Messer , Scheren , Knöpfe und Nadeln an die Deutschen abließen . An der Südküste von Neu-Hannover wohnte ein ganz anderer Menschenschlag . Diese Wilden liefen vollständig unbekleidet herum , es waren schwarzbraune , gut gewachsene Gestalten mit rot oder gelb gefärbtem kurzem Haar , geschlitzten Ohrläppchen , Muscheln in den Ohren und am Hals und bunten Armbändern . Als sich die Korvette der Küste näherte , stürzten sich sämtliche Männer in die Kanus , um das fremde Wunderding aus nächster Nähe zu sehen , während am Ufer die Frauen schreiend , hüpfend und sich wie toll gebärdend zurückblieben . Aber schon sehr bald konnten auch sie ihre Neugier nicht mehr bezähmen , - sie sprangen ohne weiteres ins Wasser und schwammen den Booten nach , waren aber ebensowenig wie die Männer zu einem Besuch an Bord zu bewegen . An der entgegengesetzten Seite derselben Insel kam es mit den Eingeborenen sogar zu einem ernstlichen , wenn auch nur kurzen Streit . Hier sollte ein Fluß ausgelotet werden , und da die Korvette selbst einen zu großen Tiefgang hatte , mußte die Dampfpinasse die Mündung hinauffahren und dabei auch mehrere von den Wissenschaftlern am Ufer absetzen , um die Pflanzen- und Tierwelt der Insel zu erkunden . Als aber ein kleines Boot , das den Verkehr mit dem Schiff aufrecht erhielt , zufällig einige Minuten lang unbewacht blieb , wurde es von den Eingeborenen gänzlich geplündert ; als die Matrosen zurückkehrten , waren Lebensmittel und Ausrüstungsgegenstände verschwunden , ohne daß sich einer der Wilden gezeigt hätte . Am folgenden Tage , als die Besatzung im Flußwasser ihre Wollkleidung gründlich gereinigt und zum Trocknen zwischen den Bäumen aufgehängt hatte , kamen die Eingeborenen , jetzt schon dreister geworden , in hellen Haufen heran und vertrieben durch einen Hagel von Steinen die friedlich beschäftigten Matrosen , wobei sogar zwei ernstlich verwundet wurden . Von der Dampfpinasse antwortete sofort das kleine Bootsgeschütz , und daraufhin zogen sich die Wilden , offenbar sehr eingeschüchtert , zurück . Am andern Tage jedoch zeigte der ohrenzerreißende Lärm ihrer Kriegsinstrumente , daß sich die verschiedenen Stämme sammelten und offenbar Feindseligkeiten planten . Kapitän von Schleinitz beschloß , dem zuvorzukommen . Er selbst stellte sich an die Spitze von vierzig Mann , die alle ausreichend bewaffnet waren , und dann wurde der Zug nach den nächsten Dörfern unternommen . Natürlich befand sich unter der kleinen Schar auch Robert , der diesmal jedoch seine Erfinderfreude teuer bezahlen mußte . Um an das Dorf heranzukommen , mußte zuerst das hohe , von Gestrüpp und Schlingpflanzen bedeckte Ufer erklettert werden , die Matrosen sahen sich gezwungen , ihre Waffen und Patronen während des beschwerlichen Marsches über den Köpfen zu tragen , und als endlich die jenseitige Anhöhe erreicht war , da starrte das gestern gewaschene Zeug von Schlamm und Schmutz , es war vollkommen durchnäßt und erschwerte sehr unangenehm den Marsch in das Innere der Insel . Aber die Blaujacken verloren ihren Mut nicht . Ein Lied verkürzte die Zeit und half über alle Belästigungen hinweg . Zugleich mit dem vor einer Anhöhe gelegenen Dorf , das von aller Schönheit tropischen Pflanzenwuchses umgeben war , sahen die Deutschen einen Haufen von etwa zweihundert Wilden , die alle mit Speeren , Keulen und Schleudern bewaffnet waren , sich aber sehr zurückhielten und sogar bei Annäherung der geschlossen marschierenden kleinen Schar langsam zurückwichen . Nur vier alte Männer , jedenfalls Häuptlinge , blieben vor dem Dorfe auf einigen Steinen sitzen und erwarteten die Fremden . Herr von Schleinitz , der selbstverständlich die Angelegenheit so rasch und einfach wie möglich zu beenden wünschte , ließ an eine lange Stange ein weißes Tuch binden und ging dann , nur von einem Matrosen als Adjutanten begleitet , zum Dorf hinab . Schon von weitem versuchte er den Eingeborenen begreiflich zu machen , daß er sprechen , unterhandeln , aber nicht kämpfen wolle . Die Wilden mußten offenbar verstehen , was das weiße Tuch bedeuten sollte , sie banden schleunigst ein junges Huhn an einen Stock und trugen diese sonderbare Fahne dem deutschen Kapitän entgegen . Damit war auch von ihrer Seite die Zusammenkunft als friedlich anerkannt worden . Herr von Schleinitz nahm höflich dankend , aber durchaus ernst und hoheitsvoll das Geschenk in Empfang und vergalt es sofort durch Überreichen eines Stückes Uniformtuch , das schon zu diesem Zweck von Bord her mitgebracht worden war . Dann aber , nachdem die Insulaner ihr Entzücken in kindischer Weise zu erkennen gegeben hatten , bedeutete ihnen der Kapitän mit Hilfe der Gebärdensprache , daß er bestohlen worden sei und die Rückgabe des geraubten Gutes unbedingt verlange . Er fragte , ob die Häuptlinge von diesem Diebstahl Kenntnis erhalten hätten . Die Antwort war natürlich ein Nein . Herr von Schleinitz zuckte die Achseln . Dann nahm er die Pistole und schoß vor den Augen der vier Häuptlinge einen jungen Baum durch den Stamm , so daß weißer Saft aus dem Einschußloch hervorquoll ; hierauf deutete er mit der Rechten auf die in einiger Entfernung stehenden Soldaten , als wolle er sagen : » Die dort verstehen alle das Gleiche und werden euch empfindlich bestrafen , wenn ihr nicht das gestohlene Gut sofort herausgebt . « Die Wilden sahen in großer Angst auf den getroffenen Baum . Sie berieten leise untereinander , gaben offenbar heimliche Befehle in das Dorf hinauf und bemühten sich , eine freundliche Miene zur Schau zu tragen . Nach kurzer Zeit näherte sich ein junger Bursche , der die gestohlenen Dinge im Korb am Arm trug und dem Kapitän zu Füßen legte , worauf er sich mit Hasensprüngen wieder entfernte , offenbar sehr froh , der Gefahr so glücklich entronnen zu sein . Das laute Gelächter der Seeleute folgte ihm nach . Herr von Schleinitz hatte inzwischen den Korb durchsucht und wandte sich jetzt achselzuckend an die Wilden . » Das ist noch längst nicht alles « , sagten seine Gebärden , » es fehlen verschiedene Instrumente und andere Kleinigkeiten . Wir wollen eure Hütten