, Wolfsgruben , Selbstschüsse vergifteter Pfeile , die hier überall umhergestreut waren und manchem Goten bei den Angriffen auf die Stadt Verderben gebracht hatten . Der Mann schien sie alle zu kennen und wich ihnen leicht aus . Aber er vermied auch das Mondlicht sorgfältig , den Schatten der Mauervorsprünge suchend und oft von Baum zu Baum springend . Als er aus dem äußersten Graben auftauchte , sah er sich um und blieb im Schatten einer Zypresse stehen , deren Zweige die Ballistengeschosse zerschmettert hatten . Er entdeckte nichts Lebendes weit und breit : und er eilte nun mit raschen Schritten der Kirche zu . Hätte er nochmal umgeblickt , er hätte es wohl nicht getan . Denn , sowie er den Baum verließ , tauchte aus dem Graben eine zweite Gestalt hervor , die in drei Sprüngen ihrerseits den Schatten der Zypresse erreicht hatte . » Gewonnen , Johannes ! du stolzer Bruder , diesmal war das Glück dem jüngeren Bruder hold . Jetzt ist Cethegus mein und sein Geheimnis . « Und vorsichtig folgte er dem rasch Voranschreitenden . Aber plötzlich war dieser vor seinen Augen verschwunden , als habe ihn die Erde verschlungen . Es war hart an der äußern Mauer der Kirche , die doch dem Armenier , als er sie erreicht , keine Tür oder Öffnung zeigte . » Kein Zweifel , « sagte der Lauscher , » das Stelldichein ist drinnen im Tempel : ich muß nach . « Allein an dieser Stelle war die Mauer unübersteiglich . Tastend und suchend bog der Späher um die Ecke derselben . Umsonst , die Mauer war überall gleich hoch . - Im Suchen verstrich ihm fast eine Viertelstunde . Endlich fand er eine Lücke in dem Gestein : mühsam zwängte er sich hindurch . Und er stand nun im Vorhofe des alten Tempels , in dem die dicken dorischen Säulen breite Schatten warfen , in deren Schutz er von der rechten Seite her bis an das Hauptgebäude gelangte . Er spähte durch einen Riß des Gemäuers , den ihm die Zugluft verraten hatte . Drinnen war alles finster . Aber plötzlich wurde sein Auge von einem grellen Lichtstrahl geblendet . Als er es wieder aufschlug , sah er einen hellen Streifen in der Dunkelheit : - er rührte von einer Blendlaterne her , deren Licht sich plötzlich gezeigt hatte . Deutlich erkannte er , was in dem Bereich der Laterne stand , den Träger derselben aber nicht : wohl dagegen Cethegus den Präfekten , der hart vor der Statue des Apostels stand und sich an diese zu lehnen schien : vor ihm stand eine zweite Gestalt : ein schlankes Weib , auf dessen dunkelrotes Haar schimmernd das Licht der Laterne fiel . » Die schöne Gotenkönigin , bei Eros und Anteros ! « dachte der Lauscher : » kein schlechtes Stelldichein , sei ' s nun Liebe , sei ' s Politik ! Horch , sie spricht . Leider kam ich zu spät , auch den Anfang der Unterredung zu hören . « » Also : merk ' es dir wohl ! übermorgen auf der Straße vor dem Tor von Tibur wird etwas gefährliches geplant . « - » Gut : aber was ? « frug des Präfekten Stimme . - » Genaueres konnte ich nicht erkunden : und ich kann es dir auch nicht mehr mitteilen , wenn ich es noch erfahre . Ich wage nicht mehr , dich hier wieder zu sehen : denn ... - « Sie sprach nun leiser . Perseus drückte das Ohr hart an die Spalte : da klirrte seine Schwertscheide an das Gestein , und nun traf ihn ein Strahl des Lichts . » Horch ! « rief eine dritte Stimme - es war eine Frauenstimme , die der Trägerin der Laterne , die sich jetzt in dem Strahl ihres eigenen Blendlichts gezeigt hatte , da sie sich rasch gegen die Richtung des Schalles gekehrt hatte . Perseus erkannte eine Sklavin in maurischer Tracht . Einen Augenblick schwieg alles in dem Tempel . Perseus hielt den Atem an . Er fühlte , es galt das Leben . Denn Cethegus griff ans Schwert . » Alles still , « sagte die Sklavin . » Es fiel wohl nur ein Stein auf den Erzbeschlag draußen . « » Auch in das Grab vor dem portuensischen Tor geh ' ich nicht mehr . Ich fürchte , man ist uns gefolgt . « - » Wer ? « - » Einer , der niemals schläft , wie es scheint : Graf Teja . « Des Präfekten Lippe zuckte . » Und er ist auch bei einem rätselhaften Eidbund gegen Belisars Leben : der bloße Scheinangriff gilt dem Sankt-Pauls-Tor . « - » Gut ! « sagte Cethegus nachdenklich . » Belisar würde nicht entrinnen , wenn nicht gewarnt . Sie liegen irgendwo , - aber ich weiß nicht , wo - fürcht ' ich , im Hinterhalt , mit Übermacht , Graf Totila führt sie . « » Ich will ihn schon warnen ! « sagte Cethegus langsam . » Wenn es gelänge ... ! « - » Sorge nicht , Königin ! Mir liegt an Rom nicht weniger denn dir . Und wenn der nächste Sturm fehlschlägt , - so müssen sie die Belagerung aufgeben , so zähe sie sind . Und das , Königin , ist dein Verdienst . Laß mich in dieser Nacht - vielleicht der letzten , da wir uns treffen , - dir mein ganzes staunendes Herz enthüllen . Cethegus staunt nicht leicht und nicht leicht gesteht er ' s , wenn er staunen muß . Aber dich - bewundere ich , Königin . Mit welch totverachtender Kühnheit , mit welch ' dämonischer List hast du alle Pläne der Barbaren vereitelt ! Wahrlich : viel tat Belisar , - mehr tat Cethegus , - das meiste : Mataswintha . « » Sprächst du wahr ! « sagte Mataswintha mit funkelnden Augen . » Und wenn die Krone diesem