; man würde - « » Vielleicht einen Stein aufheben , « rief Eisenhauch , den Koffer zuwerfend , » aber ehe man ihn wirft , würde man sich besinnen , es sei doch vernünftiger ihn nicht zu werfen . Der Stein könnte ja ein Loch in den Kopf werfen und den Kopf doch nicht öffnen . Was man würde , könnte , möchte , dürfte , das ist alles vortrefflich , was man weiß , ist die Weisheit selbst , aber der Haken ist , daß man nicht thut , was man könnte , möchte , dürfte , und daß , was man weiß , die Erkenntniß zu Schanden wird an der Gespensterfurcht vor dem Entschluß . « » Ich gebe Ihnen ja alles zu , aber jetzt ist die Volksstimme wie ein Strom , der seine Eisdecke bricht . Die Wuth kennt keine Zügel mehr nach dieser Enttäuschung . Alle Wuth ist blind , wollen Sie mir einwerfen , aber diese ist intensiv und kritisch zugleich . Das ist ein neues Symptom . Man fragt : Warum musste Haugwitz so lange zaudern ? Warum reiste er so langsam ? Warum ließ er sich wie ein Junge in Brünn behandeln ? Warum wie eine petiet femme die man in der Schlacht nicht braucht , nach Wien schicken ? Was würde Friedrich zu solcher Vollstreckung seiner Befehle gesagt haben ? Seinen Kopf hätte es einem solchen Abgesandten gekostet . Dem Grafen wird es den Kopf nicht kosten , und man fragt schon jetzt , warum ? Man wird es immer dringender fragen . Wie lautete sein Auftrag , der ihm so zu handeln erlaubte ? Warum reist er so langsam zurück , als er langsam hingereist ist ? Warum darf er blumenreiche Zeitungsartikel in die auswärtigen Blätter senden , die uns in den Wahn einlullen sollen , seine Mission sei geglückt , er habe nur ausgerichtet , was sein König ihn aufgetragen ? Wer ist hier der Betrogene , wer der Verräther ? Klimpert französisches Geld in seiner Tasche , oder ist er der stumme Dulder , der eines Anderen Schuld heroisch auf seine Schultern nimmt ? Das , Major , fragt man , man fragt es laut , und Männer fragen es , vor denen unsere Höchsten Respekt haben . « » Aber was hilft die schärfste Frage , auf die ich keine Antwort bekomme ? « » Preußen sucht zu vermitteln . - Lachen Sie nicht . Zu anderer Zeit würde ich mit Ihnen lachen , jetzt ist es das einzige Mittel , um Zeit zu gewinnen . Der König ist rathloser denn je in diesem Gedränge der Parteien und Leidenschaften . Man hat mit Lord Harrowby negociirt , daß die englische Legion , die bei Stade gelandet , einstweilen in Hannover nicht vorrücken soll . Obrist Pfuel ist an Haugwitz gesandt ; er soll den Abschluß hinhalten , er soll Seine Majestät den König als Vermittler der ganzen europäischen Wirren in Vorschlag bringen . Er soll den Gedanken an einen großen , allgemeinen Fürstenkongreß anregen , auf dem alle streitigen Fragen entschieden würden , und in diesem Augenblicke ist auf dem Palais eine Sitzung der Minister , die schon mehr als einmal stürmisch wurde - « » Und in süßem Frieden endete , « unterbrach Eisenhauch . » Sie wissen davon ? Ich flog nur , als ich von Ihrem Entschluß erfuhr , Sie aufzusuchen . « » Pfuel ist zurück . Er traf unterwegs den zurückkehrenden Haugwitz , und hielt , nach den Mittheilungen desselben , seine Mission nicht mehr für nöthig . Wird man nun Pfuel den Kopf zu Füßen legen ? - Ei bewahre ! Er handelte nach Rücksichten und Intentionen , die unser beschränkter Verstand nicht begreift . Heute in der Ministersitzung , nachdem die Köpfe warm geworden , ist man zum Beschluß gekommen : Kein Krieg ! Denn Krieg ist ein großes Uebel , dessen Folgen Niemand absieht . « » Widersprach denn Niemand ? « » Sie weinten sogar . Das treue Anspach fahren zu lassen . - Nun , Baiern wird ihm auch ein gütiger Herr sein ! - Aber Hannover den Engländern nehmen , unseren besten Verbündeten ! Man tröstete sich mit dem schönen Gedanken : es kann ja nicht immer so bleiben , darum muß es einmal besser werden . Einstweilen soll aber alles so bleiben , bis - hören Sie - bis zum allgemeinen Frieden ! Dann werden alle Völker , Fürsten , sogar die Staatsmänner vernünftig werden . Die Engländer auch ; sie werden , um des allgemeinen Besten willen , Hannover freiwillig abtreten . « Der Regierungsrath sprang auf : » Beim Himmel , es ist nicht Zeit zu Epigrammen ! « » Bittere Wahrheit , liebster Fuchsius . Der Sturm im Ministerrath ging in ein sanftes Adagio aus . Man schwärmte , da man nicht Muth hatte , für sich selbst zu handeln wie es nothwendig , für das Wohl der allgemeinen Menschheit ! « » Und Stein - auch Hardenberg ? « » Ueberstimmt . Und weil sie überstimmt , fügten sie sich . Man darf doch nicht gegen den Strom schwimmen . Es gab sanfte Händedrücke , beinahe kam ' s zu Umarmungen . « » Finis Germaniae ! « seufzte der Rath . » Gott bewahre ! jetzt wird sich erst der eigenthümliche Glanz der Staatskunst entfalten . Nichts thun , und wenn man in der Klemme steckt , sich justificiren und glorificiren , dah man die Hände in den Schooß gelegt « . Warten Sie nur auf die herrlichen Staatsschriften und Zeitungsartikel . Das wird salbungsvoll riechen . Mit Humanität und Philosophie und Christenthum wird man dem Volke beweisen , daß die Weisheit selbst nicht weiser hätte handeln können . Die guten Bürger werden sich die Augen wischen vor Rührung , und das » Heil Dir im Siegerkranz « wird noch einmal so schön klingen , als wenn der König gesiegt hätte . Man wird auf uns hetzen , die