Haus fegte und der Weidhofer in die Kirche lief , den Wettersegen zu läuten , da kniete auch die Jungfer drunten in der Wohnstube und betete mit dem ganzen Haus samt Kostkindern und Ehehalten das Evangelium Johannis : Im Anfange war das Wort , und das Wort war bei Gott , und Gott war das Wort . Aß auch am selben Abend noch unangefochten am großen Tisch mit den andern zur Nacht und ward von allen geehrt und hochgehalten als die leibliche Tochter des edlen Herren von Höhenrain . Sie hatte einen Haufen kleiner Münze unter das Gesinde verteilt und , nachdem das Wetter sich verzogen hatte , allen zu Ehren ihres Einzugs Freibier und Honigkuchen gestiftet ; mir aber legte sie , bevor sie zu Bett ging , den feinen Rock , ein samtenes Leibstück und die große Taschenuhr ihres Ziehvaters in meine Kammer und bat mich , daß ich es annehmen wolle zum Angedenken an die Irschermutter und das Waldhaus . Sie begabte auch die Kirche und stiftete einen Jahrtag für ihre selige Mutter ; wollte auch für die Irscherin einen anordnen , das ihr aber nicht gelang , dieweil der Pfarrer auch jetzt noch der Toten jede heilige Handlung und Segnung verweigerte . Doch wußte der Weidhofer hierin einen guten Rat und empfahl der betrübten Jungfer , sie solle doch zu unserer lieben Frau auf den Birkenstein gehen , dort wär die Stiftung wohl angenehm und in willfährigen Händen ; wofür ihm die Jungfer groß dankte und fünfzig Gulden dorthin brachte . Von Mathäi zu Laurenzi Nach diesen Ereignissen kam die Erntezeit ; ein jedes im Weidhof hatte vollauf zu werken , und auch ich mußte nun meine Glieder fleißig brauchen ; der Ziehmutter mangelte das Kuchelmensch , dem Vater der Ochsenbub , da beide im Heuet waren ; auch mußte ich den Mahdern das Essen und den Scheps aufs Feld bringen , Heu und Klee wenden , die Leiterwagen zum Einführen der Ernte bald auf diesen , bald auf jenen Acker oder Grund fahren und zuweilen wohl auch an Stelle des Vaters in der Kirche zum Angelus läuten . Im Waldhaus wurden nun alle Fensterladen geschlossen und die Stuben und Kammern mit dem reichen Ertrag an Klee , Heu , Wicken und Haber angefüllt , während die Stadel des Weidhofs Roggen , Korn und Grummet , Stroh und Laubstreu bargen . Ein fröhliches Erntefest folgte auf diese an Arbeit und Sorge reiche Zeit , und es wurde wieder lebendig in dem bisher stillen Bauernhaus . Bald erscholl auch wieder aus der weitgeöffneten Tenne das klappernde Lied der Dreschflegel : Buama , hauts ein , Hauts nur grad drein ! Dirndln , hauts ein , Dreschts fleißig drein ! Laßts enka Drischl fliagn , Daß mir an Lobspruch kriagn ; Drischts alle Spitzbuam z ' samm , Daß mir koa Plag it habn Mit so an Teifisgfraß ; Hauts zua , na habts an Gspaß ! Unter der Drischl drin Habts die foast Weberin Und den kloan Nagelschmied ; Dreschts ' n nur aa guat mit ! Hauts nur grad zua allsam , Dreschts es guat z ' samm ! Bauer , hau ein , Drisch uns an Wein ! Bäuerin , hau ein , Drisch uns an Brei ! Laßts enka Drischl fliagn , Daß mir hübsch Gulden kriagn ; Drischts alle Schulden z ' samm , Daß mir koan Schadn it habn ; Dreschts uns a Feirtagwand , Gebts uns an Guldn auf d ' Hand ! Unter der Bettziach drin Habts enkan Geldsack liegn , Teats ' n nur außa gschwind , Daß ' n der Schwed it findt ! Laarts ' n am Dreschbodn hin , Na san ma zfriedn ! Es ist schon ein alter Brauch , daß die Drescher in ihren Drischelliedern die Verfehlungen ihrer Nachbarn , besonders aber den Ehebruch , geißeln und rügen , ihre Gerechtsamen als Ehehalten dem Bauern und der Bäuerin fürhalten und auf ehrliche Auszahlung ihres Lohnes dringen . Drum stellte auch die Weidhoferin während dieser Tage öfter als sonst den Fleischhafen übers Feuer und warf auch in den Brei allwegen ein größeres Stück Schmalz zum Schmeck als sonst . Und als dann die Kirchweih kam , da trug sie Schüsseln auf , daß sich der Tisch bog : dreierlei Fleisch und dreierlei Knödel , zweierlei Tauch und zweierlei Schmalzküchlein , und ein eigenes Kirtabrot mit Zibeben und gedörrten Birnen und Zwetschgen gespickt , Kaffee , Bier , Most und Wein . Dann kam der Zupfgeigenjackl und der Klarinettensteffl ; der Oberknecht holte seine Zither unter der Bettstatt heraus , und der Ochsenbub nahm das Trumscheit aus der Ecke , und bald gings an ein Musikmachen und Singen , an ein Tanzen und Stampfen , daß alle Fenster schepperten und der Boden erzitterte . Auch das Kathreinl brachte an diesem Tag seine Zither herab und schlug sie meisterlich , sang auch viele Trutzgsangln und war munter und aufgeräumt . Sie hatte wieder ihren Staat angelegt , und als sie einmal mit einem der Burschen tanzte , da klirrten die Taler und Münzen , die Träublein und Ringe an ihrem Silbergeschnür , und der Seidenzeug ihres Gewandes knisterte und rauschte . An diesem Tag hat mancher , glaub ich , leichtlich vergessen gehabt , daß das Maidel einmal als Hexenjungfer verachtet und verschrien war ; ja , ich glaube nicht übel zu raten , wenn ich dem oder jenem zutraue , er habe damals im Ernst erwogen , ob seine Spargroschen sich etwan wohl ausnähmen neben dem Geldsack der Jungfer oder ob sein pechschwarzer und strohgelber Haarschüppel zu den Goldzöpfen einer Herrischen gut stünde . Auch mich ergriff wieder eine unbezwingliche Sehnsucht , das Mädchen an mich zu reißen und zu herzen ; doch kämpfte ich hart dagegen und begann zu saufen und zu plärren , auf daß meine Sinne betäubt würden . Sang auch alle Trutzlieder durch , die mir bekannt waren , machte ungefüge neue hinzu , sang über die Junker und über die Pfaffen