, der ausnahmsweise , wie es sonst in den Gebirgen fast gar nicht vorkömmt , von innen zu heizen war . Die Wirtin hatte es so einrichten lassen , weil von außen der Zugang zu dem Ofen so schwer gewesen war . Als ich mich ein wenig erwärmt und meine Hauptsachen in Ordnung gebracht hatte , ging ich in die allgemeine Gaststube hinunter . In ihr waren verschiedene Leute anwesend , die der Weg vorbei führte , oder die eine kleine Erquickung und ein Gespräch suchten . Bei den vielen und sehr nahe stehenden Fenstern drang ein reichliches Licht herein , so daß die Sonnenstrahlen des Wintertages um die Tische spielten , was um so wohltätiger war , da auch eine behagliche Wärme von den in dem Großen Ofen brennenden Klötzen das Zimmer erfüllte . Ich fragte wieder um meinen Zitherspiellehrer , es hatte niemand etwas von ihm gehört . Ich fragte um den alten Kaspar , er war gesund , und es wurde auf meine Bitte um ihn gesendet . Ich sagte , daß ich im Sinne hätte , von dem Lautersee in die Eisfelder der Echern hinaufzusteigen . Ich hätte anfangs Lust gehabt , das Simmieis an der Karspitze zu besuchen ; aber der Zugang ins Kargrat sei mir im Winter sehr unangenehm , und wenn die Echern auch etwas tiefer liegen als die Simmen , so seinen sie doch schöner und von unvergleichlich wohlgebildeten Felsen eingefaßt . Alle rieten mir von meinem Unternehmen ab , es sei im Winter nicht durchzudringen , und die Kälte sei auf den Bergen so groß , daß sie kein Mensch zu ertragen vermöge . Ich widerlegte die Einwürfe vorerst dadurch , daß ich sagte , es sei eben im Winter niemand auf den Echern gewesen , wie sie selber berichten , und daß man daher nichts Sicheres wissen könne . » Aber man kann es sich denken « , erwiderten viele . » Erfahrung ist noch besser « , sagte ich . Indessen kam der alte Kaspar . Die Sache wurde ihm gleich von den Anwesenden erzählt , und er riet auch entschieden von dem Unternehmen ab . Ich sagte , daß viele Forscher in Naturdingen im Winter schon auf hohen Bergen gewesen seien , auf höheren als den Echern , daß sie dort Nächte und zuweilen auch eine Reihe von Tagen und Nächten zugebracht haben . Man wendete immer ein , das seien andere Berge gewesen , und in den hiesigen gehe es durchaus nicht . Der alte Kaspar verstand sich endlich ganz allein dazu , mich , wenn ich durchaus wolle , zu begleiten . Aber das Wetter , meinte er , müßten wir uns sorgsam dazu auslesen . Ich erwiderte ihm , daß ich Geräte bei mir hätte , die mir anzeigen , wenn eine schöne Zeit bevorstehe , daß ich mich auch ein wenig auf die Zeichen an dem Himmel verstehe , und daß ich selber auf den Höhen nicht gar gerne in einen Schneesturm oder in einen langedauernden Nebel geraten möchte . Alle andern Leute , welche mir sonst gerne bei meinen Bergarbeiten geholfen hatten , und welche ich ebenfalls ins Wirtshaus hatte rufen lassen , lehnten es durchaus ab , mich im Winter in die Echern zu begleiten . Dem Kaspar sagte ich , er müsse sich vorbereiten . Ich hätte selber verschiedene Dinge bei mir , von denen er sich die aussuchen könne , von welchen er glaube , daß er sie auf unserer Wanderung mitnehmen möge . Den Tag , an welchem wir zum See hinunter gehen werden , würde ich ihm dann schon sagen . Ich ging unter den lebhaftesten Gesprächen der Anwesenden über diesen Gegenstand in meine Stube zurück , und brachte den Abend in derselben zu . Ich wußte , daß sie nun tief in die Nacht hinein über die Sache sprechen würden , und daß in den nächsten Tagen für das ganze Tal diese Unternehmung den Stoff der Unterredungen bilden würde . Es meldete sich nun auch wirklich keiner mehr , um mich und Kaspar zu begleiten . Die Zeit bis zum Beginne unsers Unternehmens brachte ich damit zu , daß ich Wanderungen in der Umgegend machte . Ich betrachtete die Wälder , die in Ruhe und Pracht dastanden , ich betrachtete die Höhen , auf welchen die unermeßlichen Schneemengen lagen , ich betrachtete die Echernwand , von der eine Last von Eiszapfen niederhing , deren manche die Dicke von Bäumen hatten , zuweilen losbrachen und mit Krachen und Klingen in den Schnee niederstürzten , ich ging auf Berge und schaute in die stille , gleichsam verdichtete Winterluft , und auf alle die weißen Gebilde , die durch dunkle Wälder , durch Felsen und durch das sanfte Blau der fernen Bergzüge geschnitten waren . Gegen die Mitte des Januars , zu welcher Zeit gewöhnlich das Wetter am ausdauerndsten zu sein pflegt , stellten sich die Zeichen ein , daß längere Zeit schöne Tage sein werden . Ein etwas weicher Luftzug der vorigen Tage hatte sich verloren , die graue Decke am Himmel war verschwunden , und den verwaschenen Federwolken war eine tiefe Bläue gefolgt . Die Luft zog aus Osten , die Kälte mehrte sich , der Schnee flimmerte , und abends zeigte sich der feine blauliche Duft in den Gründen , der heitere Morgen und immer größere Kälte versprach . Meine Werkzeuge gaben starken Luftdruck und große Trockenheit an . Ich sagte dem alten Kaspar , daß wir nunmehr aufbrechen würden . Wir nahmen an Alpenstöcken , Steigeisen , Stricken , Schneereifen , Decken , Kleidern , was wir nötig erachteten , eine Schaufel , eine Axt , Kochgeschirr und Lebensmittel auf mehrere Tage . So bepackt gingen wir zu dem See . Dort teilten wir unsere Dinge in zwei bequeme Lasten , daß jeder mit der seinigen so leicht als möglich gehen könne , und erwarteten den nächsten Morgen . Beim Grauen des Lichtes machten wir uns auf den Weg , und stiegen mit unseren sehr hohen