hätt ich eigentlich nichts einzuwenden « , hörte er seinen Vater sagen . » Wie kommst du denn auf den ? « fragte die Sonnenwirtin dagegen . » Mir deucht ' s seit einem Vierteljahr oder so etwas her , daß er ein Aug auf das Mädle hat . Er hat mir schon so eine Art Wink gegeben , freilich nicht mit dem Holzschlegel , denn er hat gar einen besonderen Stolz . Aber er ist ordentlich , bringt sein Sächle vorwärts und tät auch sonst besser für ein jungs Mädle passen als so ein alter Krachwedel . « » Ei , Alterle , wie tust du doch so jung ! « erwiderte die Sonnenwirtin . » Übrigens hab ich ebenmäßig nichts wider den Müller , und dem könntest du außerdem einen großen Gefallen erweisen . Ich hör , er will bauen , und da werden ihm ein paar tausend Gulden eine Frau erst recht wert machen . « » Das geht nicht ! « brummte er dagegen . » Von der Sonne kann ich nichts weggeben . Die ist und bleibt der Grundstock in der Familie , die darf nicht einen Strahl von ihrem Glanz einbüßen . « » Dann wird er wenig Lust haben « , sagte sie . » Zum Bauen hat er das Geld nötig . So wacker er ist , so ist er doch noch zu jung , als daß ihm jemand so viel leihen tät ! Also muß er ' s erheiraten . « » Soll anders wohin gehen . « » Der Chirurgus dagegen sagt , es sei eine Schande für einen Mann , wenn er beim Heiraten aufs Geld sehe . Er begehrt nichts dazu , er sagt , deine Tochter wär ihm lieb , und wenn sie nackt und bloß zu ihm käme , er wolle sie schon ernähren . « » Nu , wenn sich kein anderer meldet , so kann er sie haben . « » Ja sieh , aber er pressiert eben und wird auch nicht gerad warten wollen , bis es uns gefällig ist . Mit dem Probieren ist ' s so eine Sach . Die Mannsleut sind nicht so uninteressiert heutzutag . Wenn nun kein anderer käm , und der Chirurgus ging sonstwo auf die Brautschau , so blieb eben das Mädle sitzen , und das wär doch ein Spott und eine Schand . « » Hm ! « brummte der Sonnenwirt . » Der Habich ist besser als der Hättich « , fuhr die Frau fort , » und wenn man einmal etwas tun will , so tut man ' s besser gleich , damit ' s nachher nicht zu spät ist . Mir kann ' s zwar soweit einerlei sein ; es ist dein Kind und nicht meins . Was geht ' s mich an , wenn sie eine alte Jungfer werden will ? Meinetwegen kann sie in der Wirtschaft bleiben , solang sie mag . Deshalb ist mir ' s am liebsten , wenn ich dabei ganz aus dem Spiel bleiben kann . Nichts Schwereres für eine Stiefmutter , als solcherlei Pflichten zu erfüllen ; denn wenn ich noch so gut sorge , so bin ich doch eben die rechte Mutter nicht , und wird mir mein Sorgen noch obendrein verdacht . Mach du die Sach mit deiner Tochter ab . Sprich mit ihr und frage sie , was ihr gefällig sei . « » Fragen ! « brauste der Sonnenwirt auf . » Man wird so ein Ding noch lange fragen . Sie soll froh sein , wenn man sie versorgt . Nun ja , der Haue muß ein Stiel gedreht werden . Also , wenn kein anderer um den Weg ist , so mag ' s mein ' thalben der Chirurgus sein . Aber da soll er sich nur das Maul abwischen : bar Geld kriegt er keins von mir . « » Sei ganz ruhig . Bis wann soll denn die Sach jetzt richtig werden ? « » Das laß ich dir über . « » Sieh , Schwan « , hob die Sonnenwirtin mit einem freundlichen und überzeugenden Tone an , » ich hab das schon vorausbedacht , denn ich muß ja doch an alles denken . Weißt , morgen ist ja der Monatstag , da kommen die geistlichen Herren wieder zusammen . « » Hm « , brummte der Sonnenwirt . » Der Amtmann wird auch dabei sein , vielleicht sogar der Vogt von Göppingen . « » Hm , ja . « » Und weil unser Haus eigentlich doch auch ein wenig über den Leisten geschlagen ist , so könnte man dem Ding einen Anstrich geben , daß es ein recht gesellschaftliches , fürnehmes Aussehen bekäme . Weißt , auf so was verstehst du dich ! Wenn die Herren dann aufstehen müssen und Gesundheit trinken , so wird der Verspruch zur Hauptsach , und die Herren mögen wollen oder nicht , sie sind dann eigentlich nur um des Verspruchs willen da . « Der Sonnenwirt hatte immer beifälliger gebrummt . » Dabei soll ' s bleiben ! « sagte er endlich . » Aber jetzt laß mich schlafen , hast mir die Zeit lang genug gemacht . « Auch Friedrich hatte genug gehört . Leise , wie er gekommen wär , schlich er hinaus und begab sich auf seine Kammer , wo er lange nicht schlafen konnte . Als er in der Frühe seiner Schwester auf der Treppe begegnete und sie ihm guten Morgen sagte , klang ihre Stimme gar nicht so entschlossen wie vergangene Nacht . » Du machst ja ein Gesicht wie die Katz , wenn ' s donnert « , raunte er ihr zu ; » stell dich krank , Magdalene , stell dich krank und mach , daß du nur über den Tag hinüberkommst . « » Es wär keine Verstellung « , erwiderte sie , » wenn ich mich wieder legte . « » Tu ' s , tu ' s !