Ben David schlau lächelnd bei . - » Mich ergötzt es ungemein , « hob hier der Predigermönch Johannes an , der bis jetzt keine Sylbe zu dem Gespräch gegeben hatte , » daß durch des Junkers Aussage mein guter Dagobert von jeder Mitwissenschaft an dem dunkeln Gewebe dieses seltnen Menschenkaufs freigesprochen wird . Mich hat es tief betrübt , da ich hörte , daß auch in dieser gräulichen Judensache meines Zöglings Name vorgekommen . Ein teuflischer Unhold scheint sich seit kurzer Frist Mühe gegeben zu haben , alles Unheil über dem Haupte Dagoberts , des Schuldlosesten aller Menschen , zusammenzublasen , und sein eigner Vater sogar hat an die Lügen der Leidenschaft und des Zufalls geglaubt . Deßhalb habe ich mich aufgemacht von meiner Zelle , um hier ein Wort der Sühne für den Zögling zu sprechen , der - abwesend - nicht selbst seine Sache zu führen vermag ; denn ich kenne sein Herz , - ich habe es gebildet ; ich darf - ich kann - ich muß mich für ihn verbürgen . « - Reinhold schaute , während Diether vor der Hoheit des beredten Priesters die Augen niederschlug , den Mann eines verhaßten Ordens , scharf von der Seite an , und sprach : » Das mögt Ihr allerdings , gelehrter Herr ; allein laßt uns im Geleise bleiben . Dagobert findet seinen Richter in und außer sich . Hier handelt sich ' s jedoch um andre Dinge : um dieses Knaben Wohlfahrt , um die Unschuld seiner Mutter . « - » Rede , Hans ! « hob nun mit einem tiefen Athemzuge Diether an , und nahm den Buben freundlich bei der Hand : » Sage uns selbst , mit eignem Munde , wer Dich davon geführt hat , von Willhild . « - Der Knabe sah ihn fragend an . - » Wer verließ Dich zu Worms ? « fügte der Oberstrichter bei . - » Ei , die schwarze Mutter ! « antwortete das Kind : » sie hat mich erbärmlich geschlagen , und dann auf der Gasse liegen lassen , da ich schlief . Der Mann hier hat mich darauf zu sich genommen . « - » Ganz recht , Knabe ; « versetzte Reinhold : » wer ist aber die , die Du eine schwarze Mutter nennst ? « - » Schwester Wallrade ist ' s , « entgegnete Hans nach kurzem Besinnen : » Da sie wieder kam und mich küssen wollte , hatte sie ein roth Röcklein an ; ich habe sie aber doch wieder erkannt . « » Wer ist Dein Vater , Knabe ? « - fragte der Schultheiß plötzlich und scharf . Der Knabe stutzte ob der heftigen Anrede ; aber ein ermunternder Händedruck des Paters an seiner Seite gab ihm Muth , und er deutete scheu und verzagt auf Diether . - Also ist die Gewalt eines liebevollen Herzens , das gleichsam wider Willen von Groll umsponnen wurde , daß der geringste Anlaß den Geist der Liebe wieder darinnen mächtig weckt . Diether erfuhr es in diesem Augenblicke . Die scheue , - man möchte sagen - sclavische Geberde des Kleinen gewann ihm plötzlich die Zärtlichkeit des Alten , weil es demselben schmeichelte , dadurch vor der Welt sein Recht , das er selbst beinahe im Argwohn aufgegeben , behauptet zu sehen . Er zog den Buben an seine Brust , küßte ihn , und rief : » Ja , ja , du armer kleiner Hans ! Du sollst den Vater nicht länger missen . Bitte nur den Himmel , daß er völliges Licht in diese Wildniß von Zweifeln sende . « - » Das ist Dein Vater also ; « fiel der Schultheiß ein , welcher gar zu gerne den Knaben auf einem Fehlwort ertappt hätte : » Wer aber ist Dagobert ? « ... » Mein lieber Bruder ! « erwiederte Hans vergnügt und munter . - » Und Frau Margarethe ? ... « fuhr der Versucher fort . - » Mein liebes , liebes Mütterlein ! « hieß die unbefangene Antwort , und der Schultheiß sprang auf mit den Worten : » In Gottes Namen denn ! Selig sind die da glauben , und nicht sehen ! « Diether sah gehässig auf den Unmuthigen , der zum Fenster trat , und wandte sich dann zu dem Oberstrichter und den geistlichen Herren . » Gewisse Vorfälle , « sprach er , » die sich während meiner Tochter Anwesenheit zwischen ihr und dem Knaben ereignet , so wie die Aussagen des Kleinen bestimmen mich schier , an die Gewißheit der Aufklärung , die Ihr gegeben , würdiger Pater Reinhold , zu glauben . Ich danke Euch auch mit zerknirschtem Herzen dafür , denn ich beginne mein Unrecht einzusehen , und verzeihe sowohl dem Junker von Hülshofen , als auch dem elenden Juden hier , daß sie mit meinem Blute einen Handel getrieben . In diesem Augenblicke schmerzt mich nichts mehr , als daß meine Wirthin einen Schritt gethan , der ihr nicht erlaubt , selbst hier das Gesagte zu bekräftigen . Willhild , welche um die Sache vollkommen wissen muß , hat sich am zweiten Tage nach Wallradens unbegreiflichem Raube , auf eine weite Wallfahrt begeben , und ich habe nichts von ihr gehört ; allein Wallradens Zofe , unstreitig eine Vertraute des Frevels , ist in diesen Mauern , und sie ist es , die Ihr gefangen haltet , Herr Schultheiß , weil sie das Unglück hatte , von Euern Häschern für eine Andre gehalten zu werden . « - » Weder ein Unglück für sie , « entgegnete der Ritter stolz , » noch eine Sünde von mir . Der Oberstrichter hat über die Magd sammt ihrem Kinde zu verfügen , und wird sich nicht weigern , sie vorführen zu lassen . « Der Oberstrichter zog die Schelle , und befahl , die Magd aus dem Gefängnisse zu holen . Während nun Diether mit dem Bettelmönche und seinem Buben in freundlicherm