, einen Wechsel zu fälschen ? ... Aber man versteht es ja auch ... Es hat etwas gegen sich , und man will nicht aus seiner Sphäre herausfallen . So steht es nun auch wieder im Fall Idiot - Balailoff . Henry hält es für unfair , sich direkt einzumischen , und will abwarten , bis der Idiot auf Grund der göttlichen Gerechtigkeit in seine eigene Grube fällt . Ich dagegen bin überzeugt , daß das gerade diesem Typus niemals passieren wird . Die Braut ist sehr vorsichtig geworden . Es hat den Anschein , als sei der Flirt zwischen den beiden ganz abgebrochen , sie begegnen sich nur noch mit kühler Höflichkeit . Aber es liegt auf der Hand , daß sie gegen uns intrigieren , denn Balailoff wird immer unliebenswürdiger . 14 Nun , inzwischen ist die Bombe geplatzt , und diesmal scheint Henry recht zu behalten , daß die gute Sache durch sich selbst siegen muß . Die Spannung wurde immer peinlicher und der Idiot immer anmaßender . So rang man sich schließlich zu dem Standpunkt durch : er oder wir . Wir beschlossen , den einzigen Trumpf auszuspielen , der uns zur Verfügung stand , und Balailoff auf die Eheschließung in England aufmerksam zu machen . Mochte er dann in Gottes Namen heiraten , wenn es uns nur gelang , den Schwarzen zu stürzen oder wenigstens zu diskreditieren . Henry bat also Balailoff um eine Unterredung , bei der Lukas und ich ebenfalls zugegen waren . Balailoff kam und war anfangs etwas reserviert . Als Henry ihm aber die Sache mit viel Beredsamkeit vortrug , dabei erwähnte , daß wir schon vor längerer Zeit in Gegenwart seines Sekretärs über einen ähnlichen Fall gesprochen hätten ... da wurde er sehr nachdenklich . Dann fragte er , warum wir ihn nicht eher darauf aufmerksam gemacht hätten ? Nun , man habe sich erst vergewissern wollen , ob es wirklich so einfach sei , und sich des näheren erkundigt - Henry nahm ein Bündel Briefe aus der Tasche , schwenkte sie bedeutungsvoll und steckte sie dann wieder ein . Inzwischen sei aber jener schwarze ... Herr aufgetaucht , und seit Balailoff ihm in solchem Maße sein Vertrauen geschenkt , fühle keiner von uns mehr den Wunsch , sich in seine Angelegenheiten einzumischen . Es sei das auch jetzt nicht unsere Absicht , wir wollten ihm nur die Frage vorlegen , ob die Beamtenbestechungen und anderen Manöver seines Sekretärs wohl Aussichten hätten , schneller zum Ziel zu führen . Der arme Balailoff - ich glaube , er ist im Grunde horndumm , aber jetzt schienen ihm doch einige Schuppen von den Augen zu fallen . Außerdem ging ihm plötzlich das Herz über , und er gestand , daß er dem Sekretär verschiedene Geldangelegenheiten übertragen habe , ohne sich weiter darum zu kümmern . Wenn der Mann , den er bisher dafür gehalten , am Ende doch nicht ganz zuverlässig sei - hier folgten einige russische Flüche , worauf er Henry bewegt umarmte , Lukas und mir die Hand schüttelte , uns alle für seine wahren Freunde erklärte und lebhaftes Verlangen nach Alkohol äußerte . So wurde nach langer Entfremdung der erneuerte xxxFreundschaftsbund , die Eheschließung in England und daneben auch wieder einmal die Petroleumaffäre begossen . Seit diesem bedeutungsschweren Abend ist er also wieder unser und eifrig dabei , seine Anordnungen für die Reise nach England zu treffen . Den Sekretär wollte er nicht Hals über Kopf entlassen , um alles Aufsehen zu vermeiden , läßt ihn aber durch einen Detektiv überwachen , und es scheinen da noch allerhand Schwindeleien in größerem Maßstab herauszukommen . Aber er hat ihn vorläufig in seinem Dienst behalten und verwendet ihn nur noch für unwesentliche Kommissionen . Der Idiot ist etwas konsterniert und weiß nicht recht , was er denken soll . Er schaut immer noch dumm genug drein , aber sein Gesicht hat doch etwas mehr Ausdruck bekommen , nämlich einen gespannten . Es ist beinah , als betrachte er uns mit einer Art schmerzlicher Ironie . Die Braut ist öfters wieder am Tisch , aber man wird nicht recht aus ihr klug , sie behandelt uns nach wie vor wie Luft . Wir gehen ihr möglichst aus dem Weg , sitzen wieder in tiefem Seelenfrieden auf der Terrasse und lassen die immer noch schwülen Tage an uns vorübergehen . Abends kommen unsere Freunde , sie haben jetzt auch Balailoff kennengelernt , der sich uns immer mehr anschließt und entzückt von ihnen ist . Schauspieler und Russen sind immer entzückt voneinander . Am zehnten August soll die Fahrt nach England angetreten werden . Er plagt uns , daß wir mitfahren sollen , als Trauzeugen . Aber wir mochten weder die geschäftlichen Dinge , noch unsere Privatinteressen im Stiche lassen , noch auch das Sanatorium , an dem wir wirklich mit Heimatliebe hängen . Andererseits ist ja noch zu erwägen , ob es nicht unzweckmäßig ist , ihn so ganz aus den Augen zu lassen ... Er schwört zwar , er käme wieder zurück . 15 Der Entschluß ist uns erspart geblieben , dafür hat es einen sogenannten Skandal gegeben . Nur schade , daß wir nicht soviel Spaß daran haben können wie die anderen Patienten , die ihn in vollen Zügen genießen . Balailoff war auf einige Tage fortgefahren und hatte die Braut mitnehmen wollen , aber sie drückte sich unter dem Vorwand , leidend zu sein . Am zweiten Morgen , nachdem er fort war , klopfte sein Diener , der uns immer das Frühstück heraufbringt , verzweifelt an sämtliche Türen . Wir waren spät aufgewesen , und niemand hatte Lust , sich schon zu ermuntern ; so rief man ihm von allen Seiten zu : er möge alles in den Korridor stellen und uns schlafen lassen . Aber er bestand darauf , irgend jemand persönlich zu sprechen . Wir beschieden ihn also mit sämtlichen Frühstücken in den gemeinsamen Salon und versammelten uns in rasch improvisierter Toilette . Das Klavier stand noch