. » Dein Tribun läßt melden : Bessas gibt nicht nach : - schon ist das Blut deiner Legionare am tiburtiner Tor geflossen . Und Asgares und deine Isaurier zögern , einzuhauen . Sie zweifeln an deinem Ernst . « - » Ich will ihnen meinen Ernst zeigen ! « rief Cethegus , warf sich aufs Pferd , verließ diesen Teil der Stadt , und jagte wie der Sturmwind davon . Weit war sein Weg : über die Tiberbrücke des Janiculum , am Kapitol vorbei , über das Forum Romanum , durch die Sacra Via und den Bogen des Titus , die Thermen des Titus rechts lassend , über den Esquilin hinaus , endlich durch das esquilinische Tor an das tiburtinische Außentor : - ein Weg vom äußersten Westen an den äußersten Osten der weitgestreckten Stadt . Hier , hinter dem Tore , standen die Leibwächter von Bessas und Belisar mit gedoppelter Front . Die eine Schar schickte sich an , die Legionare und Isaurier des Präfekten unter Marcus Licinius an der Torwache zu überwältigen und das Tor mit Gewalt zu öffnen , während die zweite Fronte mit gefällten Speeren der Masse der andern Isaurier gegenüberstand , die Lucius vergeblich zum Angriff befehligte . » Söldner , « rief Cethegus , das schnaubende Roß dicht vor deren Linie anhaltend , » wem habt ihr geschworen : mir oder Belisar ? « - » Dir , Herr , « sprach Asgares , ein Anführer , vortretend , » aber ich dachte . « - Da blitzte das Schwert des Präfekten , und tödlich getroffen stürzte der Mann . » Zu gehorchen habt ihr , eidbrüchige Schurken , nicht zu denken ! « Entsetzt standen die Söldner . Aber Cethegus befahl ruhig : » Die Speere gefällt ! Zum Angriff ! mir nach ! « Und die Isaurier gehorchten ihm und nun , - ein Augenblick noch , und es begann in Rom selbst der Kampf . Aber da erscholl von Westen , von der Richtung des aurelischen Tores , her ein furchtbares , alles übertäubendes Geschrei : » Wehe , Wehe , alles verloren ! Die Goten über uns ! Die Stadt ist genommen ! « Cethegus erbleichte und blickte zurück . Da sprengte Kallistratos heran , Blut floß ihm über Gesicht und Hals . » Cethegus , « rief er , » es ist aus ! Die Barbaren sind in Rom ! Die Mauer ist erstiegen . « - » Wo ? « fragte der Präfekt tonlos . » Am Grabmal Hadrians ! « - » O mein Feldherr ! « rief Lucius Licinius , » ich habe dich gewarnt . « » Das war Witichis ! « sagte Cethegus , die Augen zusammendrückend . » Woher weißt du das ! « staunte Kallistratos . » Genug , ich weiß es . « Es war ein furchtbarer Augenblick für den Präfekten . Er mußte sich sagen , daß er , rücksichtslos seinen Plan zum Verderben Belisars verfolgend , eine Spanne Zeit Rom übersehen hatte . Er biß die Zähne in die Unterlippe . » Cethegus hat das Grabmal Hadrians entblößt ! Cethegus hat Rom ins Verberben gestürzt ! « rief Bessas an der Spitze der Leibwächter . » Und Cethegus wird es retten ! « rief dieser , sich hoch im Sattel aufrichtend . » Mir nach , alle Isaurier und Legionare . « - » Und Belisar ? « flüsterte Syphax . - » Laßt ihn herein . Erst Rom : dann alles andre ! Folgt mir ! « Und im Sturmflug sprengte er zurück , des Weges , den er gekommen . Nur wenige Berittene konnten ihm folgen : im Lauf eilte sein Fußvolk , Isaurier und Legionare , nach . Dreizehntes Kapitel . Draußen vor dem tiburtinischen Tore ward es zu gleicher Zeit stiller . Ein Bote hatte die gotischen Reiter von dem überflüssigen Gefechte abgerufen . Sie sollten hier innehalten und alle verfügbare Mannschaft um die Stadt und über den Fluß eilig an das aurelische Tor senden , durch welches man soeben in die Stadt gedrungen sei : dort brauche man alle Kräfte . Die Reiter jagten , rechtsum schwenkend , nach jenem Tor , wo sich jetzt alles zusammendrängte : aber ihr eigenes Fußvolk , stürmend an den zwischenliegenden fünf Toren : der Porta clausa , nomentana , salaria , pinciana und flaminia , versperrte ihnen den Weg so lange , daß sie zu der Entscheidung zu spät kamen , die am Grabmal des Hadrian gefallen war . Wir erinnern uns der Lage dieses Lieblingsplatzes des Präfekten : dem vatikanischen Hügel gegenüber , einen Steinwurf etwa vor dem aurelischen Tor gelegen , mit diesem durch Seitenmauern verbunden und überall , außer im Süden , wo der Fluß decken sollte , durch neue Wälle geschützt , ragte die » moles Hadriani « , ein gewaltiger runder Turm von festestem Bau . Eine Art Hofraum umgab das eigentliche Gebäude : vor der ersten , äußeren Deckungsmauer im Süden floß der Tiber . Auf den Zinnen dieser Außenmauer , in dem Hofraum und auf den Zinnen der Innenmauer lagerten sonst die Isaurier , die der Präfekt zu übler Stunde hinweggezogen hatte , seinen Plan gegen Belisar durchzusetzen . Auf den Zinnen der Innenmauer aber standen die zahlreichen Statuen von Marmor und Erz , deren drittes Hundert das Geschenk des Kallistratos vervollständigt hatte . Der König der Goten hatte sich für heute in der Mitte des großen Halbkreises , den die Barbaren auch um die Westseite , auf dem rechten Tiberufer , um die Stadt gezogen , auf dem Felde Neros zwischen dem pankratischen ( alten aurelianischen ) und dem ( neuen ) aurelianischen Tor , wo sonst nur Graf Markja von Mediolanum lagerte , eine zurückgenommene , abwartende Stellung gewählt . Er baute seinen Plan darauf , daß der allgemeine Sturm gegen alle Tore notwendig die Kräfte der Belagerten werde zersplittern müssen : und sowie an irgend einem Punkt durch Hinwegziehung der Verteidiger eine Blöße entstehen würde ,