Stiefeln , die ich eigens zu diesem Zwecke hatte machen lassen , in den tiefen Schnee der Wege , die zu den Höhen , auf die wir wollten , führten , die aber nur im Sommer betreten wurden , die jetzt keine Spur zeigten , und die wir nur fanden , weil wir der Gegend sehr kundig waren . Wir gingen mehrere Stunden in diesem tiefen Schnee , dann kamen Wälder , in denen er niederer lag , und durch welche das Fortkommen leichter war . Viele Gerölle und schiefliegende Wände , die nun folgten , zeigten ebenfalls weniger Schnee als die Tiefe , und es war über sie im Winter leichter zu gehen , als ich es im Sommer gefunden hatte , da die Unebenheiten und die kleinen scharfen Riffe und Steine mit einer Schneedecke überhüllt waren . Als wir die ersten Vorberge überwunden hatten und auf die Hochebene der Echern gekommen waren , von der man wieder den blauen See recht tief und dunkel in der weißen Umgebung unten liegen sah , machten wir ein wenig Halt . Die Oberfläche der Echern oder die Hochebene , wie man sie auch gerne nennt , ist aber nichts weniger als eine Ebene , sie ist es nur im Vergleiche mit den steilen Abhängen , welche ihre Seitenwände gegen den See bilden . Sie besteht aus einer Großen Anzahl von Gipfeln , die hinter und neben einander stehen , verschieden an Größe und Gestalt sind , tiefe Rinnen zwischen sich haben , und bald in einer Spitze sich erheben , bald breitgedehnte Flächen darstellen . Diese sind mit kurzem Grase und hie und da mit Knieföhren bedeckt , und unzählige Felsblöcke ragen aus ihnen empor . Es ist hier am schwersten durchzukommen . Selbst im Sommer ist es schwierig , die rechte Richtung zu behalten , weil die Gestaltungen einander so ähnlich sind , und ein ausgetretener Pfad begreiflicher Weise nicht da ist : wie viel mehr im Winter , in welchem die Gestalten durch Schneeverhüllungen überdeckt und entstellt sind , und selbst da , wo sie hervorragen , ein ungewohntes und fremdartiges Ansehen haben . Es sind mehrere Alpenhütten in diesem Gebiete zerstreut , und es befinden sich im Sommer Herden hier oben , die aber , wie zahlreich sie auch sind , in der Großen Ausdehnung verschwinden und sich gegenseitig oft Monate lang nicht sehen . Wir wünschten noch beim Lichte des Tages über diese Erdbildungen hinüber zu kommen , und hatten vor , zur Einhaltung der Richtung uns gegenseitig in unserer Kenntnis der Riffe und der Hügelgestaltungen zu unterstützen und uns die entscheidenden Bildungen wechselseitig zu nennen und zu beschreiben . Am oberen Ende der Hochebene , wo wieder die größeren Felsenbildungen beginnen und das Verirren weit weniger möglich ist , steht im Bereiche großer Kalksteinblöcke eine Sennhütte , die Ziegenalpe genannt , welche das Ziel unserer heutigen Wanderung war . Am Rande der Bergansteigung und dem Anfange der Hochebene , wo wir jetzt waren , setzten wir uns nieder . Es liegt da ein großer Stein , der beinahe ganz schwarz ist . Er ist nicht nur dieser Farbe willen an sich merkwürdig , sondern besonders darum , weil er durch eben diese Farbe , dann durch seine Größe und seine seltsame Gestalt von weitem gesehen werden kann , und denen , die von der Ziegenalpe durch die Hochebene abwärts kommen , zum Zeichen und , wenn sie bei ihm angelangt sind , zur Beruhigung des richtig zurückgelegten Weges dient . Weil vielen , die auf der Hochebene sind , Sennen , Alpenwanderern , Jägern , der Stein ein Versammlungsort ist , so findet sich von ihm ab schon ein merkbar ausgetretener Pfad , und man kann die Richtung zu dem See hinab nicht mehr leicht verfehlen . Auch ist die gegen Sonnenaufgang überhängende Gestalt des Felsens geeignet , vor Regen und heftigen Westwinden zu schützen . Als wir bei ihm angelangt waren , sahen wir freilich keine Spur eines Menschen rings um ihn ; denn unberührter Schnee lag bis zu seinen Wänden hinzu , und er stand noch einmal so schwarz aus dieser Umgebung hervor . Wir fanden aber auf kleineren Steinen , die unter seinem Überdache lagen , und auf die der Schnee nicht hereingefallen war , Raum zum Sitzen , und folgten dieser Einladung willig , da sich schon Ermüdung eingestellt hatte . Kaspar schnallte die Umhüllungen der Decken auseinander und holte zwei leichte , aber wärmende Pelze und andere Pelzsachen hervor , die ich dazu bestimmt hatte , unsere Körper und Füße , die im Wandern sich sehr erwärmt hatten , in der Ruhe vor Verkühlung zu schützen . Als wir diese Pelzdinge umgetan hatten , schritten wir dazu , uns durch Speise und Trank zu erquicken . Etwas Wein und Brod reichte zu dem Zwecke hin . Ich betrachtete , nachdem unser Mahl vollendet war , den Wärmemesser , welchen ich gleich nach unserer Ankunft an einer freien Stelle auf meinen Alpenstock aufgehängt hatte , und zeigte meinem Begleiter Kaspar , daß die Wärme hier oben größer sei , als wir sie gestern zu gleicher Tageszeit unten in der Ebene des Sees gehabt hatten . Die Sonne schien sehr kräftig auf den Schnee , es wehte kein Lüftchen , an dem grünlich blaulichen Himmel lagerten nur ein paar sehr dünne weißliche Streifen . Auch konnte man von dem Steinvorsprunge , von dem aus der See zu erblicken war , fast deutlich wahrnehmen , daß unten nicht nur die dichtere , sondern auch kältere Luft liege . Denn so deutlich und klar der See zu erblicken war , so zog sich doch an den weißen oder weißgesprenkelten Wänden desselben ein feiner , blaulich schillernder Dunst hin , zum Zeichen , daß dort unsere obere , wärmere Luft mit der unteren , schon seit längerer Zeit über dem See stehenden kälteren zusammengrenze , und sich da ein sanfter Beschlag bilde . Ich schaute nur noch auf den Feuchtigkeitsmesser und den des Luftdruckes , dann