glaubst , daß ich nur mit meinen fünf Sinnen genießen will . Ich will genießen in allen Formen - in jeder Weise - wie - wo - was - das ist mir ganz gleich . Aber Alles will ich genießen - und daher will ich auch mit meinen fünf Sinnen genießen . Immer will ich genießen - daher will ich auch genießen , wenn ich esse . Allerdings - Du sagtest , es gäbe noch eine übersinnliche Welt . Ich glaube ja an diese übersinnliche Welt . Die soll drum auch für mich da sein . Indessen - nur übersinnlichen Genüssen nachgehen - das scheint mir sehr unsinnig . Das kriegen wir ja garnicht fertig . Ich kann doch nicht immerfort an Wüstengeister denken . Allerdings - Du hast Recht . Zu große Bedeutung darf ich den Genüssen der Zunge nicht beimessen . « Safur denkt nach . Abu Hischam trinkt . Abu Hischam sieht so furchtbar altbacken aus - nüchtern ist er auch nicht mehr . Und Ablas Stimme ist nun auf der Galerie nebenbei zu hören , sie singt leise zu Abu Maschar : » Komm wieder rein ! Ich schenk Dir Wein ! « Das singt sie öfters . Der Prophet ist gutmütig freundlich zu ihr wie ein milder Vater . Die Beiden betreten jetzt den Altan . Safur begrüßt sie sehr freundlich , Abu Hischam sehr spöttisch . Abu Maschar ist milde wie gewöhnlich . Die Drei trinken zusammen und reden . Sie reden aber Dinge , die so schwer verständlich sind , daß sich die weiße Abla traurig abwendet . Den Schwarzen macht das Fackelhalten wenig Spaß - die Sache ist auch nicht grade leicht . Abla sieht in den Empfangssaal . Da brennen oben die maurischen Lampen . Rechts neben dem kupfernen Waschbecken liegen die vollen - links die leeren Weinschläuche . Im Hintergrunde stehen Saids Diener . In der Mitte des Hintergrundes unter der indischen Götzenfigur liegt der alte Dichter Suleiman und schläft - er ist abgefallen . Battany wandelt in seiner blauen Sammettoga mit der Sailóndula auf dem großen Teppich umher - so vertraut und gemütlich . Ungefähr in der Mitte des Teppichs sitzt Kodama neben einem Weinschlauch - im Arme des dicken Geographen befindet sich die Tarub , die sich von dem Dicken lachend küssen läßt und ihm fleißig Wein einschenkt . Die Flötenspieler spielen nicht - man hört nur reden , lachen und flüstern . Die beiden Säulen , die zwischen Altan und Empfangssaal die drei Spitzbogen tragen , sind nur dünn und können das Durchsehen nicht hindern ... Die Abla sieht alles . Und sie ärgert sich über Kodama und auch über die Tarub , singt spöttisch sehr laut und hell : » Liebst mich morgen ganz allein - Heute muß es anders sein . « Und das singt sie immer wieder , bis das der leichtsinnige Kodama versteht . Gleichzeitig sieht aber auch der Safur seine Tarub in Kodamas Arm . Donnerwetter - da wird er wütend . Der Dicke läßt sich aber nicht leicht aus der Fassung bringen , ruft dem Dichter mit wohltönender Stimme zu : » Du schlauer Safur - wir sind ja gute Freunde . Unter Freunden nimmt man sich so was doch nicht übel . Ich wollte nur die kleine Abla ein bißchen eifersüchtig machen ! Sei wieder gut ! « Safur aber knirscht mit den Zähnen , daß es Alle hören . Alle sind jedoch ziemlich berauscht , sodaß man diesen knirschenden Wutlauten nicht zu große Bedeutung beimißt . Nur Battany merkt , daß die Lustigkeit der Zecherei gestört werden könnte , und schreit daher mit donnernder befehlender Stimme : » Sailóndula wird hier auf unsrem Teppich tanzen . Kodama , steh auf ! Safur , sei vernünftig ! Trink , Bruder ! Sailóndula , tanz ! Alle Sklaven sollen mit den Fackeln in den Saal kommen ! « Die Rede wirkt . Man holt die Flötenspieler . Die zwölf Schwarzen kommen mit den Fackeln in den Saal . Kodama und Tarub stehen auf . Suleiman wird an die Seite gelegt . Auch Jakuby erscheint jetzt wieder , er fällt immer hin und fuchtelt mit dem Zeigefinger durch die Luft , was sich sehr albern ausnimmt . Der dicke Osman kommt auch mit den Flötenspielern zusammen herein , er ist schrecklich lustig und kneift den Schwarzen in die Backen . Die Schwarzen grinsen . Sie sehen drollig aus . Dann aber bittet der große Al Battany seine Freunde auf den jetzt dunkeln Altan hinaus - die Tarub und die Abla werden von ihm ganz besonders höflich gebeten . Tarub schimpft auf den Safur . Abla singt dazu : » Eifersüchtig willst Du sein ? Ach , Du bist es nicht allein ! « Safur lacht und küßt die Abla . Man trinkt wieder - noch hastiger als bisher . Wenn Sailóndula tanzt - dann hat das was zu bedeuten . Schade nur , daß der Suleiman schläft ; der sieht so gern tanzen . Abu Hischam , der kaum stehen kann , will jetzt wieder lallend vom Bunde der lauteren Brüder reden , man hält ihm aber den Mund zu und bittet ihn , sich hinzusetzen . Ach - die Menschen werden so anders , wenn sie getrunken haben . Im Empfangssaal thront die indische Götzenfigur - rechts und links neben ihr stehen die Flötenspieler mit den Flöten . Die Sailóndula im weingrünen Kleide geht in die Mitte des Teppichs und blickt noch einmal scheu zum indischen Götzen hinauf . Vier Schwarze stellen sich an die hintere Seite des Teppichs - vier rechts und vier links . Die Fackeln flammen hoch auf . An der Decke wirbeln die Rauchwolken . Der indische Götze leuchtet und glänzt . Auch der kupferne Himmelsglobus wirft das Fackellicht zurück , das kupferne Waschbecken gleichfalls . Battany sitzt mit Tarub und Abla hinter dem Mittelbogen , die Andern sitzen und stehen hinter und neben dem Astronomen . Und Sailóndula tanzt . Die Flötenspieler spielen ein altes indisches