hinaus ganz einsam und sieht , Wie mancher Funke in der Asche noch glüht , Das Tor steht offen , weil niemand wacht , Denn jeder schwärmt in dieser Nacht Und Kinder spielen und schreien daher , Ihm wird das Herz im Busen so schwer : » Was seht ihr den Funken so eifrig nach , - Die in den Papieren noch blieben wach ? « - » Ach « , sagte zum Doktor da einer der Knaben , » Die größte Freude wir daran haben , Wenn hier die Funken in der Asche laufen ; Fast sieht es aus wie der volle Haufen , Der aus der Kirche geht , wenn ' s vorbei , Sehn wir , wer der letzte in der Kirche sei . « » Ihr lieben Kinder « , sagt der Doktor gerührt , » Seht oben die Funken , die der Himmel regiert , Sie gehen wohl unter , sie gehen nicht aus , Sie strahlen ewig im himmlischen Haus . In jener Kirche ist kein Vergängnis , In dieser herrschet ein wechselnd Verhängnis . « Der Knabe sieht ihn verwundert an Und spricht in sich : » Was will denn der Mann , Wie sollen wir mit den Sternen spielen , Wer sich denn finden unter die vielen , Wer kann sie im Auge deutlich bewahren , Bald kommen die Wolken , bald sind sie im Klaren , Wir bleiben bei unseren Freuden auf Erden , Sie werden auch einst wohl Sternlein noch werden . « » Hast recht mein Sohn « , spricht Doktor Luther , » Ein jegliches Alter braucht eignes Futter , Mit leichter Milch ernähren sich Kinder , Der Wein ist erwachsnen Männern gesünder , Und für die Kinder soll stehen bleiben , Womit sie die goldne Zeit sich vertreiben , Am Morgen glaubt ich ein Großes zu leisten , Am Abend , da lern ich von Kindern am meisten , O wie so viele Blinde sind große Kinder Und auch die Ernsten spielen nicht minder , Wenn ihre Stunde geschlagen hat , Daß sie vom Ernste sind steif und matt ; Wir auch müssen lernen lieblich zu träumen , Wer würde die Hälfte des Lebens versäumen . « Und seit dem Tage , da hemmt er den Zorn Gegen Äußerlichkeit , auch wenn sie verworrn , Nur falsche Lehre bedroht er mit Eifer . Gegen die sündigen Ablaßverkäufer , Die in den Tempel des Herrn gedrungen , Da hat er die Geißel mächtig geschwungen , Was bleiben konnte von äußeren Zeichen , Das brauchte nicht vor ihm auszuweichen , So blieben die Bilder alle bestehen , Die überall sonst im Feuer aufgehen , Sie sind die Freuden auf niedrer Erde , Die einst zu Sternen des Himmels noch werden , Und ruhig duldet er allen Hohn , Daß er der äußeren Pracht verschon , Die Nachwelt gibt einst ihm dafür den Lohn Und bei den Kindern hat er ihn schon . Zum Leben Luthers Wer vom flachen Lande her in Eisleben einreitet und die ansteigende Kirche und den niedersteigenden Bergbau wahrnimmt , findet die Vorstellung seiner Kindheit : daß der Ort , wo so ein Mann wie Luther geboren und gestorben , auch dem Auge schon ausgezeichnet sein müsse , überraschend erfüllt ; neben der festen dauernden Sitte , welche die kleineren Städte von Sachsen vor dem übrigen Deutschlande schon im Äußeren durch ordentliche Erhaltung und Reinlichkeit kenntlich macht , hat die Umgebung der Kirche noch etwas besonders Ernstes und Feierliches ; älter als Luther , scheint sie doch seinetwegen erbaut , daß Gottes Wort lauter und klar darin gepredigt werde ; sein Haus ist nicht erneut , aber altertümlich genug , um die neugierigen Reisenden in die ernstere Gesinnung einer früheren Zeit unseres Vaterlandes zu versetzen . Beschreibung und Stellen Sein Famulus Wolfgang Sieberger , mit dem er viel Gelehrtheit trieb , den er um Gotteswillen nährte , scheint bei allem Guten doch ein Langschläfer gewesen zu sein und sich mit seinem Finkenherde viel abgegeben zu haben . XIV. B. Seite 1358 . Klageschrift der Vögel an Luther über seinen Diener Wolfgang Sieberger . Beschreibung seines Wappens . Abteilungen der Briefe : I. Weltliche Angelegenheiten , die ihn nichts anders als durch seinen guten Willen angingen , ( hier war er zuweilen in aller Gutmütigkeit Hofnarr ) . 2. Äußerliche Lebensverhältnisse . 3. Innere Beziehungen seines Lebens ohne Verhältnisse zur allgemeinen Geschichte . 4. Charakteristische Äußerungen . 5. Verteidigungen gegen Vorwürfe . [ Anmerkung von Bettina von Arnim ] Dies Wenige wurde aus der umfangreichen Sammlung der Notizen gewählt , zum bessern Verständnis der Kronenwächter , nach deren ursprünglichem Plan , Geschichte , Sitten und Gebräuche von ganz Deutschland in vier Bänden umfaßt werden sollte .