sein , wenn sie sich im Strahl Deiner Nähe sonnen kann . Du bist der Herr , Du befiehlst und unser Wille ist Nichts ! « » Ne apalum , was kann ich thun ? « sagte der Sultan . » Ich bin von Verräthern umgeben , die mich in diesen Krieg stürzen . Ich habe so Vieles anhören müssen , daß mein Kopf wirr ist . Wie befindet sich die Fatimé Sultana , meine Schwester ? « » Die Küsten Asiens erscheinen ihr schwarz , seit sie die Zenanah des Großherrn nicht mehr betreten darf . « » Desto öfter hab ' ich den Teufel von Adilé dort , « murrte der Sultan ; » ich bin nicht Herr mehr in meinen eigenen Gemächern und diese Weiber lachen in meinen Bart. Sei willkommen , Wessir , Du bist einer der Getreuen meiner Mutter und kennst mein Herz . Nehmt Platz an meiner Seite , ich gestatte es Euch . Wer ist der Franke ? « » Schatten Gottes , « sagte der alte Wessir , indem er mit seinem Begleiter Kissen vom Divan nahm , sie unsern des Sultans auf den Boden legte und darauf niederhockte , » erinnere Dich , daß Du mir erlaubt hast , ihn vor Dein Antlitz zu bringen . Es ist ein treuer Mann und ein Vornehmer in den Ländern der Franken . Er sehnte sich , Deinen Schatten zu küssen , und ich wollte , wir hätten vor acht Monden sein Anerbieten angenommen , das er vom Czar der Russen brachte . « Der Sultan rieb sich verlegen die Stirn . » Was meinst Du , Vater ? « » Erinnere sich Deine Majestät , « sagte Halil , » daß es die Flotte von jener Festung Sebastopol war und hunderttausend Mann guter Truppen , die uns der Czar zu Hilfe senden wollte , um die Dardanellen zu sperren . « » Ich bin wie ein Ball zwischen zwei Händen , « sagte der Sultan finster . » Ist der Padischah bosch , Nichts , daß er das Erbe seiner Familie nicht mehr selbst vertheidigen kann ? Diese Franken machen uns zu Weibern , und sie haben gezittert vor dem Hauch meiner Väter ! « Die beiden Pascha ' s schwiegen verlegen , - sie wußten , wie recht der arme Sultan hatte . » Lasset den Franken näher treten . « Auf einen Wink Chosrew ' s näherte sich der Baron mit ehrfurchtsvollen Verbeugungen . Der gewandte Abenteurer und Unterhändler war ein Mann von stattlicher Persönlichkeit und äußerst gewandtem Benehmen , was ihm überall einen guten Empfang sicherte . Obschon der türkischen Sprache ziemlich mächtig , redete er doch den Großherrn in französischer an , die der Sultan jedoch nur sehr mittelmäßig spricht . » Möge Euer Majestät geruhen , meine Huldigung und meinen Dank anzunehmen für die Erlaubniß , das Antlitz des Großherrn zu sehen . Möge Euer Majestät auch nachträglich meinen Dank empfangen für die Gnade , daß Sie aus der Hand eines Franken durch die Vermittelung meines Freundes Ali-Pascha ein demüthiges Geschenk seiner Ergebenheit nicht verschmähten . « Der Sultan sah den in ehrerbietiger Haltung vor ihm Stehenden überrascht an . » Sie sind willkommen , Herr , « sagte er freundlich , » aber ich verstehe Sie nicht ganz . « » Euer Majestät wollen verzeihen , wenn ich sage , daß ich es war , welcher die Ehre hatte , eine Sclavin durch den Pascha von Brussa Eurer Majestät als Dienerin vor etwa Jahresfrist zu übersenden . « Das Auge des Sultans funkelte . » Wen meinen Sie , Herr ? ihr Name ? « » Mariam , eine Mingrelierin . « Der Schlag war geradezu geführt ; die Hand des Sultans zuckte unwillkürlich nach dem Herzen , dann ließ er sie kraftlos sinken und erwiederte traurig : » Ich danke Ihnen , mein Herr , für das Geschenk - die arme Mariam liegt noch immer schwer danieder an einer ansteckenden Krankheit . « » Mariam ist todt , « sagte ernst der Baron . Der Großherr beugte sein Haupt . » Inshallah ! Wie Gott will ! So ist sie also dennoch gestorben an den schwarzen Blattern . Es thut meinem Herzen weh , diese Kunde von Ihnen zu bekommen , wo Sie dieselbe auch her wissen mögen . « Er wandte das Gesicht nach Mekka und begann ein leises Gebet zu murmeln . » Verzeihen Euer Majestät , daß ich Ihre Andacht unterbreche , aber Mariam die Mingrelierin ist nicht an den Blattern gestorben , denn sie hat die Krankheit nie gehabt . « Der Sultan sah ihn groß und fragend an . » Mariam , « fuhr ruhig und langsam der Baron fort , » ist in der Nacht zum 10. November im Serail zu Stambul grausam durch die Martern der Folter ermordet worden . Ihr letztes Wort war der Name Eurer Majestät . « Der Beherrscher der Moslems fuhr mit einem Sprunge gleich dem verwundeten Löwen in die Höhe . Er vergaß aller Etikette des türkischen Hofes so weit , daß er , - der nur von den höchsten und vertrautesten Dienern des Harems angerührt werden darf , - mit beiden Händen den Arm des Fremden erfaßte . » Dschaur ! bei dem Propheten , Du lügst ! « Der Wessir und Halil waren ruhig sitzen geblieben , - Beide waren auf die Scene vorbereitet . » Möge die Zuflucht der Welt ihrem Sclaven das Wort gestatten , « sagte der Schwager des Großherrn ; » der Dschaur ist ein vornehmer Mann in seinem Lande und sein Mund redet keinen Koth , sondern die Wahrheit . « Der unglückliche betrogene Großherr sank auf die Kissen zurück und bedeckte sein Gesicht mit beiden Händen . » Wer ? wer ? « stammelte er kaum hörbar . » Die Bujuk-Sultana3 und meine Schwägerin , Adilé Sultana , « sagte Halil-Pascha , » haben der That beigewohnt . Sie ließen die Odaliske martern , um für