Bildung erst wieder errungen werde . So löst sich die Frage : ein Teil des Menschengeschlechtes arbeitet immer im Geiste bis seine Zeit gekommen . Der Kronenwächter harter Kampf - der taube Rappolt in ihrem Kreise auf der Höhe . » Kronenritter , Kronenritter ! Schaut im Westen das Gewitter , Jeder steh an seiner Stelle , Daß ich in des Blitzes Helle , Eurer Augen Sterne sehe , Wenn ich bei der Krone stehe . « Also ruft der taube Wächter , Und es stehn die starken Fechter An den Speeren mit dem Kinne , Aug auf Aug mit wachem Sinne , Jeder auf den andern lauert , Also hat ' s die Nacht gedauert . Ströme flüchten von dem Himmel Vor des Feuers wild Getümmel , Das durch alle Fugen sprützet , Wo ' s erst Morgens ausgeblitzet , Als die Sonne schwer beladen Schauet auf des Landes Schaden . Wo die goldnen Ähren wogen , Schwarze Ströme niederzogen , Schwarze Tannen aus der Höhe Schwimmen in dem weiten See , Und die Hirsche und die Rinder Flüchten zum Gebüsch geschwinder . Doch auf den Gebirgen stehen Blanke Säbel , die sie mähen , Schlagen , schlagen , schonen keinen , Vor der Kronenburg erscheinen , Auf dem Berg ihr Lager schlagen , Ihren Gruß den Rittern sagen . » Übergebt des Volkes Krone Und wir geben euch zum Lohne Euer Leben , eure Lehen , Sonst müßt ihr zugleich vergehen Mit dem Volke in der Fläche , Schont des roten Blutes Bäche . « Aug in Auge sich befassen Unsre Ritter und erblassen , Und der taube Wächter findet , Auf den Wangen was verkündet , Schüttelt dreimal mit dem Haupte , Weil ' s die Ehre nicht erlaubte . » Alle Pforten doppelt schließet Und mit Steinen sie begrüßet , Die so ungebeten kommen ; Keiner ist noch aufgeklommen , Der nicht stürzte eilig nieder , Auf und brecht der Feinde Glieder . « Fester stehet nicht der Himmel , Als die Ritter im Getümmel , Und der Feinde freche Haufen In dem wilden See ersaufen , Andre meinten in dem Streite , Auszuhungern unsre Leute . » Kronenritter , Kronenritter , Ach das Hungern ist so bitter Und der Durst , der ist ein Feuer , Und der Schlaf ist uns so teuer Als die Krone , wir versinken , Gibt ' s für uns nicht Schlaf noch Trinken . « » Ritter , euch seh ich mit Schmerzen Stehen wie erloschene Kerzen . « - Und er greift das Schwert mit Grimme , Ruft mit ganz gedämpfter Stimme : » Ich zerhau dich Gnadenkrone , Daß du nicht dem Feind zum Hohne . « Wieder zu dem alten Bette Zog den Strom der Erde Kette , Unsers Volkes flüchtige Scharen Eilen ihren Schatz zu wahren , Und die Feinde werden flüchtig , Als sie unser Volk ansichtig , Jubelnd ziehen sie zum Schlosse , Doch da rufet kein Genosse Und weil keiner sie will führen , Brechen sie vom Schloß die Türen Und sie sehen die Ritter alle Finster blickend auf dem Walle . Fest gelehnet an den Speeren Stehen sie mit hohen Ehren , Als entseelte treue Wächter Schauen sich noch an die Fechter , Schauen zu dem tauben Alten , Der die Krone will zerspalten . Nein , ein Wunder anzuschauen , Wo sein Schwert hat eingehauen , Sind Rubinen ausgeflossen , Um die Krone schön entsprossen , Daß sie fester im Gewinde Ritter und auch Volk verbinde . Nun nach den Tagen des Streites zwischen Menschen und der Elemente Verwüstung durch das Erdbeben , nachdem Anton alle seine Waffengesellen , Schwester und geliebte Frau untergehen sehen , flüchtet er zur Höhe , zum gläsernen Turm , der wie ein Gewölk erscheint , dort zeigt ihm Rappolt , wie er , daß er , nach Rom gezogen , nun zum zweitenmal versäumte sich empor zu schwingen , und wie das Böse mit sich fortreiße , nur das Gute getan und bedacht sein will . Er erzählt ihm , wie die Krone , während des Kampfes vermißt , die verloren und von Seger gestohlen war , von Susannen während dem Erdbeben ist wieder gebracht worden , und ihre getreuen Wächter für sie sich dem Tode geweiht haben . Sie stürzten hinab in den See , nur der alte Rappolt blieb einsam auf der Höhe - er legt ihm die Zeichen dar , wie sie nun alle erfüllet sind . Ja die Zeichen sind alle erfüllet , Als sich der Himmel so dunkel umhüllet , Sonne auf blutenden Gleisen entstieg . Wie die häuslichen Tiere sich bargen , Ha ! da schauderte allen vorm Argen Ahnend der Unterwelt nahenden Sieg . Glühender , stiller werden die Winde , Vögel verfliegen vom Neste geschwinde , Säulen des Wassers wirbeln im Meer , Rollende Donner von unten und oben Gegen die Flammen , die unter uns toben , Stiebet der Himmel in Blitzen sich leer . Gärende Tiefe will neu sich erheben , Unterweltschatten durchstoßen im Beben Lieblicher Auen blühenden Grund , Jupiter schleudert vergebens die Blitze Von des dröhnenden Götterbergs Spitze Nach des Vulkanes eröffnetem Schlund . Weh ! die Titanen sich wieder erkühnen , Schon die feurigen Augen erschienen , Schon der dampfende Atem sich hebt , Schön wie ein Fruchtbaum im Herbste zu schauen , Aber den Früchten ist nimmer zu trauen , Denn sie zerschmettern bald alles , was lebt . Sehet die Zähne im geifernden Munde Reißen dem Berge die berstende Wunde , Lange verschloß er die glühende Wut , Sehet , der Atem der Riesen entbrennet , Zündend mit bläulicher Flamme hin rennet , Sticket der Menschen erdreistenden Mut . Könnten sie dräuend die Glieder noch regen , Tapfer die Brust entgegen ihm legen , Fühlten sie rächend dies Leiden nicht ganz , Aber die glühenden Arme , sie schwinden , Mutige Augen im Feuer erblinden , Jammernd verrinnet begeisternder Glanz . Erde und Himmel zusammen sich brennen , Chaos