öffnet sich die Thür und Erna ' s Bruder , ein Kamerad Udo ' s von demselben Regiment , tritt , zum Ausgehen gerüstet , ein , den Säbel an der Seite , auf dem Kopfe den Helm , den er beim Erblicken der schönen Fremden bestürzt abnimmt ! Hier ist er ! ruft Erna und läuft davon , unter dem Vorwand , die Mutter benachrichtigen zu müssen , nachdem sie zuvor den Namen der Fremden genannt , auf deren Kommen übrigens der junge Offizier , ebenso wie die anderen Mitglieder der Familie , vorbereitet ist . Also , Sie sind der Schutzmann der Familie , beginnt Miß Jane die Unterhaltung . Arnulf - kann er so heißen ? Warum nicht ! rief Franz Sudenburg . Wir haben drei Arnulfs im Re ' ment . Arnulf ist über den » Schutzmann « ein wenig verwundert ; aber warum sollte Erna ihn , als einzigen Haussohn und Vertreter des verstorbenen Vaters , der Dame nicht als Beschützer der Familie bezeichnet haben , woraus denn diese in ihrer mangelhaften Kenntnis der Sprache einen Schutzmann gemacht hat ? Nun entwickelt sich zwischen den beiden eine drollige Unterhaltung , in welcher die Fremde den » Schutzmann « buchstäblich und Arnulf allegorisch nimmt , bis die Widersprüche und Unmöglichkeiten sich so häufen , daß eine Erklärung stattfinden muß . Miß Jane ist empört , so arg gehänselt worden zu sein ; Arnulf , der sich mit jeder Minute heftiger in das junge Mädchen verliebt - Die Rolle spiele ich ! rief Fritz . - hält dafür , sie müsse eine eklatante Revanche nehmen . Miß Jane , in ihrer Erregung auf und ab gehend , ist an das Fenster getreten und sieht den Offizier , der sich ihr vorhin für einen Schutzmann ausgegeben und so die ganze lächerliche Geschichte eingefädelt hat , auf das Haus zukommen . Arnulf , der ihr gefolgt ist und über die Schulter blickt , ruft : das ist mein zukünftiger Schwager , der Verlobte meiner Schwester ! Er wird sogleich hier sein , ebenso wie meine Schwester , nebenbei ohne die Mama , die gar nicht zu Haus ist . Hätten Sie Mut zu einem tollen Scherz , Miß Jane ? Ich habe Mut für alles , erklärt Miß Jane entschieden . Geben wir uns den beiden Verlobten ebenfalls für Verlobte aus ! Was ist geben aus ? fragt Miß Jane . Stellen wir uns ihnen als Verlobte vor ! Dann wir werden thun müssen wie Verlobte , sagt Miß Jane nachdenklich . Da Sie Mut für alles haben - Well , wir werden thun wie Verlobte , sagt Miß Jane . Sie nehmen vorn auf dem Sofa Platz in einer Vertraulichkeit , die man Verlobten gern gestattet . - Du , Fritz , sagt hier Franz Sudenburg , den Kameraden überläßt Du mir ! Ich habe zuerst auf ihn abonniert , entgegnete Fritz . Es tritt sofort noch der zweite auf , fuhr Albrecht lächelnd fort : Udo , dem Erna aus der Thür , durch welche sie vorhin verschwunden , entgegeneilt . Udo küßt seiner Braut zärtlich die Hand - Na , Franz , fragte hier Fritz . Abwarten , alter Sohn ! entgegnete Franz . Jetzt muß ich die beiden Ruhestörer aber wirklich zur Ordnung rufen , sagte Elimar mit freundlichem Ernst . Die beiden jungen Offiziere verbeugten sich und Albrecht fuhr fort : - küßt also seiner Braut die Hand , was Arnulf sofort auch bei Miß Jane thut , die diese Huldigung als etwas scheinbar Selbstverständliches hinnimmt und auch sonst in dieser Scene ihrem Wort von dem » Mut für alles « volle Rechnung trägt . Auf den Gesichtern Udo ' s und Erna ' s prägt sich tiefstes Erstaunen aus über das , was sie sehen müssen ; sie treten an die beiden auf dem Sofa , die in eine , wie es scheint , intimste Unterhaltung versunken , gar keine Notiz von ihnen nehmen , heran , und Erna stellt Udo als ihren Verlobten vor , der sich ungemein freue , die auf der Straße angeknüpfte Bekanntschaft fortsetzen zu können , und für den kleinen Scherz , den er sich erlaubt habe , um Verzeihung bitte . Miß Jane , ohne Arnulfs Hand zu lassen , erklärt : sie wisse nicht , was der » Herr Constable « unter dem Scherz , den er sich erlaubt haben wolle , verstehe ; freue sich aber , ihm und seiner Braut mitteilen zu können , daß sie sich eben mit seinem » comrade « dem » private constable of the family « , verlobt habe . Was dann Udo durch feurige Küsse auf ihre Hand bestätigt . Aber , Miß Jane , ruft Erna , die ihren Sinnen kaum noch traut ; es ist ja mein Bruder ! Haben Sie etwas dagegen , daß ich Ihren Bruder heirate ? Und ein Constabel schon gar nicht , sondern Offizier ! ruft Erna . Wie Ihr Verlobter ? Wie mein Verlobter . Da können wir uns beide nur gegenseitig gratulieren . Wenn bei Euch zu Lande die Schutzleute so liebenswürdig sind , wie sehr müssen es dann die Offiziere sein . Bravo ! riefen hier Fritz und Franz wie aus einem Munde . Nun , und ? und ? fragten die Damen . Der Rest versteht sich von selbst , meine Damen , sagte Albrecht . Miß Jane beweist , daß sie unter anderm den Mut hat , aus einem Scherz veritablen Ernst zu machen ; die Mama kommt hinzu und segnet einen Bund , durch den ihr Sohn zum glücklichen Gatten einer nicht nur reizenden , sondern auch - wie sie sehr wohl weiß - steinreichen Frau wird . - Und damit , meine Damen und Herren , schloß Albrecht , bin ich mit meiner schwachen Kunst zu Ende . Wenn Sie glauben , daß die harmlosen Scherze Ihren Zwecken genügen - Aber daran kann doch gar kein Zweifel sein , sagte Elimar . Das ist