helfen und mich führen zu lassen . Jetzt fühle ich , daß ich es nicht mehr hassen werde . ” Ich legte meine Hand nicht gern in die eines Dieners , aber es ist angenehm , sie von Johanna ' s kleinen Fingern umschlossen zu fühlen . Ich zog die äußerste Einsamkeit der beständigen Gegenwart der Diener vor : aber Johanna ' s beständige Wartung wird eine ununterbrochene Freude sein . Johanna ist mir angemessen : bin ich ihr auch angemessen ? ” " Bis zur feinsten Fiber meiner Natur , Herr . “ " Da die Sache so steht , so haben wir auf Nichts in der Welt zu warten : wir müssen augenblicklich getraut werden . " Lebhaftigkeit zeigte sich in seinem Ausdruck und in seinen Worten : sein früherer Ungestüm war zurückgekehrt . " Wir müssen ohne Aufschub ein Fleisch werden , Johanna : wir haben nur um die Dispensation nachzusuchen und dann verheirathen wir uns " " Herr Rochester , ich habe eben entdeckt , daß die Sonne schon weit von ihrem Höhenpunkte niedergesunken ist , und Pilot hat schon den Rückweg angetreten , um zu seinem Mittagsessen zu gehen . Lassen Sie mich nach Ihrer Uhr sehen . " " Befestige Sie an Deinem Gürtel , Hannchen , und behalte sie von jetzt an : ich bedarf ihrer nicht . " " Es ist beinahe vier Uhr Nachmittags , Herr . Empfinden Sie keinen Hunger ? " " Der dritte Tag von heute an muß unser Hochzeitstag sein , Johanna . Denke jetzt nicht an schöne Kleider und Zuweilen : das Alles ist keinen Strohhalm werth . ” " Die Sonne hat alle Regentropfen aufgetrocknet . Der Wind hat sich gelegt und es ist sehr warm . " " Denke nur , Johanna , ich habe Dein kleines Perlenhalsband in diesem Augenblick um meinen braunen Hals unter meinem Halstuch ! Ich habe es immer getragen seit dem Tag , wo ich meinen einzigen Schatz verlor , als Andenken an Dich . ” “ Wir wollen durch den Wald heimgehen : das wird der schattige Weg sein . ” Er setzte seine eigenen Gedanken fort , ohne auf mich zu achten . “ Johanna , ich denke , Du hältst mich für einen Kerl ohne Religion : aber mein Herz schwillt gerade jetzt von Dankbarkeit für den gütigen Gott . Er steht nicht wie Menschen sehen , sondern viel klarer : urtheilt nicht wie Menschen urtheilen , sondern viel weiser . Ich hatte Unrecht : ich wollte meine unschuldige Blume beflecken - ihre Reinheit mit Schuld belasten : der Allmächtige entriß sie mir . In meiner halsstarrigen Widersetzlichkeit verfluchte ich fast die Fügung : anstatt mich dem Beschlusse zu beugen , trotzte ich ihm . Die göttliche Gerechtigkeit verfolgte ihren Weg ; das Mißgeschick drängte sich dicht um mich : ich war genöthigt , durch das Thal der Schatten des Todes zu gehen . Seine Züchtigungen sind mächtig , und eine traf und demüthigte mich auf immer . Du weißt , ich war stolz auf meine Stärke : aber was ist sie jetzt , wenn ich sie fremder Leitung überlassen muß , wie das Kind seine Schwäche ? In der letzten Zeit , Johanna , — erst in der letzten Zeit — begann ich die Hand Gottes in meinem Unglück zu sehen und anzuerkennen ; ich empfand Reue und hegte den Wunsch der Aussöhnung mit meinem Schöpfer . Ich fing zuweilen an zu beten : sehr kurze Gebete waren es , aber sehr aufrichtig . Erst vor einigen Tagen : — ja ich kann sie zählen , es sind vier — es war in der Nacht am letzten Montag — befiel mich eine seltsame Stimmung , wo der Wahnsinn durch Kummer ersetzt wurde . Ich hatte lange den Gedanken gehabt , wenn ich Dich nirgends finden könnte , müßtest Du todt sein . Spät an jenem Abend — vielleicht zwischen elf und zwölf Uhr — flehte ich , ehe ich mich zu meiner unerfreulichen Ruhe begab , inbrünstig zu Gott , wenn es ihm gut scheine , so möge er mich bald aus diesem Leben nehmen und in jene künftige Welt versehen , wo ich die einzige Hoffnung hegte , Johanna wiederzusehen . Ich war in meinem Zimmer und saß am Fenster , welches offen war : es beruhigte mich , die balsamische Nachtluft zu fühlen , obgleich ich keine Sterne sehen kennte , und nur die Gegenwart des Mondes wie einen undeutlichen leuchtenden Nebel wahrnahm . Ich sehnte mich nach Dir , Johanna ! ich sehnte mich nach Dir mit Seele und Fleisch ! Ich fragte Gott in Qual und Demut , ob ich noch nicht lange genug verlassen , trostlos und gequält gewesen und nicht bald wieder Segen und Frieden kosten dürfe . Ich gestand ein , daß ich Alles verdiene , was ich erduldet habe — ich schützte vor , daß ich kaum mehr erdulden könne ; und der Anfang und das Ende der Wünsche meines Herzens kam unwillkürlich von meinen Lippen in den Worten : Johanna ! Johanna ! Johanna ! " " Sprachen Sie diese Worte laut ? ” " Ich that es , Johanna . Wenn mich Jemand gehört hätte , würde er mich für verrückt gehalten haben , mit so wahnsinniger Kraft sprach ich sie aus . " " Und es war am letzten Montag Abend , nicht lange vor Mitternacht ? " “ Ja , aber die Zeit ist von keiner Bedeutung : was darauf folgte , ist das Seltsame . Du wirst mich für abergläubisch halten - einigen Aberglauben habe ich in meinem Blut und hatte ihn stets ; dennoch ist dies wahr- wahr wenigstens ist es , daß ich hörte , was ich jetzt erzähle . — Als ich Johanna ! Johanna ! Johanna ! rief , da antwortete mir eine Stimme - ich kann nicht sagen , woher sie kam , aber ich wußte , wessen Stimme es war : Ich komme : warten Sie