt ja ? « Toni nickte . » Und da is ' s wohl nit gut möglich , daß ich , ohne ein Aufsehn z ' machen und ein aufdringlichs Gefrag zu wecken , ' n Muckerl , so mir nix , dir nix , abweis , und du kannst auch nit verlangen , daß ich ' s tu , solang die Sach noch in Lüften hängt ; denn ein wie fests Zutraun du auch haben magst , so is uns ein rechter Ausgang doch nit verbrieft . Gelt nein ? So is wohl für all Fäll besser , ich laß den Bubn noch weiter neben mir herzotteln und tu dazu nix dergleichen . « » O nein ! Mußt mich nit für gar so einfältig halten ! « brauste der Bursche auf . » Wann du die Meine sein willst , leid ich nit , daß ein anderer an dich rührt . « » Mein lieber Toni , da hast du nix z ' leiden , das müßt wohl vorerst ich , und daß d ' derhalbn ganz sichergehst , so sag ich dir : sowenig ich mir den Bubn hab nah kommen lassen und nah kommen ließ , bevor ich ihm nit als Weib anghör , ebensowenig sollst du mir nah kommen , bevor ich nit als Bäurin afm Sternsteinhof sitz ! Is dir das nit anständig , meinst du ' s anders , so magst dein Gschrift nur bhalten ! « » Af Ehr und Seligkeit ! Leni , einer anderen trauet ich nit soviel , aber du darfst dir schon alls herausnehmen gegn mich ! Tu , wie d ' glaubst und für recht haltst ; dem , was mich dabei verdrießt , muß ledig ich nach einm End sehn ; sei nur freundlich zu mir , gib mir öfter Glegenheit , daß ich dich sehen und hören mag und bei ' n Händen fassen kann - « Sie standen Hand in Hand und lächelten sich an . Da zog die Dirne die Hände zurück und sagte : » Morgen is auch ein Tag . Morgen beredn wir ' s andere . Aber weil d ' mein braver Bub sein willst und weil d ' so willig Vernunft angnommen hast - ich bin sonst wohl gar nit freigebig - doch geh her , sollst ein Lohn dafür habn . « Sie schlang ihm den Arm um den Nacken und preßte ihre Lippen auf die seinen , dann lief sie eilig auf und davon . Toni ging an den Bach , er taumelte , als er den Steg überschritt , so daß er ärgerlich auflachte , dann ging er , wie träumend , über die Wiese dem Sternsteinhofe zu . Von der Höhe sah er , ferne auf der Straße unten , verschwindend klein , die Gestalt der Dirne sich hastig fortbewegen , und manchmal schien ihm , als unterbräche ein Sprung oder ein Stolpern die Gleichmäßigkeit ihrer Schritte . In der nächstnächsten Nacht , als die alte Zinshofer eingeschlafen war und » Holz zu sägen « begann , erhob sich Helene vom Lager , trat an das Fenster , zu dem der Vollmond hereinschien , und griff nach einer bereitgehaltenen Nadel ; sie nähte an einem kleinen Leinwandtäschchen , fügte eine Schnur daran , und nachdem sie das Anhängsel um den Hals genommen , schlüpfte sie wieder unter die Decke . Sie schlief unruhig , und wenn sie halbwach nach dem Täschchen griff , so knitterte das , als ob es ein Papier enthielte . Es umschloß auch ein solches - das Eheversprechen des Toni vom Sternsteinhof . VII Schon einige Male hatte die Sepherl , wenn sie vom oberen Ende nach dem unteren kam , um Helene aufzusuchen , diese nicht daheim getroffen . Die alte Zinshofer sagte , sie wäre in den toten Wald gegangen , und lachte über die närrische Dirn , die jetzt fast jeden andern Tag dahin liefe , Klaubholz sammeln , wobei sie immer für einen gesunden Span hundert mit Wurmmehl heimbrächte ; aber besser sei doch , sie tue etwas , wenn sie damit auch nichts richte , als sie möcht gar faulenzen und etwa auf dumme Gedanken gebracht werden . Eines Tages aber setzte sich ' s Sepherl in den Kopf , die Kameradin wiederzusehen , und entschloß sich , selbe auf dem Heimweg oder an Ort und Stelle zu überraschen . Sie ging nach dem toten Walde . Die lange Strecke bis hin hatte sie keine Begegnung , doch als sie vor den Tannen stand und eben beide Hände hohl vor den Mund legte , um durch einen lauten Ruf ihre Anwesenheit und Wartestelle der Gesuchten kundzugeben , da krachten im Gehölze dürre Zweige unter nahenden Tritten . Sie ließ erschreckt beide Arme sinken , als sie an der Seite Helenens den Toni vom Sternsteinhof herankommen sah . Der Bursche duckte sich allerdings sofort hinter die Stämme , aber es war zu spät , um nicht bemerkt zu werden . Helene schritt auf Sepherl zu