, plagt mich mit tobenden Gläubigern , hetzt mir alle Windhunde der Literatur auf den Leib und alle Erzengel der Gerechtigkeit - es wird mir einerlei sein ; nur bringt mich nicht um die Liebe der Weiber ! - Oh , ein Weib kann entsetzlich sein . Wehe , wenn eine schöne Frau dir Rache geschworen ! Du bist verloren ; sie wird dich verderben . Lachen magst du , wenn sie mit dem kleinen Fuße den Boden stampft ; lachen , wenn sie die Lilienfinger zu zorniger Faust ballt ; lachen , wenn sie errötet bis über den Busen ; lachen , wenn ihre Augen Schmerz und Erbitterung funkeln ; lachen , wenn sie gebrochnen Lautes dich verflucht und verdammt , und lachen , wenn sie groß , schlank und gebieterisch sich erhebt , um dir höhnisch die blendenden Zähne zu zeigen . Ja , lachen magst du für einen Augenblick , für einen Monat , für ein Jahr ; aber kommen wird endlich der Tag , wo ihr Zorn dich erreicht , wo sie mit grausamen Händen dein zitterndes Herz packt , wo sie dein Herz aus der ruchlosen Brust reißt und das blutrote Herz helljubelnd in die Luft wirft und es wieder auffängt wie einen Ball , ja , Ball mit deinem Herzen spielt , bis es gebrochen und verblutet ist , dein armes blutrotes Herz ... Herr von Schnapphahnski hatte nicht das Glück , von einer schönen jungen Frau gehaßt zu werden , was aber noch weit schlimmer war : es haßte ihn eine Frau , die früher einmal schön und jung gewesen . Von München hatte sich unser Ritter nach Wien gewandt . Es war im Februar 1840 . Voran eilten ihm wieder Graf K. und General R. , die bankrotten Genossen der spanischen Kriege , um ihrem Herrn und Meister den Weg zu bereiten . Wenn sie den Ruhm unseres Helden in München ausgeflüstert hatten , so suchten sie ihn in Wien auszuposaunen . Alle Springfedern wurden wieder in Bewegung gesetzt . Graf K. und General R. wetteiferten in Erfindung der märchenhaftesten Aventüren . Ein Louvet hat seinem Chevalier keine interessanteren Streiche angedichtet als die beiden Landsknechte des Don Carlos unserem trefflichen Junker . Weit vor den Gaskonaden der beiden sinnreichen Herolde flog indes unserm Ritter ein solcher Ruf von Unausstehlichkeit und Impertinenz , von Indiskretion und Effronterie vorher , daß sich schon längst , ehe er in Wien eintraf , eine wahre Ligue in der Wiener Gesellschaft gebildet hatte , die fest entschlossen war , unsern Helden weder zu sehen noch zu empfangen . Die Geschichte mit der Gräfin S. , die jedermann bekannt war , trug viel zu dieser allgemeinen Abneigung bei . Man fragte sich erstaunt , wie es ein Edelmann noch wagen könne , öffentlich aufzutreten , wenn er sich jeden Augenblick den Stöcken der gräflichen Lakaien aussetzen müsse , und mit stillem Hohngelächter sah man der Ankunft des Ritters entgegen . Endlich erschien er , schön wie immer . » Zierlich saß ihm Rock und Höschen , Doch noch zierlicher die Binde . - « Beau Brummell , der Dandy König Georgs IV. , tändelte nicht koketter durch das Drawing-room seines Herrn als Herr von Schnapphahnski durch die Wiener Gassen . Aber ach , vergebens war alle Liebenswürdigkeit unseres Ritters . Umsonst ließ er alle Minen springen . Das ganze Pulver seiner Frechheit verschoß er Schuß auf Schuß ; aber er schoß keine Bresche in die Wiener Gesellschaft . Ein einziger Mann , ein Löwe der Wiener Salons , Fürst H ... , nahm sich zuletzt aus Mitleid seiner an , und vielleicht hätte der große Kredit dieses Mannes ihn » durchgesetzt « , wenn sich nicht plötzlich wieder eine andere Jugendsünde unseres Helden , ganz im Stile seines Abenteuers mit Carlotten , auf eine schreckliche Weise an ihm gerächt hätte . Die kleine Historie , die wir jetzt erzählen werden , greift so tief in das Wiener Leben ein und berührt so weltbekannte Personen , daß wir uns , um nicht indiskret zu werden , lieber aller Ausschmückungen enthalten wollen , um uns rein an die vorliegenden , von sehr guter Hand geschriebenen Aktenstücke zu halten . Prahlend hatte nämlich einst ein Herr von Schnapphahnski bei seinem Aufenthalt in Paris einigen Freunden das Porträt der Fürstin ... , der Gemahlin jenes Mannes , vorgezeigt , der noch bis vor kurzem die Geschicke so vieler Völker in seinen Händen hatte und der vielleicht in diesem Augenblicke mit dem alten Usurier der Tuilerien auf dem Schachbrett jenes Spielchen wieder aufnimmt , was er auf dem Felde der Politik jüngst so schmählich verlor . Herr von Schnapphahnski rühmte sich , daß er in der Gunst dieser Dame gestanden habe . » Die Fürstin , hinlänglich blasiert darüber , wenn man sich ihrer Liebesgunst rühmte , wo diese wirklich gespendet wurde , wollte es gleichwohl nicht dulden , daß ihr Ruf leide , wo sie keine Gegenleistung erhalten hatte . « - Ich führe diese Passage wörtlich aus den vorliegenden Manuskripten an , da sie von zu köstlicher Naivität ist , als daß auch nur ein Jota daran verändert werden dürfte . Wohl zu merken : die Fürstin will ihrem Gemahle nur deswegen keine Hörner von unserm Ritter aufgesetzt wissen , weil sie keine » Gegenleistung « von ihm erhalten hat ! Gibt es eine feinere Wendung des Stiles ? Gegenleistung , ja , Herr von Schnapphahnski , Gegenleistung ! Prägen Sie sich das tief ins Gedächtnis . Gegenleistung ! that ' s the job ! Leisten Sie etwas , Herr von Schnapphahnski . Um Gottes willen , leisten Sie etwas , ehe Sie sich Ihrer Eroberungen rühmen , sonst wird man auf allerlei seltsame Vermutungen kommen . Man verlangt nicht von Ihnen , daß Sie ein Maximin sind , ein Mann wie jener kräftige Jüngling in goldener Rüstung , von dem alle römischen Damen Mutter zu werden wünschten und der auch viele Schmachtende zu trösten wußte , ehe sein abgeschlagenes Haupt