, die blitzenden Fensterscheiben mit den weißen Gardinen dahinter , die sandbestreute Diele und die frommen Sprüche , die im Flur angebracht sind . Und die beiden Leute waren festtägliche Leute dazu , das empfanden die Arbeiter und Bauern ; und noch mehr empfand es der kleine Hans Wenn sich die Haustür in der Pfarre hinter ihm geschlossen hatte und die Klingel lange nachschellte und er auf den Zehenspitzen über die Diele ging mit dem knirschenden Sand , der ein so lautes Geräusch zu machen schien , so schlug ihm jedesmal das Herz ; und in Freude verwandelte sich die Ehrfurcht erst dann , wenn er dem freundlichen Pastor die Hand gab . Was sollen wir viel erfahren von dem , was äußerlich vorging in diesen Jahren ? Auf Hans wirkte das Wesen der Alten , und das Wesen Karls hatte Einfluß auf ihn , zu den Wirkungen und Einflüssen , die er zu Hause hatte und im Wald ; ganz wenig wirkten auf ihn die Jungen in der Schule und die Schule überhaupt , obwohl die einen großen Raum in seinen Erlebnissen einnahm ; aber was er hier hatte , war nur ein Kennenlernen der Dinge , die ein Mensch gebraucht zu seinem äußeren Leben ; diese aber sind für unsere Absichten gleichgültig . Wie Hans in sein zwölftes Jahr kam , mußte er des Pastors Unterricht verlassen und in die Stadt gehen , das Gymnasium zu besuchen ; mit ihm ging Karl Gleichen . Hans wurde auf den Löwenhof gebracht , zu einem Ackerbürger , namens Löwe . Hier bekam er ein Dachkämmerchen mit einem Bett zum Schlafen , den Tag über mußte er sich in der Wohnstube der Leute aufhalten , an deren Tisch aß er auch ; nur die Woche über war er hier . Sonnabends , wenn die Schule beendet war , pilgerte er durch das alte Stadttor hinaus , durch die Felder hinauf in den Wald nach Hause , und Montag früh ging er wieder zurück in die Stadt . Seine Mutter hatte abgemacht , daß sie für die Woche einen Taler bezahlen wollte an die Wirtsleute , den trug er Montags in der Tasche bei sich . Diese Löwes waren alteingesessene Leute , deren Voreltern fleißig und sparsam gewirtschaftet hatten , bei ihnen aber ging alles auf , und es war wohl zu sehen , daß sie ihrer einzigen Tochter einst nichts hinterlassen würden . Das geschah aber so , daß sie nicht eigentlich liederlich waren , auch nicht wirklich verpraßten ; nur war der Mann von langsamer Art und ein Schläfer , und die Frau , wiewohl flink und gewandt , liebte sehr das Essen , mehr aus Liebe zur Kochkunst wie aus Leckerei , denn es freute sie am meisten , wenn es andern schmeckte . Sonst aber waren sie ordentliche und gute Leute . Um vier Uhr des Morgens weckte die Frau den Mann ; der öffnete dann die Kammerfenster und rief die Knechte und die Magd wach ; darauf sagte er , daß er erst wieder warm werden wolle und ging ins Bett zurück , aus dem er dann nicht vor sieben Uhr aufstand . Da pflügten die beiden Knechte schon lange auf dem Acker , und die Magd hatte längst gemolken ; wenn aber des Herrn Auge nicht wacht , so geht der Pflug nicht tief und wird das Euter nicht leer , und vieles wird vertan und verworfen in der Wirtschaft . Die Frau ging in die Küche und sagte , sie fühle sich so schlecht im Magen , ihr sei , als müsse sie etwas Besonderes genießen ; und so briet sie schon am frühen Morgen sich allerhand Leckerbißlein , davon sie auch , als eine kleine Person , dick und rund wurde , indessen der Mann mit dem verschlafenen Gesicht mager und lang war . Wohl sahen sie selbst ein , daß sie auf diese Weise immer mehr zurückkamen , und namentlich an den Quartalsterminen wurde ihnen das klar . Aber sie vermochten nichts an ihrem Leben zu ändern ; wenigstens muß man rühmen , daß sie sich nicht gegenseitig Vorwürfe machten . Nur heimlich klagten sie wohl einem andern ihr Leid , und zu solchem Vertrauen erwählten sie sich ihren Kostgänger Han.s So rief ihn etwa die Frau in die Küche , briet eine schmackhafte Gänseleber , schob ihm die zu und sprach : » Iß , sie ist mit ungesalzener Butter gebraten « , und erzählte dann von ihrem Leben , daß sie viele Anbeter gehabt habe , die sie zur Frau gewollt hätten , aber sie habe nun zu ihrem Unglück diesen Mann genommen ; der sei zwar gut zu ihr und trinke auch nicht , aber er sei träge und schlafe zu viel , und sie könne allein das Wesen nicht halten , so viel Mühe sie sich auch gebe ; dazwischen erzählte sie , daß sie in die Nudeln , mit denen die Gans gestopft wird , buchene Asche nehme , rühmte auch wohl die gebratenen Kartoffeln und erzählte , von welchem Landstück man die Kartoffeln zum Braten nehmen müsse , und von welchem sie als Salzkartoffeln oder in der Schale am besten schmeckten ; und am Ende weinte sie in die blaue Schürze und sagte , wenn sie noch einmal heiraten sollte , was ja Gott verhüten möge , denn ihr Mann sei ja gesund und wohl , aber unmöglich sei doch nichts , so werde sie sich besser in acht nehmen . Und der Mann rief den Hans zu sich , nahm die kurze Pfeife aus dem Mund , tippte ihm damit auf die Brust und erzählte , was er für ein Kerl gewesen sei in seinen jungen Jahren , und was er für Mädchen hätte heiraten können , lobte dann seine Frau , daß sie ja gut sei und auch flink , aber sie sei zu sehr auf das Essen und Trinken , und darüber gehe das Haus zugrunde . Aber , meinte er , man könne