, hier noch lenkend , oder abwehrend einzuschreiten , hielt sie zwischen Gehen und Bleiben in Aufruhr zurück , bis sie entschlossen auf ihrem Platze verblieb . Herr von Mauville wendete sich nach seiner kurzen Entgegnung an die Marschallin , gegen Emmy Gray , und fragte sie , ob das Zeugniß , das sie hier anböte , im Zusammenhange stehe mit der unglücklichen Begebenheit , die hier verhandelt werde ; sonst möge sie den Gang des Gerichtes nicht durch Einmischung fremder Interessen stören . » Meine Aussagen gehören dazu , wie Eure Augen zu Eurem Kopfe ! « rief Emmy Gray - » darum gebt mir Raum , Richter , damit ich Euch sagen kann , was Ihr von ihm schwerlich erfahren werdet . « » Emmy , « sagte Reginald mit Ernst - » Du hast nicht Wort gehalten und bist doch in großem Irrthume , weil Du den zu retten hoffst , der von Deinen Aussagen doch keinen Vortheil ziehen kann ; - denn die eine Thatsache steht fest : Graf Ludwig fiel von meiner Hand ! « » Nun , um so besser , mein Kind ! « rief die Alte , heftig vorschreitend ; - » so hast Du schon gerecht Gericht gehalten , und Du bist nun der einzige , rechtmäßige Graf Crecy-Chabanne ! « » O , Emmy , « rief Reginald , sein Gesicht verhüllend ; - » wozu hier die Schande meines Vaters aufdecken ! « Es entstand indessen ein begreiflicher Tumult . Viele Stimmen riefen zugleich ; Souvré , die Marschallin überhäuften Herrn von Mauville mit Vorwürfen , der Wahnsinnigen , der Betrügerin das Wort gestattet zu haben . Herr von Mauville saß indessen still und mit klugem Auge , wie Jemand , dem plötzlich ein heller Lichtstrahl sichtbar wird . Er hörte und erwiederte Niemandem , - einzelne Worte mit den beisitzenden Richtern wechselnd . Er ließ der Aufregung eine Zeit lang ihren Gang , dann stand er plötzlich auf . Er wiederholte das Gebot zum Stillschweigen mehrere Male , laute Schläge gegen die metallene Scheibe führend , die vor ihm stand ; seine Stimme , die mächtig und tönend war , überbot dabei das Gemurmel der Menge und die einzeln erzürnt Redenden . » Frau , « rief er mit zorniger Weise gegen Emmy Gray , - » wer bist Du ? Was wagst Du hier gegen die ersten Familien Frankreichs zu behaupten ? Was hast Du für Rechte , für Beglaubigungen zu Deinen Behauptungen ? « » Laßt sie schweigen , « sagte Emmy , - » ich habe lange nicht unter so viel Volks gestanden ; ihr rohes Geschrei betäubt meinen Kopf ! « Es trat Ruhe ein ; die Marschallin unterlag fast der Qual , bleiben zu müssen ; sie kam sich über alles Maaß hinaus beleidigt vor . Aber es stand zu Viel zu verlieren , und sie zweifelte nicht , Alles verdächtigen und unterdrücken zu können , was hier hervortreten wollte . Emmy dagegen lehnte sich an die Gerichtstafel , Allen den Rücken kehrend , und sagte nun so laut und fest , daß jedes Wort den Saal durchdrang : » Ich bin Emmy Gray , diejenige , die aus England die rechtmäßige Gemahlin des Grafen Leonin von Crecy-Chabanne nach Frankreich begleitete . Das Kind dieser rechtmäßigen Ehe ist der hier anwesende , arme , verfolgte Knabe ; der , zu dessen Mörder ihn Alle machen wollen , war ein Bastard ; denn die erste Gemahlin lebte noch ein Jahr nachher , als der Graf die zweite geheirathet hatte . « Die Marschallin , Souvré erhoben sich wieder ; aber Herr von Mauville winkte beruhigend : » Ich bitte , führen Sie keine Störungen herbei , ich erkenne die Sache so gut , wie Sie , und verspreche Ihnen Gerechtigkeit . « Beide hofften , Herr von Mauville sei auf ihrer Seite , und begaben sich zur Ruhe . » Begreifst Du , alte Frau , was Du da herausgestoßen ? « rief er hart ; - » denkst Du , wir werden Dir glauben ohne Beweise , da Du einen Mann , wie den Grafen Leonin , angreifst , dessen Rechtlichkeit außer Zweifel steht ? « » Er war auch nur eine elende , leidende Kreatur in der Hand Anderer ! « rief Emmy Gray ; - » er war zum Guten , wie zum Bösen zu schwach , ein verächtliches , halbes Ding von Mensch ; aber er hatte ein böses Weib zur Mutter , die wußte um Alles , - und einen Teufel zum Freunde , der hier steht , und der vollführte , was sie beschloß ! « » Thörin , « rief Herr von Mauville ; - » denkst Du wirklich , daß man Dir ohne Beweise glauben wird ? Du bist den Gesetzen wegen boshafter Verläumdungen verfallen ! « » Mein Herr , « sprach Reginald , - » ich muß Ihrem Eifer Einhalt thun ! Obgleich ich das Hervortreten dieser unglücklichen Angelegenheit mißbillige , und diese tief gebeugte Frau mein ausdrückliches Gebot , hier nicht aufzutreten , überschritten hat , muß ich sie doch jetzt gegen jede unverdiente Beleidigung in Schutz nehmen . Sie ist keine Thörin , mein Herr ! Sie wird nur zu wohl beweisen können , was sie sagt ; und da die Schranke überschritten ist , die ich mir aus Achtung für den Namen , den ich rechtmäßig trage , auferlegt hatte , so gebe ich den Umständen nach und erkläre ebenfalls laut und bestimmt , daß ich der einzige , rechtmäßige Graf Crecy-Chabanne bin ! « » Mein Herr , « rief die Marschallin , zitternd vor Zorn ; - » ich erkläre einer Procedur nicht länger beiwohnen zu wollen , in der man jede Achtung gegen mich und meine Familie aus den Augen setzt , und Gaukler und Betrüger zum Zeugnisse gegen uns zuläßt ! « Sie wollte , sich erhebend , ihren Platz verlassen ; doch Reginald sollte ihr den