errichtet Als Vogelscheuche , Rabengier zu zügeln . Und Geier auch und Wölfe , wilde Hunde , Sie nahen rings zum Leichenkarnevale . Sie zehren all von unserem Verfalle . Der Luft und Erde Raubzeug steht im Bunde . Wer aber kann den inneren Wurm verscheuchen , Der schon im Leben heimlich an uns bohret ? Fort , Unsinn , mit des Aberglaubens Bräuchen ! Kein blauer Weihrauch-Dunst den Tod umfloret . Er grinst dich an aus Schädelpyramiden . Und lacht der Tod - was sollten wir nicht lachen Ob all den Nichtigkeiten , die im Frieden Das Glück und Elend unsers Lebens machen ? O Krieg , du bist der Menschheit Dornenkrone . Durchzuckt von ewigen Wehen der Geburt , Geheftet an des Todes Eisengurt , Hängt sie am Kreuze gleich dem Gottessohne . Die Hunnenschlacht . I. Ich träumte jüngst von einem wilden Walde , Voll alten Bäumen , die vom Sturm entlaubt , Der von Sibiriens Strömen niederschnaubt . Schon färbt der Herbst den Blätterschmuck der Halde . Matt klomm empor der Sonne Gluth , Sturm prophezeiend , roth wie Blut , Durch Nebel sie verdrossen kam , Wie ein Gefangner voller Scham , Ein Mörderaug ' mit irrer Wuth Verstohlen lugt durch Kerkergitter . Es wälzte nahendes Gewitter Dicht übern nackten Boden dieser Steppen Die Wolkenschaaren hin , wie Riesenschlangen , Die sich von Ast zu Ast nun weiterschlangen , Wie Geister mit langwallend-blassen Schleppen . Der Regen schoß herab in schweren Bächen . Der schmerzlich-grüne Todtenfluß des Hades Schien sich zu wälzen durch die feuchten Flächen . Mir schnitt durchs Hirn das Drehn des Weltenrades , Schwerfällig knirschend über blutigen Leichen Von schwachen Völkern , überlebten Reichen . II. Und da ich also sann , da ballten sich Aus diesem Nebelmeere drei Gestalten Sie wuchsen auswärts ernst und feierlich . Den Ersten sah zu Roß ich vor mir halten , Wie er hinausstrebt einen Felsenstrich . Der ehrnen Stirne tödtlich düstre Falten , Das Wechsellose seines Blickes schien Durchbohrend mir die Seele zu zerspalten . Tartaren und Kosaken vor ihm knien Und all die heimischen Mongolenhorden . Die Schweden und die Türken vor ihm fliehn . Die ehrne Kiefer schnappt nach stetem Morden , Entsetzlich sträubt sich sein Gorgonenhaar - Er ist der Baal , des Molochs Bild im Norden , Ein unersättlich gieriger Barbar . Und wie einst Iwan that vor Nowgorod , So seine Kiefer knirschend sich bewegt , Als fräße unsre Welt sein Machtgebot , Die sich ihm hülflos selbst zu Füßen legt . Ich ward zu Stein . Doch Grausen mir durchraun Aufs neu die Adern , als ich vor mir da , Langsam herschleichend neben jenem Mann , Ein greises welkes Schemenwesen sah . Die Krallenhand sich hin nach Süden spreizt . Die Krim , das schwarze Meer , die Donau reizt . Nach Westen stürzt die geiergleiche Gier Und Polen ' s Kraft verblutet unter ihr . Ihr Kuß ist tödtlich wie des Vampyrs Biß , Des Nordens schreckliche Semiramis ! Doch jetzt sah ich erheben süßlich fad ein Angesicht , Amoretten es umschweben , Grazie es sanft umflicht . Alexander , parfümirter Ritter für Europas Recht , Du lebendig balsamirter Lügenpopanz , Pfaffenknecht ! Ja , das Widerlichste scheinet mir ein fürstlicher Tartuffe , Der den Dandy-Chie vereinet mit dem Diplomatenkniff . Während Polen wird vernichtet , tanzt sich die Quadrille gut . Doch im Innern selbst sich richtet frömmelnde Despotenwuth . » Heilige Schwermuth « oder besser : Neue hat sein Herz zerfleischt ! Denn am stygischen Gewässer andre Tugenden man heischt . Keine Fürstengroßmuth , keine Heilige Allianz , o nein ! Gottesgnadenthum ist eine leere Fabel dort allein . » Liebenswürdig « warst Du ? Braten sollst Du , heuchelnder Despot , In der Hölle Dantes . Platen hat Dir das vorausgedroht . Triffst den » guten Kaiser Franzel « , den gemüthlichen , auch dort , Während frech man auf der Kanzel euch canonisirt sofort . Du , der trieb wie Alexander ( wohl damit ihr Beide so Etwas ähnlich säht einander ! ) Vatermord incognito ! St. Georg , der gern erdrücken will den » Robespierre-à- Cheval « Und doch hinter Preußens Rücken mit ihm theilt den Erdenball ! Held von Erfurt , sanfter Schmeichler , der mit einem Judaskuß Selbst den größesten der Heuchler übertölpelte zum Schluß ! Gecken-Zar und Großmuthsschwätzer , Haupt der Heiligen Allianz , Frommer Buhler , Polenhetzer - Heil sei Dir im Siegerkranz ! III. Schon keimt der nordische Upasbaum Und eine Boa von Ketten Zuschnürt den ächzenden Weltenraum - Wer wird Europa retten ? Schon ist die Sonne des Gerichts Am Horizont entglommen , Ein Held entsteigt der Zukunft Nichts - Du Heiland , sei willkommen ! Und Geister der Vergangenheit , Sie nahen vielgestaltig . Sind wir noch wie in alter Zeit Ueber alle Völker gewaltig ? Zum ersten ein unabsehbarer Zug Mit schleppenden Hermelinen - Den Reif des Kaisers Jeder trug Mit majestätischen Mienen . Die Schwarzen aus salischem Herrschergeschlecht , Rothblonde Hohenstaufen - Weltgebieter nach ewigem Recht Nahten in hellen Haufen . Verächtlich zuckte der stolze Mund . Den Speer hob Otto der Große , Als sollte ein neuer Ottensund Als Grenzmal ihn bergen im Schoße . Das baltische Meer schon ahnend zuckt Bis an die östlichsten Ränder - Grimmhastig Jeder am Gurte ruckt Der schleppenden Kaisergewänder . Dort stack das Schwert des Reichs und wild Ausholten sie alle zum Streiche Und schlugen an des Reiches Schild Am Zweig der Walser-Eiche . Der sechste Heinrich stolz und starr Wuchs auf vor des Ostens Dämonen . Er lachte heiser : » Wer bist Du , Narr , Der den Kaiser will überthronen ? Wer ist ' s ? Des Nordens kleiner Zar , Der neben den Ungarn und Polen Als Lehnsmann mir zu eigen war , Er will den Tribut sich holen ? Hoiro ! Alle Ritter , auf ! Der Bär hat schlechte Sitten . Versöhn ' Dich mit dem Hohenstauf , O Löwenherz