schon geschehen ist . Amen . Hierzwischen aber trug sich etwas Absonderliches zu . Denn als Herr Wittich meines Vernehmens eines Morgens aus dem Fenster schauet , daß das Töchterlein seines Fischers , ein Kind bei 16 Jahren , deme er fleißig nachgestellet , in den Busch gehet , sich trocken Holz zu brechen , macht er sich auch alsobald auf , warumb ? will ich nit sagen und mag sich ein Jeglicher selbsten abnehmen . Als er jedoch den Klosterdamm eine Weile aufgeschritten und bei der ersten Brücken kömmt , da wo der Ebreschenbaum stehet , siehet er zwo Wülfe , so auf ihn zulaufen , und da er kein Gewehr nit bei sich führet , als einen Stecken , klettert er sofort in einen Baum , worauf die Wülfe umb selbigen herumtraben , ihn anblinzen mit den Augen , das Maul löcken , und endlich sich mit den Vordertatzen gegen den Baum in die Höhe auffheben , und hineinbeißen , wobei er gewahr worden , daß der eine Wulf , so ein He und ein langer feister Feger gewesennur ein Auge gehabt . Hebet also an in seiner Angst zu schreien , und die große Langmuth des barmherzigen Gottes wollte ihn auch noch einmal erretten , doch ohne , daß er dadurch klug worden wäre . Denn das Dirnlein , so sich auf der Wiesen hinter einen Knirkbusch verkrochen , als sie den Junker kommen sieht , rennet forts auf das Schloß zurücke , worauf denn auch viel Volks alsobald herbeifähret , die Wülfe verjaget , und den Junker erlöset . Selbiger ließ dahero eine große Wulfsjagd des andern Tages in der Klosterheiden ansagen , und wer den einäugigen Feger ihm todt oder lebendig brächte , sölle eine Tonne Bier zum Besten haben . Doch haben sie ihn nit gefangen , obgleich sie in den Netzen sonsten bei vier Wülfen diesen Tag gehabt und geschlagen . Also ließ er auch weiters in meinem Kapsel die Wulfsjagd ansagen . Doch wie der Kerl kömmt , die Glocke auf dem Thorm zu rühren , hält er nit ein wenig inne , wie es bei Wulfsjagden der Brauch ist , sondern schläget sine mora2 immer tapfer zu an die Glocke , so daß männiglich glaubt es sei ein Feuer aufgegangen , und schreiend aus den Häusern herfürspringt . So läuft auch mein Töchterlein herbei ( denn ich selbsten war zu einem Kranken nach Zempin gefahren , angesehen mir das Gehen schon etwas schwer fiele , und ichs nunmehro ja auch besser haben mochte , ) hat aber noch nit lange gestanden , und nach der Ursachen geforscht als der Amtshaubtmann selber auf seinem Schimmel mit drei Fuder Zeug hinter ihm herbei galoppiret und dem Volk befiehlet , sogleich zur Heiden aufzubrechen und auf den Wulf zu klappern . Hierauf will er schon mit seinem Jägersvolk , und etzlichen Männern , so er sich aus den Häufen gegriffen , weiter reuten , umb hinter der Damerow den Zeug zu stellen maßen die Insel dorten wunderlich schmal ist3 und der Wulf das Wasser scheuet ; als er meines Töchterleins gewahr wird , sein Pferd wieder umbdrehet , sie unter das Kinn greifet , und freundlich examiniret , wer und woher sie sei ? Als er solches erforschet , sagt er , daß sie schier so hübsch sei , als eine Engelin , und daß er gar nit gewußt , daß der Priester hieselbsten eine so schöne Dirne hab . Reutet darauf weiter , sich noch wohl an die zwei oder drei Malen nach ihr umbschauend , und gelangt auch im ersten Treiben schon zu dem einäugigten Wulf , so im Rohr an der Sehe gelegen , wie sie gleich an der Loosung verspüret . Denn der Wulf looset immer auf einen Stein , die Wölfin aber thät ihre Loosung mitten in den Weg und es ist platschicht , wogegen seins immer fast dicke ist . Das hat den Junker sehr ergetzet und haben die Zeugknechte ihn mit großen eisernen Zangen aus dem Garn herfürhohlen und halten müssen , worauf er ihn bei einer Stunden lang unter großem Gelächter langsam und jämmerlich zu Tode gemartert , was ein prognosticon ist , wie ers nachhero mit meinem armen Kinde gemacht , denn Wulf oder Lamm ist diesem Schalksknecht gleich . Ach du gerechter Gott ! - Doch ich will nichts übereilen noch zuvorkommen . Des andern Tages kömmt den alten Seden sein gluderäugigt Weib , so wie ein lahmer Hund mit dem Hindern drohete , und stellet meinem Töchterlein für : ob sie nit wölle bei dem Amtshaubtmann in Dienst treten , lobet ihn als einen frommen und tugendsamen Mann , und wäre alles was die Welt von ihm afterrede , erstunken und erlogen , wie sie selbsten deren Zeugniß ablegen könne , angesehen sie länger denn zehn Jahre bei ihme in dem Dienst gestanden . Item lobet sie das Essen , so sie dorten hätte , und das schöne Biergeld , so große Herren , welche hier gar oft zur Herberge lägen , vor die Aufwartung spendeten , wie sie denn selbsten von Sr.f.G. dem Herzogen Ernst Ludwig mehr denn ein Mal einen Rosenobel überkommen . Auch hätt es hier sonsten oft viel junge hübsche Leut , so daß es ihr Glück sein könnte , massen sie ein schön Frauensbild wäre , und nur das Aussuchen hätte , wen sie heirathen wölle ; daß sie aber in Coserow , wo Niemand nit käme , sich krumm und dumm sitzen könne , bevorab sie unter die Hauben geriethe etc. Darob erzürnete sie mein Töchterlein über die Macht und antwortete : ei du alte Hexe , wer hat dir gesaget , daß ich wölle in Dienst treten , umb unter die Hauben zu kommen . Packe dich , und komm mir nit ferner in das Haus , denn ich habe mit dir Nichtes zu schaffen , worauf sie denn auch alsobald wieder mummelnd ihrer Straßen zog . Kaum aber waren etzliche Tage verschienen , und stehe