da unten immer bunter . « Hilmar und Lolo kamen Arm in Arm von der anderen Seite den Strand entlang und als sie Doralice und Herrn von Buttlär begegneten , blieben sie stehen und es fand eine Begrüßung statt . Von einer anderen Seite erschienen Hans Grill und der Geheimrat und gesellten sich zu der Gruppe . Es war hübsch , wie diese Menschen in dem grellen Sonnenschein beisammen standen , wie die hellen Farben der Kleider , das Rot und das Blond der Haare auf dem Hintergrunde der gelben Düne blühten und leuchteten . Frau von Buttlär fand nicht mehr die Kraft des Zorns , sie war zu bekümmert : » Was soll man da machen ? Mama « , fragte sie kläglich . - » Liebes Kind « , sagte die Generalin , » da gibt es nichts anderes als die Führung behalten . Du mußt mit dieser Dame in irgendein Verhältnis kommen . Wenn so was Verbotenes , zum Beispiel eine Dame , von der vor uns nicht gesprochen werden darf , in der Nähe ist , das macht die Männer toll . Kennen wir diese Dame auch so halbwegs , dann verliert sie viel von ihrem Reiz . Also . « » Ich glaube , ich werde das nie können « , klagte Frau von Buttlär , » bin ich nicht eine geplagte Frau ? Bisher der Kampf mit den Gouvernanten und jetzt diese . « Unten löste die Gruppe sich auf , man grüßte und trennte sich . Frau von Buttlär sah ihrem Mann ernst und kummervoll entgegen . Als er jedoch vor ihr stand , schaute sie auf ihr Buch nieder und schwieg . Herr von Buttlär aber fühlte das Bedürfnis , schnell und gezwungen heiter zu sprechen . Nun hatte er also das Unglück des Ortes kennengelernt , Gott , es sah nicht so schlimm aus , aber im Ernst , es war besser so , hier konnte man sich ja doch nicht vermeiden und das mußte auf die Dauer peinlich werden , nun grüßte man sich , sprach miteinander auf neutralem Boden . Hier in dem weltabgeschiedenen Winkel war das ohnehin nicht kompromittierend . Von eigentlichem Verkehr ist ja ohnehin nicht die Rede , nicht wahr ? Frau von Buttlär sah jetzt auf und fragte , als hätte sie das Gesagte nicht gehört : » Lesen wir heute keine Predigt ? « - » Gewiß , meine Liebe « , rief Herr von Buttlär , » ist es denn schon Zeit ? Also gehen wir . « Die Familie begab sich in den Bullenkrug zurück , im Wohnzimmer versammelte man sich und Herr von Buttlär las eine Predigt vor . Es wurde allgemein bemerkt , daß seine Frau während der Predigt weinte . Während des darauffolgenden Mittagessens drückte eine düstere Stimmung auf die Anwesenden . Herr von Buttlär mußte Anstrengungen machen , um eine Art Unterhaltung in Fluß zu halten . Er wandte sich dabei ausschließlich an Fräulein Bork und sprach über Literatur . Er verurteilte den Realismus in der Literatur . Kunst soll doch erfreuen , nicht wahr . Das Leben war doch gewiß nicht heiter genug , um so einfach abphotographiert zu werden . Da seine Frau bei diesen Worten seufzte , wechselte er schnell das Thema und sprach vom Kaiser . Der Sonntagnachmittag war sehr heiß , gelber Sonnenschein in den weißgetünchten Zimmern und über dem sandigen Gärtchen . Die Damen zogen sich zurück . Herr von Buttlär saß im Wohnzimmer hinter seiner Zeitung und schlummerte und das Brautpaar ging auf der Veranda auf und ab . » Bitte , Schatz « , sagte Hilmar , » sieh mich nicht so erwartungsvoll an , das heißt , du hast ein Recht mich so anzusehen , denn du hast ein Recht zu erwarten , daß ich angenehm und unterhaltend bin . Aber ich weiß nicht , dieser Sonntagnachmittag lähmt mich . « » Armer Hilmar « , meinte Lolo ein wenig spöttisch , » den ganzen Tag im blauen Sammetkittel zu stecken . « » Unsinn , Unsinn « , rief Hilmar , » es ist nur eine Stimmung . Ich habe Sonntagnachmittage nie recht vertragen . Komm , setzen wir uns in den Schatten und ich lehre dich Pikett spielen . « Erst gegen Abend wurde es im Hause lebhafter . Die Generalin kam in das Wohnzimmer , ließ ihre laute , energische Stimme erschallen und weckte mit ihr das verschlafene Haus . Dann erschien auch Frau von Buttlär , sie hatte Toilette gemacht und einen Hut mit Kornähren und Mohnblumen aufgesetzt . Sie war noch sehr ernst . Sie zog sich ihre Handschuhe an und sagte ihrem Gemahl : » Reich mir deinen Arm , Buttlär , und wir wollen gehen , den Sonnenuntergang bewundern . Wo sind die Kinder ? Lolo , Nini , Wedig ! « Sie mußten alle kommen und die Familie zog paarweise zum Strande hinab . » Bravo , Bella ! « sagte die Generalin . » Immer die Führung behalten . « Wedig jedoch grollte . » Das soll ein Vergnügen sein . Nicht einmal der Gräfin werden wir begegnen , die geht um diese Zeit nicht spazieren . « Am nächsten Morgen kam Hilmar erhitzt und mit sprühenden Augen zum Frühstück . Er war schon weit herum gewesen , hatte Bekanntschaft mit den Fischern gemacht . Famose Leute ! Da war ein Andree Stibbe , ein blonder Riese mit ganz hellblauen Augen , so hell wie schlechte Milch . Wenn der einen anschaute , war es , als sähe einen ein sehr hochmütiger Dorsch an . Hilmar hatte mit ihm über ein Boot zum Segeln gesprochen , er wollte auch mit ihm auf den Fischfang hinausfahren . Übrigens hatte Stibbe für nächste Zeit einen Sturm versprochen . Auch den Maler hatte Hilmar gesehen , der schien ein braver Bursch zu sein . Seine schöne Frau ging gerade baden in einem sehr bemerkenswerten marineblauen Badekostüm . Endlich hatte er noch mit der