Freude ist ewig , aber nicht der Schmerz , denn du hast ihn nicht geschaffen . Freund , sagte Dian unterwegs zu mir , da ich ihm meine innigste Bewegung nicht recht verhüllen konnte , wie kann Euch erst sein , wenn Ihr nach Neapel zurückschauet etwan auf der Überfahrt nach Ischia ! - denn man merkts sehr , daß Ihr in Nordland geboren seid . - Lieber , sagt ' ich , jeder wird mit seinem Norden oder Süden gleich geboren , ob in einem äußern dazu das macht wenig . « * So weit sein Blatt über Mola . Aber eine wunderbare Begebenheit schien ihn über die letzte Versicherung desselben noch diese Nacht beim Worte zu nehmen . Im Hofe des Gasthauses sammelten sich viele Schiffer und andere , alle stritten heftig über eine Meinung , und die meisten sagten immer : » Es ist doch heute Himmelfahrt , und Wunder hat er auch getan . « - » Himmelfahrt ? « dachte Albano und erinnerte sich seines Geburtstages , der an diesem Feste oft fiel . Dian kam herauf und erzählte lachend , das Volk drunten erwarte die Himmelfahrt eines Mönchs , der sie in dieser Nacht versprochen , und viele glaubten ihm darum , weil er schon ein Wunderwerk getan , nämlich einem Toten auf zwei Stunden die Sprache gegeben vor ganz Mola . Beide wurden eins , das Werk mit anzusehen . Die Menge schwoll an - der versprochene Mensch kam nicht , der sie zu dem Orte der Auffahrt leiten sollte - alles wurde zornig mehr als ungläubig - endlich spät in der Nacht erschien eine Maske und gab mit einem Wink der Hand das Zeichen , ihr zu folgen . Alles strömte nach , auch Albano und sein Freund . Der reine Mond schien frisch aus blauen Lüften , der weite Garten der Gegend schlief in seinen Blüten , aber alles duftete , die schlummernden und die wachen Blumen . Die Maske führte die Menge an die Ruinen von Ciceros Haus oder Turm und zeigte aufwärts . Oben auf der Mauer stand ein zitternder Mensch . Albano fand sein Gesicht immer bekannter . Endlich sprach der Mensch : » Ich bin ein Vater des Todes - der Vater des Lebens sei mir gnädig . - Wie es mit mir geht , weiß ich nicht - Unter euch « ( setzt ' er auf einmal in fremder , nämlich in spanischer Sprache dazu ) » steht einer , dem ich auf Isola bella am Karfreitage erschien und den Tod einer Schwester kundtat ; er reise fort nach Ischia , dort trifft er seine Schwester an . « Ergriffen und ergrimmend mußte Albano diese Worte hören , die Gestalt des Vaters des Todes auf jener Insel sah er jetzt recht klar auf der Ruine ; und dessen Versprechen , ihm an einem Karfreitage zu erscheinen , fiel ihm wieder ein . Er suchte sich jetzt an der Ruine hinaufzuarbeiten , um den Mönch zu packen . Ein Molaner rief , da er die fremde Sprache hörte : » Der Mönch spricht mit dem Teufel . « - Der Himmelfahrer sagte nichts darwider - er zitterte heftiger - aber das Volk suchte den , der es gesagt , und schrie : der mit der Maske sei es , denn der sei nicht mehr zu finden . Endlich bat der Mönch bebend , sie möchten still sein , wenn er verschwinde , und für ihn beten und nie seinen Körper suchen . Albano war ihm jetzt , von Dian ungesehen , nahe hinter dem Rücken . Da kam hoch im dunkeln Blau ein Zug Wachteln langsam geflogen . Der Mönch hob sich schnell und wankend auf zerstreuete die Vögel - rief in dunkler Ferne : » Betet « - und schwand in die weiten Lüfte dahin . Das Volk rief und jauchzete und betete zum Teil , viele glaubten jetzt , der Teufel sei im Spiel . Unter den Zuschauern lag ein Mensch mit dem Gesicht auf der Erde und rief immer : » Gott sei mir gnädig ! « Aber niemand brachte ihn zu einer Erklärung . Dian , heimlich ein wenig übergläubig , sagte : hier steh ' ihm der Verstand still . Aber Albano erklärte , schon lange zucke und ziehe ein Geister-Komplott an seinem Lebensvorhang , allein irgendeinmal greif ' er gewiß glücklich durch den Vorhang durch , und er sei fest entschlossen , sogleich von Neapel nach Ischia überzugehen , um seine Schwester zu suchen . » Wahrlich , « ( setzt ' er dazu ) » in diesem Mutterlande der Wunderphantasie und jeder Größe glaubt man so leicht schöne gebende Wunder des Schicksals , wie in Norden entsetzliche raubende Wunder der Geister . « Dian war auch für den frühsten Besuch der Insel Ischia , » weil sonst , « ( setzt ' er dazu ) » wenn Albano in Neapel seine Briefe übergeben hätte und in die Ricevimenti hinein- oder auf den Posilippo und den Vesuv hinaufgeraten wäre , dann kein Wegkommen sein würde . « Am Tage darauf gingen sie von Mola ab . - Das schöne Meer deckte sich an ihrem Wege auf und zu , und nur der goldne Himmel verhüllte sich nie . Neapels Freudenbecher berauschte schon von fernen mit seinem Dufte und Geiste . Albano warf trunkne Blicke auf die campania felice , auf das Coliseo in Kapua und auf den weiten Garten voll Gärten und sogar auf die rauhe appische Straße , die ihr alter Name sanfter machte . Aber er seufzete nach der Insel Ischia , diesem Arkadien des Meers und dieser Wunderstelle , wo er eine Schwester finden sollte . Sie konnten nicht eher als Sonnabends in der Vornacht wenn anders Wachen und glänzendes Leben eine ist , besonders eine welsche Sonnabends-Nacht - in Aversa ankommen . Albano bestand darauf , in der Nacht fortzureisen nach Neapel . Dian wollte noch ungern . Zufällig stand ein schönes , etwan vierzehnjähriges Mädchen im