Was hat er nur vor ? « Da dröhnte von unten ein furchtbar krachender Stoß und lauter Siegesjubel der Barbaren : Cethegus brauchte nicht zu fragen : in drei Sprüngen war er unten . » Das Tor ist eingestoßen ! « riefen ihm entsetzt die Seinigen entgegen . » Ich weiß es : jetzt sind wir selbst der Riegel Roms . « Und den Schild fester andrückend , trat er hart an den rechten Torflügel , in dem in der Tat ein breiter Riß klaffte ; und schon stieß der Widder an die splitternden Platten neben der Öffnung . » Noch ein solcher Stoß und das Tor liegt ganz , « sagte Gregor , der Byzantiner . » Richtig , deshalb darf es nicht mehr dazu kommen . Her zu mir , Gregor und Lucius : stellt euch , Milites ! die Speere gefällt ! Fackeln und Brände ! zum Ausfall ! Winke ich , so öffnet das Tor und werft Widder und Schirmdach und alles in den Graben . « » Du bist sehr kühn , mein Feldherr ! « rief Lucius Licinius , entzückt neben ihn springend . » Ja , jetzt hat die Kühnheit Vernunft , mein Freund ! « Schon war die Kolonne gestellt , schon wollte der Präfekt das Schwert zum Zeichen des Angriffs erheben - : da erscholl vom Rücken her ein Lärm , größer selbst als der der stürmenden Goten : Wehegeschrei und Pferdegetrappel : - und Bessas drängte sich heran : er faßte den Arm des Präfekten : seine Stimme versagte . » Was hemmst du mich in diesem Augenblick ? « rief dieser und stieß ihn zurück . - » Belisars Truppen , « stammelte entsetzt der Thraker , » stehen schwer geschlagen vor dem tiburtinischen Tor : - sie flehen um Einlaß : - wütende Goten hinter ihnen - Belisar ist in einem Hinterhalt gefallen : - er ist tot . « » Belisar ist gefangen ! « schrie ein Türmer vom tiburtinischen Tor , atemlos heraneilend . » Die Goten ! die Goten sind da ! sie stehn vor dem nomentanischen und vor dem tiburtinischen Tor ! « scholl ' s aus der Tiefe der Straße . » Belisars Fahne ist genommen ! Prokop verteidigt seine Leiche ! « - » Laß das tiburtinische Tor öffnen , Präfekt ! « drängte Bessas , » deine Isaurier stehen plötzlich dort . Wer hat sie dorthin geschickt ? « » Ich ! « sagte Cethegus , überlegend . » Sie wollen nicht öffnen ohne deinen Befehl ! rette doch seine - Belisars - Leiche ! « Cethegus zauderte - er hielt das Schwert halb erhoben - er schwankte . » Die Leiche , « dachte er , » rett ' ich gern . « Da flog Syphax heran . » Nein ! er lebt noch ! « rief er seinem Herrn ins Ohr , » ich hab ' ihn gesehen von der Zinne : er regt sich noch : aber er ist gleich gefangen : die gotischen Reiter brausen heran : - Totila , Teja , gleich sind sie bei ihm ! « » Gib Befehl , laß das tiburtiner Tor öffnen ! « mahnte Bessas . Aber des Präfekten Auge blitzte : sein Antlitz überflog jener Ausdruck stolzer , kühner Entschlossenheit , der es mit dämonischer Schönheit verklären konnte . Er schlug mit dem Schwert an den zertrümmerten Torflügel vor sich : » Auf , zum Ausfall . Erst Rom : dann Belisar ! Rom und Triumph ! « Das Tor flog auf . Die stürmenden Goten , schon des Sieges sicher , hätten alles eher erwartet als dies Wagnis der , wie sie wähnten , ganz verzagten Byzantiner . Sie waren ohne Fechtordnung um das Tor herum zerstreut , wurden völlig überrascht und durch den Anlauf der fest geschlossenen Reihe rasch in den hinter ihnen klaffenden Graben geworfen . Der alte Hildebrand wollte seinen Widder nicht lassen . Sich hoch aufrichtend , zerschmetterte er Gregor , dem Byzantiner , mit seinem Steinhammer den hochgeschweiften Helm und das Haupt . Aber gleichzeitig fast stieß ihn selber Lucius Licinius mit dem Schildstachel in den Graben . Cethegus zerhieb mit dem Schwert die Seile der Maschine , die krachend auf den Alten stürzte . » Jetzt Feuer in die Holzmaschinen , die noch stehen , « befahl Cethegus . Rasch loderten deren Balken auf in Flammen . Sogleich kehrten die siegreichen Römer zurück in die Wälle . Da rief Syphax dem Präfekten entgegen : » Gewalt , Herr , Aufruhr und Empörung ! Die Byzantiner gehorchen dir nicht mehr ! Bessas rief sie auf , das tiburtinische Tor mit Gewalt zu öffnen . Seine Leibwächter drohen , Marcus Licinius anzugreifen und deine Legionäre und Isaurier zu schlachten durch die Hunnen . « » Das büßen sie ! « rief Cethegus grimmig . » Wehe , Bessas ! Ich will ' s ihm gedenken ! Auf , Lucius Licinius , nimm den halben Rest der Isaurier ! Nein , nimm sie alle ! alle ! du weißt , wo sie stehn : fasse die Leibwächter des Thrakers von Porta Clausa her im Rücken . Und stehn sie nicht ab , - so hau ' sie nieder , ohne Schonung , Hilf deinem Bruder ! Ich folge gleich ! « Lucius Licinius zauderte . » Und das tiburtinische Tor ? « - » Bleibt geschlossen . « - » Und Belisar ? « » Bleibt draußen . « - » Teja und Totila sind schon heran . « - » Desto weniger kann man öffnen . Erst Rom : dann alles andere . Gehorche , Tribun ! « Cethegus blieb noch , die Ausflickung des pankratischen Tores anzuordnen . Das währte sehr geraume Zeit . » Wie ging es , Syphax ? « fragte er leise . » Lebt er wirklich ? « - » Er lebt noch . « - » Tölpel , diese Goten ! « Da kam ein Bote von Lucius