Frevler vom Haupte fällt ... - - « » War es deine Hand , deren sich das Schicksal Roms bedient hat . Aber , Königin , nicht damit kannst du enden ! Wie ich dich erkannte , in diesen Monaten - darfst du nicht als gefangene Gotenkönigin nach Byzanz . Diese Schönheit , dieser Geist , diese Kraft muß herrschen - nicht dienen , in Byzanz . Darum bedenke , wenn er nun gestürzt ist - dein Tyrann , - willst du nicht dann den Weg gehn , den ich dir gezeigt ? « » Ich habe noch nie über seinen Fall hinaus gedacht , « sagte sie düster . » Aber ich - für dich ! Wahrlich , Mataswintha , « - und sein Auge ruhte mit Bewunderung auf ihr , - » du bist - wunderschön . Ich rechn ' es mir zum größten Stolz , daß selbst du mich nicht in Liebe entzündet und von meinen Plänen abgebracht hast . Aber du bist zu schön , zu köstlich , nur der Rache und dem Haß zu leben . Wenn unser Ziel erreicht , - dann nach Byzanz ! Als mehr denn Kaiserin : - als Überwinderin der Kaiserin ! « » Wenn mein Ziel erreicht , ist mein Leben vollendet . Glaubst du , ich ertrüge den Gedanken , aus eitel Herrschsucht mein Volk zu verderben , um kluger Zwecke willen ? Nein : ich konnt ' es nur , weil ich mußte . Die Rache ist jetzt meine Liebe und mein Lebe und ... - - « Da scholl von der Fronte des Gebäudes her , aber noch innerhalb der Mauer , laut und schrillend der Ruf des Käuzchens , einmal - zweimal rasch nacheinander . Wie staunte Perseus , als er den Präfekten eilig an die Kehle der Bildsäule drücken sah , an der er lehnte , und wie sich diese geräuschlos in zwei Hälften auseinander schlug . Cethegus schlüpfte in die Öffnung : die Statue klappte wieder zusammen . Mataswintha aber und Aspa sanken wie betend auf die Stufen des Altars . » Also war ' s ein Zeichen ! Es droht Gefahr : « dachte der Späher ; » aber wo ist die Gefahr ? und wo der Warner ? « Und er wandte sich , trat vor und sah nach links , nach der Seite der Goten . Allein damit trat er in den Bereich des Mondlichts : und in den Blick des Mauren Syphax , der vor der Eingangstür des Hauptgebäudes in einer leeren Nische Schildwache stand , und bisher scharf nach der linken , der gotischen , Seite hin , gespäht hatte . Von dort , von links her , schritt langsam ein Mann heran . Seine Streitaxt blitzte im Mondlicht . Aber auch Perseus sah jetzt eine Waffe aufblitzen : es war der Maure , der leise sein Schwert aus der Scheide zog . » Ha , « lachte Perseus , » bis die beiden miteinander fertig sind , bin ich in Rom , mit meinem Geheimnis . « Und in raschen Sprüngen eilte er nach der Mauerlücke des Vorhofs , durch die er eingedrungen . Zweifelnd blickte Syphax einen Augenblick nach rechts und nach links . Zur Rechten sah er entweichen einen Lauscher , den er jetzt erst ganz entdeckte . Zur Linken schritt ein gotischer Krieger herein in den Tempelhof . Er konnte nicht hoffen , beide zu erreichen und zu töten . Da plötzlich schrie er laut : » Teja , Graf Teja ! Hilfe ! zu Hilfe ! Ein Römer ! rettet die Königin ! dort rechts an der Mauer , ein Römer ! « Im Fluge war Teja heran , bei Syphax . » Dort ! « rief dieser : » ich schütze die Frauen in der Kirche ! « Und er eilte in den Tempel . » Steh ' Römer ! « rief Teja , und sprang dem fliehenden Perseus nach . Aber Perseus stand nicht : er lief an die Mauer : er erreichte die Lücke , durch welche er hereingekommen war : doch er konnte sich in der Eile nicht wieder hindurchzwängen : so schwang er sich mit der Kraft der Verzweiflung auf die Mauerkrone : und schon hob er den Fuß , sich jenseits hinabzulassen : da traf ihn Tejas Axt im Wurf ans Haupt und rücklings stürzte er nieder , samt seinem erlauschten Geheimnis . - Teja beugte sich über ihn : deutlich erkannte er die Züge des Toten . » Der Archon Perseus , « sagte er , » der Bruder des Johannes . « Und sofort schritt er die Stufen hinan , die zur Kirche führten . An der Schwelle trat ihm Mataswintha entgegen , hinter ihr Syphax und Aspa mit der Blendlaterne . Einen Moment maßen sich beide schweigend mit mißtrauischen Blicken . » Ich habe dir zu danken , Graf Teja von Tarentum , « sagte endlich die Fürstin . » Ich war bedroht in meiner einsamen Andacht . « » Seltsam wählst du Ort und Stunde für deine Gebete . Laß sehen , ob dieser Römer der einzige Feind war . « Er nahm aus Aspas Hand die Leuchte und ging in das Innere der Kapelle . Nach einer Weile kam er wieder , einen mit Gold eingelegten Lederschuh in der Hand . » Ich fand nichts als - diese Sandale am Altar , dicht vor dem Apostel . Es ist ein Mannesfuß . « » Eine Votivgabe von mir , « sagte Syphax rasch . » Der Apostel heilte meinen Fuß , ich hatte mir einen Dorn eingetreten . « » Ich dachte , du verehrst nur den Schlangengott ? « - » Ich verehre , was da hilft . « - » In welchem Fuße stak der Dorn . « Syphax schwankte einen Augenblick . » Im rechten , « sagte er dann , rasch entschlossen . » Schade , « sprach Teja , » die Sandale ist auf den linken geschnitten