sich meiner Macht entzog , Verlieh ein Gott mir Schönheit - schnell bestrickend wie Medea ' s Zaubertrank und Paphos ' Sommernacht . IV. O süße tolle Orgien , wo in dem Kreis Geliebter Frechheit , von Begierde wild zerfleischt , Becher nach Becher lachend ich hinabgestürzt Von honigduftendem Falerner rauschgewohnt . - Nie sah ich so verlockend meiner Schönheit Bild Vor Augen , als da ich mich heimlich spiegelte In dem geschliff ' nen Erzschild an der Marmorwand Einst im Zenith des Sinnentaumels , wild verzückt . Mein wallend Haar , in krausen Locken ringelnd sich , Wie einer Furie oder Gorgo Schlangenhaar , ( Die Furie der Begierde hauste ja in mir , Selbst hetzend den Genuß , von innerem Fluch gehetzt ) Blauschwarz wie Ebenholz , von Wollustthränen feucht , Gleich wie ein perldurchwirkter dunkler Seidenflor , Peitschte den weichen Nacken und des Rückens Schnee , Sich schmiegend um des Busens makellose Form Bis zu geschwellter Hüften üppiger Fülle hin . - Des Unterkörpers Stellung war nicht minder schön . Die kleinen Füße in goldfranzigem Pupurschuh Zerstampften ruhelos des Estrichs Mosaik Zum Tact der Flöte , die verlockend girrte rings . Die runden glatten Kniee bebten im Genuß , Matt ausgeglitscht . Wie göttlich hingegossen lag Der Leib , der schmachtend hingeglitt ' nen Glieder Pracht , Die Grazie der Wollust jedem aufgeprägt ! Durch der zurückgebogenen Schenkel rosige Haut Pulsirte schimmernd Scharlach des erhitzten Bluts Im Blau der Adern , wie der Freude Morgenroth . Purpurgesäumt , schneeweiß , die seidne Tunika War abgestreift , der goldne Gürtel losgelöst , Die blüh ' nden Arme nackt und voll emporgestreckt . Und nur des Purpurvorhangs rosiges Dämmerlicht , Der Weihrauchampel matter Schein nun fiel Auf die weißrosigen Formen , lüstern hingedehnt Auf Kissen von Tyrrhenerpurpur perlbestickt . Das goldne diamantbesetzte Diadem , Symbol der Weltmacht , kollerte vergessen dort Auf Perserteppich . Palmzweig , grüner Epheu war , Ihr Weiß zu zeigen , auf die Schulter hingestreut - Durch ' s schwarze Haar schlang sich der Rosen rother Kranz . Das Auge brauchte keine farbige Zierde , traun ! So glühend , wie der Sonne Gold , des Blutes Roth Brach durch die schwarzen Wimpern schwarzer Augen Gluth Im ungezähmten Feuer herrschender Begier , Durch Wollustthränen süß gedämpft , wie durch Des Tropenregens Schleier der Canopus brennt . Die rothen Lippen - heiß geöffnet waren sie , Doch nicht wie eine Rose , die den Kelch erschließt - Wie eine aufgeriss ' ne Wunde dürstend stets Nach Balsam für die Qualen einer innern Gluth . Doch kühlt und lindert nicht der Küsse Feuerthau : Drum sog mein Busen ewig unter Seufzern ein Die schwüle Ambraluft , gleich wie den Wüstenwind Des Berberrosses Nüster saugt , zum Ritt bereit . V. Und welch ' ein Götterspaß , welch ' witziger Frevel war ' s , Wenn ich die Jungfrau ' n und Matronen , die zum Fest Ich lud und die aus Furcht zum Pallatin gefolgt , Preisgab den Lüsten abgefeimter Lüstlinge . Unwürdig Deiner nicht , o Göttin Aschera , War dieser Einfall . Denn wie Deinem nächtigen Dienst Man unberührte Mädchenblüthe opferte , So fordert ' meine Gottheit auch der Keuschheit Raub . Welch greller Angstschrei , welch verzweifelt Wehgestöhn , Welch wildes Weinen der erzwungnen Wollustpein Erscholl da , lieblich meinem Ohr - zu bald erstickt Von meinen nervigen Buhlen vor dem Hochaltar Der Göttin Unzucht , die in Saales Mitte stand . Ja , all die bittern Thränen , die vergossen dort - Auffangen hätt ' ich mögen sie im Goldpokal Und schlürfen nimmersatt ihr bittres Salz , Damit der Hunger meiner Grausamkeit gestillt . Wie manche Unschuld , manche Herzensreinheit ward Von mir geknickt und faulig in den Koth gestampft ! Doch bei Matronen ( ehrbar keusche wählt ' ich nur ) War sorgsam ein besondrer Reiz von mir erdacht . Denn ihre Gatten lud ich alle ein zu gleicher Zeit : Die zwang ich nun vor ihren Ehgesponsen selbst Mit siechen Freudenmädchen sich genugzuthun . Die armen Weiber aber , die vor Gram und Eifersucht In Ohnmacht fielen , lieferte den Meinigen Ich aus vor ihrer Männer Aug ' zum Ehebruch ! - So ließ ich sich ergießen , einen Unflathstrom Von namenlosen Gräueln , bis im eklen Sumpf Der Sinnlichkeit , im Pestpfuhl der Verderbtheit ganz In Schlamm getreten alle Tugend , Würde , Sittsamkeit . Ha , welch homerisches Gelächter schallte hell Aus dem Gehege meiner Perlenzähne dann , Wenn der Entehrten Fluch zu mir heraufgetönt . » So geh es Jedem ! « rief ich triumphirend aus Und drückte wild aus Herz den Allerschändlichsten » Wer albern sich der Sinnenlust entziehen will Und meines Wandels spottet durch Anständigkeit ! « Ha , Beifall wieherte mir der verruchte Schwarm , Noch siedet froh mein Blut bei der Erinnerung - O wie behaglich war ' s im Pandämonium ! - Abscheulich führte sich nur eine Dirne auf , Vestalin war sie : Diese gab sich selbst den Tod Vor meinen Augen - hu , wie sie so bleiern lag , So steif und still ! Und langsam rann der Lebenssaft . Ja , er verrinnt und dann ist Alles , Alles aus . Getrost . Noch kocht mein Blut in voller Sinnenkraft Und schleicht nicht siech durch altersschwache Adern hin . Auch jene Arria empörte mich mit Fug , Die standhaft frech im Tod beschämte meine Wuth . Doch welche Lust hinwieder bot der Augenblick , Wenn in der Leidenschaft Umarmung festverstrickt , Wie eine Schlange ihn umgürtend , heimlich ich Auf einen Buhlen , deß ich überdrüssig ward , Den Dolch gezückt und ihm durchbohrt das trunk ' ne Herz , Der ahnungslos an meinen Lippen festgesogen hing . Ja , Grausamkeit und Wollust , süße Zwillinge ! Erzarmiger Büttel mit dem stumpfen stieren Blick Erbarmungsloser Roheit - welch bezaubernd Bild ! Braunfette Dirne mit der schweißig feuchten Hand Und lüstern blinzelnd wie ein Geier - mein Idol ! Ein