der Britten ! Mit dem Adler jage der Leopard ! Im tobenden Weltgedränge Sei deutscher Longmuth nicht bewahrt - Ich lehre euch die Strenge ! « Da stiegen empor zwei Recken frisch , Der eine ein derber Bauer . In ihm vereint ein seltsam Gemisch ' Weltlust und entsagende Trauer . Eine neue Götterdämmerung Weissagen muß er bange . Er droht wie Tor mit Hammerschwung Der römischen Midgardschlange . Der Andre war ein lustiger Fant , Ein scharfer Gedankenspalter Er liebte Minne und Vaterland , Wie der Minnesänger Walter . Sonst schonte er nichts und fürchtete nichts Und haßte Philister und Kutten - - An eurem Wesen uns gebricht ' s , O Luther und o Hutten ! Da aus dem Nebel des Traumes stieg Eine Dreizahl von Heroen : Ich sah des deutschen Geistes Sieg Im Anblick dieser Hohen . Sie schwebten auf wie Adlerflug Vereint zur Morgenröthe . Ihr Genius sie aufwärts trug , Lessing , Schiller , Göthe ! Jetzt hob sich aus dem Nebelmeer Eine riesenhafte Erscheinung . Er war allein und um ihn her Der Feinde Völkervereinung ! Der kleine Mann und der kleine Staat Drückten allein sie nieder . Zorndorf war nur eine Nebenthat Im Kampf mit dieser Hyder Und gegen die östlichen Nebel zu Hob er drohend die Krücke Und scheucht mit herrischem » Du , Du ! « Sie in sich selbst zurücke . Nun aber langsam mächtig wuchs Wie der steinerne Gast zur Höhe Eine ernste Gestalt , ich erkannte flugs Den Stein vom Haupt zur Zehe . Er kannte den treuen Bundesgenoß , Den theuern Moskowiter , Der unsern hündischen Dank genoß . Der Freiherr lächelte bitter . Das war ein Freiherr jeder Zoll , Ein Herr und auch ein Freier ! O Judasküsse tückevoll Bei Deutschlands Freiheitsfeier ! Europas Herz durchbohrt , verkauft Von lauernden falschen Beschirmern ! Der Einheit Blüthe , mit Blut getauft , Zernagt von schmarotzenden Würmern ! Das Herz schwoll mir vor Kummer an . Da sah ich Ihn auferstehen Aus der Gruft von Deutschlands Ehre - ein Mann , Fest von Haupt zu Zehen . Einen Flamberg hielt er vor sich stracks , Fest in den Stiefeln stand er . Den Trotz des Slaven- und Wälschenpacks Zertreten die miteinander . Er ist gar schreckbar anzuschaun , Gleich wie ein Götze der Wenden , Mit dem Wodanaug ' unter düstern Braun Und immer das Schwert zu Händen . Und da er einen Blick nun warf Nach dem gährenden tobenden Osten , Scholl dort ein Lärmruf grell und scharf : » Laßt nicht die Waffen rosten ! Was schwingen wir gegeneinander das Beil , Wie einstmals die Strelitzen ? Für uns liegt dort das wahre Heil , Im Westen zu stibitzen . Den Deutschen Erbfeind in den Bann ! Er ist der große Verschlinger . Er wuchs aus kriechender Ohnmacht an Zu einem Weltbezwinger . Entscheidungskämpfe schwer und scharf Erwarten euch , Teutonen . Denn nur das heilige Rußland darf Als Weltenherrin thronen . Stets weiter unsers Reichs Polyp Den ehrnen Fangarm dehnte . Siebirien rastlos vorwärts trieb , Bis sich ' s an China lehnte . Nach China gings vom Kaukasus ! Von dort zum Himalaya ! Am Ganges und am Bosporus Erwartet uns der Raja . Afghanen-Emir , Perser-Schah , Ihr werdet uns Vasallen ! Am Donau-Ufer fern und nah Der Ukas Donner schallen . « IV. Sind das Lithauens unendliche Strecken ? Ein Schlachtfeld sah ich in ahnendem Schrecken . Die Flamme beleuchtet im öden Raume Mit bläulichem phosphorartigem Schein Die reifen Früchte am Pflaumenbaume Und wandelt in Golddukaten die Birnen . Hoch über dem Feuer in stillem Verein Schweben die Raben mit finstern Stirnen , Wie schwarze Kreuze auf goldenem Grunde . Still wird es in der unendlichen Runde . Die Welt der Insekten brummt und summt , Das Zirpen der Heimchen nie verstummt . Das trockene Schilf als Wachtfeuer lodert . Der einsame Schwan , der sanfte Störer , Wie eine silberne Glocke fodert Gebet und Andacht von jedem Hörer . Und rauscht er empor zur nördlichen Fahrt , So wird er plötzlich , eh er ' s gewahrt , Von rosigsilbernem Licht übergossen . Und dann erscheint das Wolkengewimmel , Als flögen rothe Tücher am Himmel . Durchsichtige Lämmerwölkchen flossen Am Äther hin , rothgoldene Streifen Den blauen Horizont umreifen , Wie von einem Riesenpinsel gezogen . Die Zieselmäuse der Steppe pfeifen . Die Gräser , von frischer Brise gebogen , Rauschen zusammen wie Meereswogen . Die grüne jungfräuliche Oede strahlet , Dies goldiggrüne Meer sich bemalet Mit tausend Farben . Wollüstig badet Die Steppenmöve im Sonnenstrahl . Den Habicht zu reichlichem Raube ladet Die Musik des Tages im Steppenthal , Wo alle Würmer der Erde erwachen , Wo das Rebhuhn hinhuscht am feinen Stengel Der Weizenähre , wo aus den flachen Steppenstrecken , ein schüchterner Engel , Die hellblaue Kornblume sich erhebt Und pyramidenförmiger Ginster . Leuchtkäfer erblassen , der Schatten verschwebt , Hellgrün ist Alles , was schwarz und finster . - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Und dieses Land der Zukunft trug Des Deutschen Colonisten Pflug . » Hm , hm , « urtheilte der Rechtskundige , nachdem die Lectüre beendet , bedenklich . » Das steht schlimm . Zweifellos Grober Unfug ! Sehn Sie , der Paragraph wird jetzt so gedehnt nach Belieben , daß Sie ja ganz unrettbar verloren scheinen . Beleidigung verschiedener Zaren , speziell des verstorbenen , eines engbefreundeten Souverains - o , o ! Und dann überhaupt die ganze aufreizende Tendenz ! Dieser Haß gegen das engbefreundete Rußland ! Ihre Dichtung ist geeignet , Zwietracht zwischen verbündeten Völkern zu schüren . Nein , lieber Herr , vom Standpunkt eines königlich preußischen Richters aus muß man Sie ja wegen , Groben Unfugs ' , begangen durch die Presse , verdammen . Kommen wir nun zu Punkt . Zwei ! « Er