der Erde gehe , er wollte sich helfen und erwachte , der Zaubertrank der Zigeuner war verraucht , er sah die Frau an seiner Seite , um die er sich und die Stunde verflucht hatte , in der er sie wieder berühre , und die Stunde hatte schon lange ausgeschlagen und der Fluch brannte in seinem Haupte wie brennender Zunder , der einem Pferde in das Ohr gesteckt ist , daß es durchgehe ; es schauderte ihm , daß das Messer in seiner Schale zitterte , das am Gürtel hing , er zog es und rief : » Du oder ich ! « Das Messer war in Frau Annas Brust , sie war es gewesen , sie selbst , sie war vom Weine in Gedanken verwirrt , von dem Zuge der Frauen abgekommen ; unbekannt mit der Gegend war sie ihrem Mörder in die Arme gelaufen , den sie mit ihrer Gunst stillschweigend zu versöhnen trachtete , denn sie kannte ihn sonst zwar heftig , aber ohne Falsch und was er sonst küßte , das war ihm heilig dadurch auf immer und ewig . Jetzt zogen die grauen Wolken über ihr und sie wußte nichts davon , die Zugvögel flüchteten vor dem neuen Wetter , sie aber war schon weiter gezogen , der dürre Jäger stand aber hinter dem erstarrten Anton und fragte ihn : » Bruder , ein Wildbret , du fällst mir in meine Jagdgerechtigkeit , soll ich dich auf einen Hirsch schmieden und durch den Wald jagen , was hast du geschossen , was so schweißt , deck deinen Mantel auf , wir wollen teilen ! « » Nimm uns beide « , rief endlich Anton und schlang die goldne Halskette , die er zum Geschenke erhalten hatte , um seine beiden Hände , daß er festgebunden war , » diese gib der Erde , mich aber übergib dem Richter , der an Gottes Stelle auf Erden richtet , mich bringe als Mörder nach Waiblingen , so will ich dich zum Erben setzen von allem , was noch auf Erden mein ist . « » Nicht also , guter Bruder « , sprach der dürre Jäger , » haben wir gewettet ; ich habe auch mein Weib umgebracht , wir kennen uns nun besser einander und keiner hat dem andern was vorzuwerfen , sei kein Tor , dich den Gesetzsprechern auszuliefern , die doch keinen Armen vor Mord und Totschlag in dieser Zeit schützen können und viel tausend Landsleute um eine Frage , die keiner versteht , niederhauen lassen , ich meine , du bist eines vornehmen Herren Kind , ich habe auch vom Grafen Rappolt gehört , zieh ab , hier ist kein Boden für uns beide , was hält dich noch hier ? « » Mein Kind ! « seufzte Anton , » und diese Leiche . « » Fort mit ihr in den Strom , der sich hier durchquält , er mag sie tragen , wohin er will ! « So tat der Jäger , eh ' er ' s sprach , und als Anton sich ihm nach werfen wollte , trug er nur noch den Brief auf seiner Fläche , der aus Frau Annens Busen gefallen war , und legte ihn dem Erstarrten zu Füßen . Der Anblick hielt ihn zurück , er trat in das Bewußtsein eines größeren Geschickes , dem nicht zu entfliehen sei , seine Augen weilten auf der ewig wandelnden , ewig gleichen Fläche des Stroms , der jetzt Katharinens verweintes Angesicht ihm abspiegelte , wie sie den kleinen Wilhelm auf dem Arme , den kleinen Anton an der Hand mit Güldenkamm und Susanna über die Wiese aus dem Pachthofe fortzogen , während die Pforzheimer , die sich alle Pferde der Sicherheit wegen zugeeignet hatten , über das Feld fortjagten , daß sie der Grenze entkämen . Nimmer war eine Sehnsucht nach dem Tode in Antons Seele erwacht , jetzt aber war seine Seele in den Worten : » Mir wäre besser , daß ich tot , als daß durch mich solches Unheil in die Welt gekommen . « - Katharina ihm gegenüber seufzte in den Wind , der gleichgültig über alles hin das Tal mit dem Flusse hinabgleitete : » Mir wäre besser die Schande , als eine Ehre , die mir den Geliebten entrissen ! « Beide standen so von einander getrennt und achteten nicht , was rings geschah , da pfiff es aus allen Büschen , und wie in einem Wirbelwind auf einen Kreis aller bewegliche Staub und gelbe Blätter zusammengedreht sich vereinet , so standen sie plötzlich zu beiden Seiten von den gelben bestaubten Scharen der Zigeuner umgeben , die Anton wieder erkannte , mit der Hand von sich fortwinkte , die Hände dann faltete und von sich fort zu beschwören schien . Die Zigeuner versammelten sich aber , mit der Begleitung vieler Maultrommeln und Querpfeifen singend , immer näher um Anton und Katharinen , daß ihr Hauch im Aufschreien die blonden Locken durchschauderte : Zigeuner Betet nur kein Vaterunser , Ihr seid unser , Stehet auf der Wegesscheide , Euer Weg , der führt zum Galgen Und der unsre führt zum Balgen , Ihr seid auch von unsern Leuten , Uns hilft Streiten und Erbeuten . Sehet euch nicht um und weinet , Ihr versteinet , Eure Stadt seht ihr nicht wieder Euer Haus geht auf in Feuer , Werdet frei von dem Gemäuer , Laßt euch nirgend wieder nieder , Maurer , Zimmerleut sind Feinde Und die Welt ist die Gemeinde . Die Zigeunerkönigin Einer seh nicht nach den andern , Ihr müßt wandern . Wo kein andrer ist geboren , Überm Stroh geschorner Felder , Überm Besenreis der Wälder , Wo der König steht verloren , Von der Erd löst euch die Schuld , Steigt durch Tat zu Himmelshuld . Zigeuner Springt das Grün aus Frühlingstrieben , Sollt ihr lieben , Sind verguldet alle Saaten , Müßt ihr ernten ohne Säen , Scharfe Schwerter können mähen , Haun aus jedem Schwein die