Tagen gekommen waren . Ich fuhr mit meinem Gastfreunde nur bis an die Poststraße , und auf derselben bis zur ersten Post . Dort trennten wir uns . Er fuhr auf Nebenwegen dem Asperhofe zu , weil er mir zu lieb einen Umweg gemacht hatte , ich aber schlug mit Postpferden die Richtung gegen das Kargrat ein . Ich war entschlossen , im Kargrat für jetzt ganz abzubrechen und also die Gegenstände , die ich noch dort hatte , fortschaffen zu lassen . Als ich in dem kleinen Orte eingetroffen war , richtete ich meine Verhältnisse zurecht , ließ alle meine Dinge einpacken , und schickte sie fort . Ich nahm von dem Pfarrer , welchen ich kennen gelernt hatte , Abschied , verabschiedete mich auch von meinen Wirtsleuten und von den anderen Menschen , die mir bekannt geworden waren , sagte , daß ich nicht weiß , wann ich in das Kargrat zurückkehren werde , um meine Arbeiten , welche ich wegen eines schnell eingetretenen Umstandes hatte abbrechen müssen , fortzusetzen , und reiste wieder ab . Ich ging jetzt in das Lautertal , um es zu besuchen . Es war in der Richtung nach meiner Heimat ein geringer Umweg , und ich wollte das Tal , das mir lieb geworden war , wieder sehen . Besonders aber führte mich ein Zweck dahin . Obwohl ich wenig Hoffnung hatte , daß mein Auftrag , den ich in dem Tale gegeben hatte , zu forschen , ob sich nicht doch noch die Ergänzungen zu den Vertäflungen meines Vaters fänden , einen Erfolg haben werde , so wollte ich doch nicht nach Hause reisen , ohne in dieser Hinsicht Nachfrage gehalten zu haben . Die gewünschten Ergänzungen hatten sich zwar nicht gefunden , auch keine Spur zu denselben war entdeckt worden ; aber manche Leute hatte ich gesehen , denen ich in früheren Tagen geneigt worden war , Gegenstände hatte ich erblickt , von denen ich in vergangenen Jahren zu meinem Vergnügen umringt gewesen war , und manches kleine Zwiegespräch hatte ich gepflogen , welches mir und den Leuten , mit denen es gepflogen worden war , zu einiger Erquickung gereichte . Ich ging auch in das Rothmoor . Dort fand ich die Arbeiten noch in einem höheren Maße entwickelt und im Gange , als sie es bei meiner letzten Anwesenheit gewesen waren . Von mehreren Orten hatte man Bestellungen eingesendet , selbst von unserer Stadt , wo das Becken der Einbeere bekannt geworden war und manchen Beifall gefunden hatte , waren Briefe geschickt worden . Fremde kamen zu Zeiten in diese abgelegene Gegend , machten Käufe und hinterließen Aufträge . Ich sah also , daß sich manches hier gebessert habe , betrachtete die Arbeiten , und bestellte auch wieder einige neue , weil ich teils noch Stücke schönen Marmors hatte , aus denen irgend etwas gemacht werden konnte , und weil anderen Teils in dem Garten des Vaters zur Brüstung oder zu anderen Stellen noch Gegenstände fehlten . Die Leute hatten mich recht freundlich und zuvorkommend empfangen , sie zeigten mir , was im Gange war , welche Verbesserungen sie eingeführt hatten , und welche sie noch beabsichtigen . Sie ließen hiebei nicht unerwähnt , daß ich der kleinen Anstalt immer zugetan gewesen sei , und daß ich zu den Verbesserungen manchen Anlaß und manchen Fingerzeig gegeben habe . Ich drückte meine Freude über alles das aus , und versprach , daß ich , wenn ich in die Nähe käme , jederzeit recht gerne einen kurzen Besuch in dem Rothmoor machen würde . Nach diesem unbedeutenden Aufenthalte im Lautertale und im Rothmoor setzte ich meine Reise zu meinen Eltern ohne weitere Verzögerung fort . 3. Die Mitteilung Zu Hause hatten sie mich noch nicht erwartet , weil ich ihnen durch meinen Brief angezeigt hatte , daß ich mit meinem Gastfreunde eine kleine Reise zu einer altertümlichen Kirche machen würde . Auch hatten sie sich vorgestellt , daß ich noch einmal in meinen Aufenthaltsort in das Hochgebirge gehen und mich auf der Rückreise eine Zeit in dem Sternenhofe aufhalten werde . Sie irrten aber ; denn obwohl ich in beiden Orten war , war ich doch nicht lange dort , und es drängte mein Herz , den Meinigen zu eröffnen , wie meine Angelegenheiten stehen . Als ich dieses getan hatte , waren sie bei weitem weniger ergriffen , als ich erwartet hatte . Sie freuten sich , aber sie sagten , sie hätten gewußt , daß es so sein würde , ja sie hätten seit Jahren die jetzige Entwicklung schon geahnt . Im Rosen hause und im Sternenhofe , meinten sie , würde man mich nicht so freundschaftlich und gütig behandelt haben , wenn man mich nicht lieb gehabt , und wenn man nicht selbst das , was sich jetzt ereignet hat , als etwas Angenehmes betrachtet hätte , dessen Spuren man ja doch habe entstehen sehen müssen . So lieb mir diese Ansicht war , weil sie die Gesinnungen meiner Angehörigen gegen mich ausdrückte , so konnte ich doch nicht umhin , zu denken , daß nur die Meinigen die Sache so betrachten , weil sie eben die Meinigen sind , und daß sie mich auch darum des Empfangenen für würdig erachteten . Ich aber wußte es anders , weil ich Natalien und ihre Umgebung kannte und ihren Wert zu ahnen vermachte . Ich konnte das , was mir begegnete , nur als ein Glück ansehen , welches mir ein günstiges Schicksal entgegen geführt hatte , und dessen immer würdiger zu werden ich mich bestreben müsse . Mein Vater sagte , es sei alles gut , die Mutter ließ in wehmütiger und freudiger Stimmung immer wieder die Worte fallen , daß denn so gar nichts für ein so wichtiges Verhältnis vorbereitet sei ; die Schwester sah mich öfter sinnend und betrachtend an . Ich sprach die Bitte aus , daß die Eltern mir nun beistehen müßten , das , was in den gegenwärtigen Verhältnissen zu tun sei , auf