Knieen trug , willkommen , wenn dieser ihn noch kennen will ' « Gregor warf sich noch einmal an die Brust des treuen Dieners seiner Familie . » Sage , Jan der Palikare , Jan der Rächer , wie Dich jedes wahre griechische Herz dort unten nennt . Was geht mich Dein Name an , Dein Thun , oder daß Du vogelfrei im Kampf mit den Unterdrückern unsers Volks bist , und an Deinen Händen Blut klebt ! Ist es nicht auch das Blut , das Du vor einunddreißig Jahren zu unserer Vertheidigung vergossen , bist Du nicht der Waffendiener meines Vaters , der mit ihm das Schiff des blutigen Wüthrichs gegen die Wolken sprengte , als diese ihre Blitze vergessen hatten gegen die tausendfachen Greuel ! Es ist wahrlich eine Segnung der Heiligen in meinem Kummer , daß ich in diesem Augenblick einen Mann finde , der der Freund meiner Kindheit war , wie ich den Freund meiner Jünglingsjahre wieder gefunden ! « Er reichte Beiden die Hand , die der Bandit trotz der Abwehr Gregor ' s leidenschaftlich küßte . Dann zog der Mann des Bluts und der Verbrechen den Wiedergefundenen zu sich nieder an ' s Feuer und begann mit einer Hast und Unermüdlichkeit der Zunge , die dem Griechen , namentlich der untern Klassen eigen ist , ihm hundert Fragen über das Schicksal der Familie vorzulegen , während der Deutsche ein stummer , aber aufmerksamer Zuhörer der unerwarteten Scene blieb . » Aber sage mir , Janos , « unterbrach endlich Caraiskakis den Strom der Fragen , - » wie kommst Du hierher ? Wir glaubten Dich todt nach der letzten Nachricht , die wir von Dir erhalten , und betrauerten Dein Andenken . « » Du weißt , Herr , « erzählte der Räuber , » daß ich an der Seite Deines tapfern Vaters am Piräus fiel , als wir fünf Jahre nach dem Blutbad von Chios unter Richard Church den Ersatz der Akropolis versuchten . Mein Leib deckte den theuren Leichnam und zeigte noch die Spuren der drei tiefen Wunden , die ich erhielt . Wie ich gehört habe , ziert ein Denkmal die Stelle , wo mein Herr für die Freiheit und das Kreuz am 4. Mai blutete . Mögen die Heiligen ihm im Paradiese gnädig sein ! Als ich erwachte , lag ich nackt und bloß auf dem Schlachtfeld . Ein fränkischer Arzt erbarmte sich meiner , - schon damals im heiligen Kampf des Kreuzes gegen den Halbmond hatten sich ja Christen unsern Feinden verkauft ! - und verband meine Wunden . Wider das eigene Hoffen genas ich , und mit hundert anderen Unglücklichen schickte mich Ibrahim Pascha als Siegesbeute seinem Vater nach Egypten . Dort litt ich fünf Jahre , was ein Sclave leiden kann , bis ich im Krieg des Vicekönigs gegen den Sultan mit nach Syrien geschleppt wurde . In dem Gewühl des Sieges von Konieh gegen Reschid Pascha gelang es mir , zu entkommen , - ich bettelte und schlug mich durch , bis ich die blauen Ufer unsers schönen Meeres mit seinen grünen Inselsternen wieder sah , und kam nach Chios . Zehn lange Jahre hatten nicht gereicht , die Spuren jener schrecklichen Verwüstung zu verwischen . Die herrliche Insel , des großen Homer Geburtsstätte , hatte man in den Händen der Ungläubigen gelassen , die Inglesi tragen die Schuld daran , wie ich mir sagen ließ , jenes Volk von Kaufleuten , das jetzt wieder auf der Seite unserer Unterdrücker steht , jetzt , wo der große Czaar im Norden das ganze Griechenland frei machen will von der Herrschaft der Ungläubigen . Deshalb hasse ich die Nation , ich speie auf die Gräber ihrer Väter ; denn Nichts sind sie besser , als die Moslems selber . « » Hier hören Sie eine Stimme des Volks , « winkte Caraiskakis dem Freunde . » Wie aus dem Munde dieses Verbannten und Geächteten , so tönt es überall , wo Hellenen wohnen und Jeder träumt von einer neuen Aera des byzantinischen Reichs . « » Auf Chios , « fuhr der Räuber fort , » war meines Bleibens nicht mehr . Vergeblich forschte ich nach der Familie meines Herrn . Der neue Name Deiner Mutter verbarg mir die Spur . So ging ich auf ' s Festland zurück und gewann mein Brot in Smyrna als Kameeltreiber bei den Karavanen , die aus dem Innern von Syrien und Turkomannien die Früchte und Teppiche bringen . Ich hatte Weib und Kind , - eine Tochter von sechszehn Sommer , und bei Sanct Polycarp dem Märtyrer , es war ein schönes und gutes Kind . Ich wohnte damals mit meiner Familie in Tschardak am Tschernek-Su , nährte mich redlich und friedlich und zahlte regelmäßig mein Kopfgeld . Ein junger Mann unsers Glaubens sah mein Kind und begehrte es zur Ehe . Der Tag der Hochzeit war bestimmt , da reitet der Musselim1 an unserm Hause vorbei und sieht Nausika , die ihm Milch reichen muß . Am andern Tage läßt er mein Weib rufen , - ich war gerade mit den Karavanen nach Smyrna , - und frägt sie , ob sie ihm die Tochter verkaufen wolle . Mein Weib erschrickt und bittet ihn , abzustehen , da das Mädchen verlobt sei und man bloß meine Rückkehr erwarte , um sie in das Haus ihres Gatten zu führen . Der Musselim aber streicht sich den Bart , spricht , er brauche ein schönes Weib als Geschenk für seinen Gönner , den Mehemet Pascha in Stambul , und wenn sie das Kaufgeld nicht nehmen wolle , werde er das Mädchen umsonst holen . Darauf schickte er nach Vaso , meinem Eidam , steckt ihn trotz seines Glaubens unter den Nizam2 und sendet ihn noch am selben Tage mit einer Schaar fort . Am Abend aber holen seine Khawassen das Mädchen , und als mein Weib stehend folgt bis an die Schwelle seines Hauses , mißhandeln sie die Aermste mit Stockschlägen ,