, daß wir da im Schnee sitzen bleiben , warum soll man sich so anstrengen ? Wir bleiben sitzen und sehen den anderen zu . Ein paarmal nennt sie mich du - man ist im Karneval so gewöhnt , alle zu duzen . Wir sprechen nicht viel , sie lehnt sich ein wenig an mich und schläft hier und da einen Moment ein . Dann geht die Sonne unter , und wir fahren in die Stadt zurück . Maria will noch nicht nach Hause , und der Leutnant , den man etwas übersehen und fast vergessen hat , lädt uns ein , in der Bar zu soupieren . Alle werden noch einmal wieder ganz wach und sehr munter , und wir kommen erst gegen drei oder vier Uhr ins Eckhaus zurück . Susanna berief sich mit plötzlicher Energie auf ihre Stellung als Hausfrau und setzte für morgen einen allgemeinen Schlaftag an . Wer bliebe und wo er bliebe , sei ihr einerlei - jeder möge sehen , wie er unterkomme . Chamotte solle mit dem Kinde spazierengehen und es beaufsichtigen , dazwischen könne er hier und da leise - um Gottes willen recht leise - durch die verschiedenen Zimmer gehen und Erfrischungen verabreichen . Am späteren Abend würde wohl irgendwie eine richtige Mahlzeit oben in der Küche zustande kommen - dabei warf sie einen fragenden Blick auf Orlonsky , aber der zuckte ablehnend die Schultern , und Susanna fügte hinzu , schlimmstenfalls würde sie selbst für alles sorgen . Ich hatte ja die vorige Nacht , wenn auch nicht ungestört , geschlafen und wachte gegen Mittag von einem leichten Geräusch auf . Es war Chamotte , der auf den Zehenspitzen herumschlich . Herr Willy ließe fragen , ob er zu mir herunter kommen könnte , er sei auch schon wach , und da er zwei Gäste beherbergte , fühlte er sich etwas beengt . Ich kleidete mich an und legte mich dann wieder aufs Bett , Willy kam in einem gelbseidenen Kimono : » Ich weiß nicht , wem er gehört « , seufzte er , » man zieht jetzt immer an , was man gerade findet . Es ist alles so anstrengend - der Leutnant ist schon fortgegangen , um seine Tante von der Bahn zu holen , Susanna hat ihm ihren roten Rodelsweater und Reithosen von Onsky gegeben - denn er wollte durchaus nicht in seinem Biedermeierfrack an die Bahn gehen . Wir drei hier im Hause kommen jetzt manchmal in Verlegenheit , weil wir immer unsere Gäste zum Fortgehen ausstaffieren müssen . Ein junges Mädchen mußten wir neulich zwei Tage dabehalten , weil sie als Page zu uns kam und nichts vorhanden war , was ihr paßte . « Chamotte machte derweil Ordnung im Zimmer , heizte den großen Ofen ein und brachte uns Kaffee . Dann lagen wir da , rauchten Zigaretten , und es war sehr gemütlich . Die Tür zu beiden Nebenzimmern stand offen , in dem einen schlief Orlonsky , in dem anderen Maria , und wir sprachen halblaut , um sie nicht zu stören . Ich fragte , ob Susanna denn schon auf sei , da sie den Leutnant kostümiert hatte , sie war doch gestern am allermüdesten und schien es mit dem Schlaftag sehr ernst zu meinen . » Oh , Susanna macht ' s wie die Sonne , sie geht in Wirklichkeit nicht unter - sie geht nur um die Erde herum und scheint dann über irgendwelchen anderen Ländern . Beim Schlaftag kommt es ihr nur darauf an , daß jeder in seinem Zimmer bleibt - sie gibt dann Gastrollen , besucht eine Niederlassung nach der anderen und schläft da , wo sie gerade ist , noch ein paar Stunden weiter . « Chamotte ist mit dem Kind ausgegangen , das ganze Haus liegt in tiefem Schweigen . Die Türglocke hat man vorsorglich abgestellt . Maria ist inzwischen einmal aufgewacht und hat gefragt , wer denn hier nebenan sei . Wir haben ihr Kaffee hineingebracht und ein wenig geplaudert , dann ist sie wieder eingeschlafen - die weißen Glacéhandschuhe , die Susanna ihr heute morgen gegeben , liegen auf dem Tischchen am Bett . Allmählich wird es Nachmittag , und Susanna erscheint mit Tee und Brötchen . Ihr Lächeln ist heute etwas resigniert : » Onsky hat Migräne « , sagte sie , » und steht nicht auf . Da werden wir wohl heute und morgen fasten müssen . Ich glaube , es ist am besten , wenn wir nachher unsere Kostüme wieder anziehen und heute abend auf den Gauklerball gehen . Die anderen wollen wir gar nicht erst wecken , das Weitere wird sich hier dann schon irgendwie entwickeln « , sie seufzte ein bißchen , » ach Gott , es ist wirklich keine Kleinigkeit , wenn die Verantwortung für so vieler Leute Wohlergehen auf einem ruht . « Ermattet legt sie sich auf die Polster in die Nähe des Ofens , schließt die Augen und scheint in eine Art Halbschlaf zu versinken . Willy und ich sprechen mit gedämpfter Stimme weiter - hier und da ermuntert Susanna sich ein wenig , beteiligt sich am Gespräch oder langt nach ihrer Teetasse . Unvermerkt geraten wir wieder auf die heidnischen Ideen und ihre Verwirklichung in unserer heutigen Welt . Ich erzähle von meiner nächtlichen Unterhaltung mit dem Herrn im Frack . » Ach , der Georg « , sagt Willy , » er möchte sie immer noch gerne heiraten , und ich nenne ihn den standhaften Zinnsoldaten . Maria ärgert sich darüber , aber sie hat immer einen oder den anderen Zinnsoldaten , als Gegengewicht oder zur Erholung von ihrer heidnischen Betätigung . « Ein Wort gab das andere , und ich erkundigte mich mit größtmöglicher Diskretion , ob es etwa Marias Kind sei , das hier im Hause wohne . Susanna hatte gerade einen wachen Moment und richtete sich halb auf . » Aber ich bitte Sie - das ist doch meins . « » Ihres ... ? «