eine neue Aufregung ! « » Werden zwei cause célèbre , liebster Bester . Sie sind also verklagt wegen groben Unfugs in Sache I und in Sache II ist Confiscation verfügt wegen unsittlichen Inhalts . « » Das laß ich mir nicht gefallen ! « schrie Leonhart aufgeregt . » Diese Oelgötzen ! Ich appellire an alle Instanzen . « » Sehr hübsch , liebster Bester . Kostet zwar eine Menge Geld , doch des Menschen Wille ist sein Himmelreich . Wollen also mal die Corpora delicti durchgehn . Da ist also ad I Ihr Cyklus Russische Juchten . Origineller Titel . Also gedacht als Text zu Wereschagins Bildern . Lesen wir mal genau . « Beide lasen . Der Zar bei Plewna . Noch labt man sich an Kirchenweihrauchdämpfen - Da krachte draußen schon das Ungewitter . Es toastete der Zar , der edle Ritter , Beim Dejeuner » auf Jene , die dort kämpfen . « Vierspännig fuhr er dann zum Schlachtgefilde Und satzte sich auf einen Feldstuhl nieder . Die Adjudanten zuckten hin und wieder Zurück vorm grausen Bild - er lächelt milde . Einmal fuhr Väterchen auch etwas näher , Doch kehrte er bald um , es war ihm eilig . Eine Granate flog vorüber freilich . Dann trank er Wotka , melden freche Späher . O großer Alexander , lieber wär ich Diogenes in einer morschen Tonne , Als solch ein Xerxes , den die liebe Sonne Durchscheint wie einen ausgestopften Kehrig ! Vor dem Angriff . Gelbbranstiger Nebel flort um die Redoute , Aufwirbelt Dampf von ausgebrannten Lunten . Stumm wird es an den Pallisaden drunten . Erwartungsvoll nur wiehert eine Stute . Das Herz zum bersten an die Rippen hämmert , Am Fernrohr zittert selbst des Führers Rechte . Rauchsäule , Hornsignal ! Klar zum Gefechte ! Die schwere Stunde der Entscheidung dämmert . In Linien glitzern schon die Bajonette Entlang den Erdaufwürfen aus den Gräben . Die Käppis schon in Reihen sich erheben . Langsam entwickelt sich die Schützenkette . Der Odem stockt dem Bravsten angstbeklommen . Da schmettert ' s Sturm ! Aufspringen alle Haufen . In wilden Sätzen schon sie vorwärts laufen . Der Festung Mauern sind in Dunst verschwommen . Kein Schuß antwortet . Mangeln schon Patronen ? Ob schon der Feind die Außenwerke räumte ? Ob er absichtlich mit der Antwort säumte , Dieweil er sparen will die blauen Bohnen ? Das war ein Schweigen , schaurig , ungeheuer , Wie vorm Orkan . Stumm die Kanonen starrten , Wo die Vertheidiger lauern , aus den Scharten . Da schwingt der Pascha seinen Säbel : » Feuer ! « Das letzte Bivak . Zu Tausenden liegen sie rings erstarrt . Die Krähe forscht , wo sie verscharrt Unter den Schneeaufwürfen . Wo ohne Spuren ein Heer verschwand , Zeigt kaum ein Fuß und eine Hand , Nach denen die Krallen schürfen . Ein türkischer Vater mit seinem Sohn In eines verflackernden Feuers Loh ' n Starrten sie stumm und ergeben . Der Junge träumte vom Houriarm , Da wird er schlummern sanft und warm . Mit der Flamme erlosch sein Leben . Der Alter ührte und regte sich nicht , In Schmerz versteinte sein starres Gesicht , Vom Rauch der Asche umqualmet . Allah Akbar ! Gott ist groß Und der Mensch ein Hund und erbarmungslos Ihn Azrael zermalmet . Skobeleff . Entlang den eisgehelmten Alpenriesen Dehnt sich der Sieger lange dünne Fronte . Vom letzten Strahl besonnt , am Horizonte Abheben sich Spitzmützen der Kirgisen . Der neue Suvaroff mit seinem Stabe Sprengt froh vorbei . Ihm regnet es ja Orden , Wenn Völker um des Kaisers Bart sich morden , Für diese prächtige Hekatomben-Gabe . Hurrah ! Werft hoch die Mützen , Tusch , Fanfaren ! Er selber grüßt begeistert mit dem Hute . » Ich danke , Brüder , eurem Heldenmuthe Im Namen Sr. Majestät des Zaren . « Ich dank euch ! O des unbewußten Hohnes ! Siegt oder fallt , sonst lehrt es euch die Knute ! Unmündigen Unterthanen ziemt die Ruthe Oder Versprechen unbestimmten Lohnes . Ein Seitenstück zu jenes Raben Krächzen : » Gott und der Zarin Ruhm ! « ( Wie aber kommen Die Zwei zusammen ? ! ) » Ismail ist genommen ! « Die Nordpol-Melodie zum Todesächzen ! » Am Schipka Alles ruhig . « Ein weißes Leichentuch bedeckt die Erde . Wie weiße Lavawellen unaufhaltsam Nachdrängt vom Berg der Schnee und stürzt gewaltsam , Als ob ein Donnerkeil geschlendert werde . Ein jeder Athemzug macht hier Beschwerde . Der Odem wandelt sich zu Nadeln Eises , Die sich zerreibend knistern . Und Gefährde Bringt jeder Fleck des ungewissen Gleises . Zelte als Mäntel brauchend , in Kaputzen Die Wachen bei dem letzten Kienspahn kauern . Den Kugeln zu entrinnen kann nichts nutzen , Wer nicht verhungert , stirbt in Frostesschauern . Sie liegen hier ganz einfach , um zu sterben In Myriaden , wie ' s dem Zar gefällig , Die Posten einsam , Bivouaks gesellig . Doch massenhaft hinrafft sie das Verderben . » Am Schipka-Paß ist ' s ruhig « hieß die Kunde , Die angenehm das Ohr des Zaren kitzelt . » Am Schipka Alles ruhig « mit dem Munde Des Todes rings der Erde Echo witzelt . Der Todtenacker . Ein ungeheurer Kirchhof ist der Acker , Dort modern sie in ungezählten Scharen , Bluthunde , die sich würgten flink und wacker , Die ebenbürtigen Bestien-Barbaren . Das heilige Rußland und die heilige Knute - Der Sultan , der den Paschas , die nicht siegen , Die seidne Schnur verehrt - vereinigt liegen Des Molochs Opfer hier in ihrem Blute . Wie eine Ampel schwebt im düstern Dome , Hängt hoch ein Geier an der ernsten Wolke . Ein Pope steht bei diesem Todtenvolke , Sprengt darüber aus dem Weihgefäß Arome . Ein rohes Nothkreuz , wo der Berg sich lichtet , Ist eingerammt den dichten Leichenhügeln . Ein Crucifix der Pfaffe hier